: Heinz-E. Klockhaus
: Fritz und Fritzchen Die Wachhunde in unserer Stadt
: Books on Demand
: 9783753434520
: 1
: CHF 5.30
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Rechtsanwalt Fritz Hund erfüllt sich endlich seinen Kindheitswunsch, einen eigenen Hund zu besitzen. Ausgerechnet Fritz heißt der Hund, den er sich im Tierheim kauft und der auch noch mit ihm sprechen kann. Mit Annett, der Sekretärin des Anwalts und einem befreundeten Paar kommen sie auf die Idee, sich als"Wachhunde" zu betätigen und in ihrer Stadt Kleinkriminelle zu überführen und zu bestrafen. Eine Selbstjustiz, natürlich zum Leidwesen der Polizei. Das Buch ist sehr unterhaltsam, lustig und spannend zugleich.

Heinz-E. Klockhaus isst seit frühester Jugend Schriftsteller und Textdichter. Er hat ca. 3.000 Liedertexte verfasst und stellt mit"Fritz und Fritzchen" bereits sein 16. Buch vor., davon 9 betriebswirtschaftliche Fachbücher und 3 Bände mit Gedichten, Kurzgeschichten und Lebensweisheiten. Ein Redakteur hatte mal sehr treffend über ihn geschrieben"Der Mann passt in keine Schublade."

ANWALTSKANZLEI FRITZ HUND stand auf dem glänzenden Messinkschild, das an der Haustür hing. Heute sollte sein großer Tag sein! Schon als Kind träumte Fritz Hund von einem eigenen Hund.

Jedes Jahr zu Weihnachten hat sich der kleine Fritz einen Hund vom Weihnachtsmann gewünscht. Aber dieser Wunsch wurde ihm nie erfüllt.

Doch, in einem Jahr stand ein kleiner Hund unter dem Tannenbaum. Das gab einen Jubel! Aber dann sah Fritz, dass es sich nur um einen Stollfund handelte. Er war so traurig und hat so furchtbar geweint. Ja, und dann kam das Jurastudium, da ging es auch nicht. Aber heute endlich wollte er sich diesen Traum erfüllen.

Gut gelaunt und ein Lied pfeifend fuhr er zum nahegelegenen Tierheim außerhalb der Stadt. Dort wollte er nach einem lieben dankbaren Tier Ausschau halten. Wie oft hatte er schon gehört und gelesen, dass ein Hund der beste Freund des Menschen sei. Sein bester Freund seit der Schulzeit war Heinz. Aber zweitbester Freund, das konnte der Hund ruhig werden. Fritz stellte seinen Wagen auf dem kleinen Parkplatz vor dem Tierheim ab und ging durch das große Holztor. Da waren auch schon Käfige zu sehen, in denen Hunde neugierig guckten, schliefen oder auch bellten, als sich Fritz näherte. „Guten Tag,“ sagte eine Dame freundlich, „kann ich Ihnen helfen, oder wollen Sie sich nur umschauen?“ „Sie sind hier beschäftigt?“ fragte Fritz Hund. „Mein Name ist Fritz Hund. Ich suche einen Hund.“ „Das ist ja lustig,“ sagte die Dame, „Herr Hund sucht einen Hund.

Ich bin die Leiterin des Tierheims.

Mein Name ist Käfig.“ „Käfig in einem Tierheim,“ sagte Fritz, „das ist aber auch lustig.“ „Was für ein Hund soll es denn sein?“ „Da bin ich nicht so festgelegt,“ sagte Fritz Hund, „einer mit vier Beinen, zwei Ohren, einem Schwanz, ein lieber Hund.“ „Nimm mich! Ich bin eine gute Wahl!“ sagte ein Hund, der alleine in einem Käfig war, vor dem sie gerade standen.

