Liebe Leser*innen,
in diesem Buch schreiben wir des Öfteren aus der Ich-Perspektive, wenn wir über unsere Erfahrungen berichten. Nun sind wir zwar zwei Autoren, aber es schreibt natürlich immer nur einer von uns. Wir sparen es uns trotzdem, hinter die Kapitel unsere jeweiligen Vornamen in Klammern zu setzen - das sieht nicht schön aus, und letztlich ist es ja auch nicht so wichtig, wer welche Abschnitte geschrieben hat. Viel wichtiger ist es uns, unsere Erfahrungen mit dir zu teilen.
Zu leben heißt, Erfahrungen zu machen. Um wirklich lebendig zu sein und uns auch so fühlen zu können, müssen wir die Fähigkeit besitzen, diese Erfahrungenbewusst zu erleben. Dazu müssen wir lernen, aufzuwachen und wieder Kontakt zu unseren Sinnen aufzunehmen - ganz bewusst zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen und zu schmecken. Genau hier kommt die verwandelnde Kraft der Achtsamkeit ins Spiel.
Wenn du wach und präsent leben und freundlicher mit dir und anderen umgehen möchtest und wenn du dich danach sehnst, weniger in deinen Sorgen, Ängsten und Selbstzweifeln und stattdessen mehr im gegenwärtigen Augenblick zu leben, dann bietet Achtsamkeit dir einen einfachen und effektiven Weg. Durch mehr Achtsamkeit kannst du dich jederzeit aus dem Käfig in deinem Kopf befreien und dich mit der Schönheit und Leichtigkeit des lebendigen Moments verbinden.
Der einzige Ort, an dem wir wirklich zu Hause sind, ist dieser Augenblick im Hier und Jetzt. Sobald du ganz im gegenwärtigen Moment lebst, lösen sich alle Sorgen auf und du erkennst, was für ein Wunder darin liegt, zu atmen und zu leben.
Wir werden dir in diesem Buch einige Prinzipien der Philosophie und der Praxis der Achtsamkeit sowie ein paar Achtsamkeitsimpulse in Form einfacher Übungen und kleiner Meditationen anbieten, die du jederzeit durchführen kannst. Darüber hinaus möchten wir dich dazu einladen, uns von deinen Erfahrungen mit der Achtsamkeit (oder gerne auch mit der Unachtsamkeit) zu berichten. Ob auf Instagram oder über unsere Homepage: Du bist jederzeit willkommen und wir freuen uns auf dich. Und nun wünschen wir dir viel Spaß bei der achtsamen Lektüre.
www.longschweppe.de
instagram.com/longschweppe
Es gibt für uns nicht allzu viele Möglichkeiten zu leben. Sofern wir nicht im Koma liegen oder schlafen, leben wir in einem Zustand, den man »wach« nennt. Wach zu sein heißt, bewusst zu sein. Jedenfalls theoretisch. Denn wie du sicher schon gemerkt hast, können wir auch im wachen Zustand ganz gut vor uns hinträumen, Gedanken wälzen oder wie ferngesteuert durch die Gegend irren, während wir unsere Aufgaben automatisch erledigen.
Dieser halbwache, tranceartige Bewusstseinszustand führt dazu, dass wir immer wieder den Kontakt zu uns selbst verlieren. In diesen Momenten sind wir ganz und gar nicht voll da. Das kennst du bestimmt auch: Du gehst in den Keller und weißt plötzlich nicht mehr, was du da eigentlich wolltest. Du unterhältst dich mit einer Kollegin und merkst irgendwann, dass du gar nicht wirklich mitbekommen hast, was sie erzählt hat. Du hast den Faden verloren. Du mähst die Wiese, stehst unter der Dusche, beißt in dein Honigbrot, fährst zur Arbeit, liegst am See in der Sonne - aber während du all das tust, bist du gedanklich ganz woanders. Und meist sind die Orte, an die deine Gedanken dich führen, gar nicht so angenehm.
Achtsamkeit schenkt dir dein Leben zurück.
Achtsamkeit zeigt dir einen Notausgang - raus aus den Trance-Zuständen, raus aus dem Zombie-Modus und rein in die Fülle, Ruhe und Freude, die du nur erleben kannst, wenn du dich für den gegenwärtigen Augenblick öffnest. Dein Dasein ist viel zu kostbar - verbringe es lieber nicht im Halbschlaf. Vergiss nie, dass du ein Rendezvous mit dem Leben hast:
Dein Leben ist immer für dich da, es erwartet dich - aber ob du die Verabredung auch eingehst, das liegt allein bei dir.
Zwar ist es recht unterhaltsam, Katzenvideo