„Ein Hund, der sprechen kann?“ sagte Fritz überrascht. „Ein Hund der sprechen kann?“ wiederholte Frau Käfig.“ „Sie hört mich nicht,“ sagte der Hund. „Der hier würde mir schon gefallen,“ sagte Herr Hund. „Den kann ich Ihnen gegen Zahlung einer Schutzgebühr von 50 Euro geben,“ sagte Frau Käfig, „er ist schwer zu vermitteln.“ „Sie ist auch schwer zu vermitteln,“ sagte der Hund, „ist schon über vierzig und hat noch keinen Mann.“ Fritz lachte. „Ein Mischling, man weiß es nicht so genau.“ „Man weiß es nicht so genau,“ wiederholte der Hund, weiß sie es denn von sich so genau?“

„Warum lachen Sie?“ fragte die Leiterin des Tierheims. „Mir gefällt er,“ sagte Fritz. „Dann gib ihr 50 Euro und sag, die Sache ist perfekt.“ „Wie heißt er denn?“ „Ach du liebe Zeit,“ sagte Frau Käfig, „sagten Sie nicht, Sie heißen Fritz Hund? Der Hund heißt auch Fritz.“ „Hm, das ist in der Tat ein bisschen ungewöhnlich.

Wissen Sie was? Ich werde ihn Fritzchen nennen.“ „Das wüsste ich aber!!!“ sagte der Hund. Und Frau Käfig fand: „Das ist eine gute Idee!“

„Ich nehme ihn mit!“ sagte Herr Hund. Und aus dem Käfig kam ein freudiges „Eine gute Wahl!“ Herr Hund bezahlte die 50 Euro und ging mit seinem neuen zweitbesten Freund zu dem kleinen Parkplatz, wo sein Auto stand. „Hast Du Probleme mit dem Autofahren?“ „Ich habe keinen Führerschein,“ sagte der Hund, „aber ich fahre gerne mit. Wir werden wunderbare Ausflüge in die Natur machen.“ „Warum sagte sie, Du bist schwer zu vermitteln und warum kann ich Dich hören und sie nicht?“ „Weil mein Hundeschutzengel gesagt hat, ich soll auf den Richtigen warten. Und den scheine ich ja nun gefunden zu haben.“ Der Hund stieg auch bereitwillig ins Auto, und Fritz Hund fuhr sehr glücklich mit seinem neuen Hund nach Hause.“ „Was bist Du von Beruf?“ fragte der Hund. „Ich bin Rechtsanwalt,“ sagte Herr Hund.

Gleich kommt noch eine junge Klientin, und dann habe ich den Rest des Tages Zeit, und wir können uns ein bisschen beschnuppern. Du kannst auch schon Bekanntschaft mit Deinem neuen Zuhause machen.“

„Ich kann auch gerne eine junge Klientin ein bisschen beschnuppern,“ sagte der Hund. „Nein! Das kannst Du nicht!“ sagte Herr Hund. Wenn ich arbeite, hast Du Pause.“ „Da steht es ja, Anwaltskanzlei Fritz Hund,“ sagte der Hund, als sie ausgestiegen waren. „Du kannst ja auch lesen!“ „Dachtest Du, ich wäre ein dummer Hund?“ „Nein, nein, keineswegs. Dann komm mal rein.“ Der Hund sah sich sehr interessiert sein neues Zuhause an.

„Seewasserfische,“ sagte er und blieb vor einem Aquarium stehen.

„Ja, weißt Du, ich habe mir schon als Kind einen Hund gewünscht. Aber nie einen bekommen. Als kleinen Ersatz durfte ich dann ein Aquarium haben. Seitdem habe ich immer Fische gehabt. „Du darfst keine Wildfänge kaufen,“ sagte der Hund,

„die Menschen plündern dafür die Korallenriffe aus. Und dann kommen nur wenige davon hier an, weil sie am Gewicht sparen und die Fische in viel zu wenig Wasser transportieren.

Das wird alles einkalkuliert. Du bezahlst hier 25 Euro für einen Fisch, und die Jungs, die ihn fangen, kriegen vielleicht 10 oder 20 Cent dafür.“ „Donnerwetter!“ sagte Herr Hund, „Du bist ja wirklich kein dummer Hund. Aber ich weiß das auch und unterstütze so etwas auch nicht. Inzwischen werden auch hier genug Meerwasserfische gezüchtet.

„Fritzchen ist wirklich kein dummer Hund.“ „Fritz, wenn ich bitten darf.“

„Darüber müssen wir reden. Das ist nämlich so. Ich heiße Fritz, und Du heißt Fritz. Und das gibt Verwechslungen. Also heißt Du ab heute Fritzchen.“ „Da gibt es eine Alternative,“ sagte der Hund. „Und die wäre?“ „Ich heiße Fritz und Du heißt Fritz. Und da das zu Verwechslungen führen wird, heißt Du ab heute Fritzchen.“ „Du bist ja nicht gescheit!“ sagte Herr Hund. „Du hast mir doch gerade noch bestätigt, dass ich kein dummer Hund, also sehr wohl gescheit bin.“ „Nun hör mir mal zu,“ sagte Herr Hund, „ich habe Dich aus dem Tierheim geholt, Du wirst mein zweitbester Freund sein, aber die Entscheidungen hier treffe ich. Sind wir uns da von vornherein einig?“ „Nein!!!“ sagte der Hund, „die Zeit der Sklavenhalterei ist vorbei.

Eine Gemeinschaft geht nur auf Augenhöhe.“ „Du alte Töle erwartest doch wohl nicht, dass mich einer Fritzchen nennt, weil mein Hund Fritz heißt!“ „Dann bring mich doch zurück zur Frau Käfig!“ Das Gespräch wäre wahrscheinlich eskaliert, wenn nicht in dem Moment die erwartete Klientin Fräulein Chantal Bodenwall gekommen wäre. Frau Bodenwall war eine junge Frau mit ganz viel Piercings im Gesicht und Ringen an der Lippe, der Nase und den Ohren.

„Mein Name ist Chantal Bodenwall, wir hatten einen Termin.“ „Ja, guten Tag Frau Bodenwall.“ „Chantal, du hast’n Knall. Ich schiff ihr ans Bein!

Wer ist hier das Fritzchen?“ sagte der Hund. „Ich wiederhole: Wer ist hier das Fritzchen?“ Herr Hund zuckte zusammen. Mit so einer Dreistigkeit hatte er nicht gerechnet.

Was sollte er in dem Moment machen? „Ich bin das Fritzchen,“ sagte er erschrocken. „Geht doch!“ sagte der Hund. „Wie bitte?“ fragte Chantal. „Was kann ich für Sie tun?

Was führt Sie zu mir? Was ist Ihr Anliegen?“ fragte Herr Hund. „Ich will meinen Ex verklagen,“ sagte Fräulein Bodenwall. Er hat mir die Ehe versprochen. Und dann hat er sich aus dem Staub gemacht.“ „Das kann ich verstehen!“ sagte der Hund.“ „Das können wir verstehen,“ sagte Herr Hund ganz verwirrt. „Wie bitte?“ Und der Hund fuhr fort: „Die Chantal Bodenwall hat das Gesicht voll Altmetall.“ „Das ist kein Altmetall, das sind Piercings,“ sagte Herr Hund. „Sie sind ja verrückt!“ sagte Chantal Bodenwall, „wie kann man mir so einen Anwalt empfehlen!?“ Und sie verließ die Kanzlei.

„Hoffentlich kommt sie an keinem Magneten vorbei mit ihrem Altmetall,“ sagte der Hund, „da bleibt sie hängen.“ „Ja, bist Du alte Töle denn wahnsinnig?“ schrie Herr Hund.“ „Ich höre am Unterton, dass es sich bei Töle um ein Kosewort und kein Schimpfwort handeln soll,“ sagte der Hund. „Bist Du wahnsinnig??? Du vergraulst mir die Klienten. Und dann auch noch: Ich mach ihr ans Bein.“ „Ich schiff ihr ans Bein, hab ich gesagt“ berichtigte der Hund. „Das war Erpressung im Beisein eines Klienten!!!“ „Gibt es jemanden, der das bezeugen kann?“ fragte der Hund. Dann schellte das Telefon. „Hier Anwaltskanzlei Fritz Hund, guten Tag! - Schon wieder ein Hund? Nein, nein, das...