: Katharina A. Zweig, Tobias D. Krafft, Anita Klingel, Enno Park
: Sozioinformatik Ein neuer Blick auf Informatik und Gesellschaft
: Carl Hanser Fachbuchverlag
: 9783446468030
: 1
: CHF 27.10
:
: Informatik
: German
: 280
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Einführung in die Modellierung und Analyse digitaler Technikfolgen
Welche Auswirkungen könnte es haben, wenn Technik in den Körper implantiert wird und sich Menschen zunehmend zu Cyborgs entwickeln? Wie kann es passieren, dass sich mazedonische Jugendliche in den Präsidentschaftswahlkampf der USA einmischen? Wann entstehen Filterblasen?
In den letzten Jahren konnten viele gewollte und ungewollte Technikfolgen der digitalen Transformation beobachtet werden. Die in diesem Buch vorgestellte Sozioinformatik befasst sich mit der Modellierung und Analyse solcher Phänomene: Sie untersucht dafür die Folgen der informatischen Gestaltung unter interdisziplinären Aspekten, insbesondere denen der Verhaltensökonomie.
Zentrales Hilfsmittel der Analyse ist der Aufbau eines visuellen Wirkungsgefüges, mit dem verschiedene Dynamiken und Technikfolgen in der digitalen Transformation abgeschätzt werden können. Damit wird erklärbar, wann man eine Filterblase erwarten kann, warum manche digitale Technik unsere Aufmerksamkeit so effektiv bindet, und warum Software dazu verführen kann, Einfluss auf Wahlen in einem anderen Land zu nehmen.
Das Buch eignet sich als Grundlage für »Informatik und Gesellschaft« Vorlesungen in der Informatik, genauso als Grundlage für Seminare in den Gesellschaftswissenschaften oder zur Besprechung digitaler Phänomene in der Schule. Es bietet zudem eine neue Kommunikationsmethode, die im Journalismus, der Politik oder in der Beratung eingesetzt werden kann.

Prof. Dr. Katharina A. Zweig ist Leiterin des Algorithm Accountability Labs am Fachbereich Informatik an der TU Kaiserslautern, wo sie federführend den Studiengang Sozioinformatik entwickelte. 2018 wurde sie als Sachverständige in die 'Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz' des Deutschen Bundestags berufen. Sie erhielt mehrere nationale Preise, darunter den Ars Legendi Lehrpreis in Informatik und den Ingenieurswissenschaften 2017 für die Einführung des Studiengangs Sozioinformatik und den DFG Communicatorpreis für ihre Wissenschaftskommunikation zum Thema Informatik.
Inhalt6
Vorwort12
1 Warum Sozioinformatik – und warum jetzt?16
1.1 Automatische Essaybewertung – Die Zukunft der Benotung von Prüfungsleistungen?16
1.2 Zusammenfassung20
Teil I Grundlegende Definitionen22
2 Grundlagen aus anderen Disziplinen24
2.1 Technikfolgenabschätzung24
2.1.1 Definition und Ziele25
2.1.2 Formen26
2.1.3 Phasen und Methoden28
2.1.4 Grenzen30
2.1.5 Das Collingridge-Dilemma33
2.2 Modelle für menschliche Entscheidungen34
2.2.1 Das Modell des Homo Oeconomicus und die Spieltheorie34
2.2.2 Maslowsche Bedürfnispyramide und weitere menschliche Nebenbedingungen in der Entscheidungsfindung35
2.2.3 Verzerrungen, die die Sachgrundlage für die Entscheidung verändern38
2.2.4 Verzerrungen, die unabhängig von Sachgründen die Entscheidung beeinflussen41
2.2.5 Nudging43
2.2.6 Systemische Ansätze45
2.3 Aufbau von Studien in der Verhaltensökonomie47
2.3.1 Randomisierte Studien in der Verhaltensökonomie47
2.3.2 A/B-Testing49
3 Technikfolgenabschätzung und Sozioinformatik50
3.1 Grundlegende Thesen der Sozioinformatik53
3.1.1 These 1: Die digitale Transformation erzeugt eine Vielzahl neuer, emergenter Phänomene53
3.1.2 These 2: Technikfolgenabschätzung rund um die Digitalisierung benötigt neue Methoden der Modellierung, Analyse und zur Vorhersage der von ihr ausgelösten, emergenten (Neben-)Wirkungen.56
3.1.3 These 3: Die Technikfolgenabschätzung von sozioinformatischen Systemen muss in der Informatik verankert sein56
3.2 Definition des Forschungsfeldes61
3.3 Lehrziele des vorliegenden Buches62
4 Sozioinformatische Systeme64
4.1 Definition von64
4.1 Definition von64
6564
4.2 Systembeschreibungen als Modelle70
4.3 Komplexe Systeme71
4.3.1 Zur Definition des Begriffs71
4.3.1 Zur Definition des Begriffs71
7271
4.3.2 Komplexität in der Psychologie72
4.3.3 Komplexität in der Informatik75
4.3.4 Komplexität in der Physik76
4.3.5 Überblick76
4.3.5 Überblick76
7976
4.3.6 Exkurs: Verändert maschinelles Lernen die Lösbarkeit komplexer Probleme?80
4.4 Eine erste Definition soziotechnischer Systeme82
4.4.1 Zur Historie des Begriffs eines soziotechnischen Systems83
4.4.2 Definition soziotechnischer Systeme nach Kienle83
8383
4.4.2.1 Technische Systeme nach Kienle83
8383
4.4.2.2 Soziale Systeme nach Kienle83
8483
4.4.2.3 Soziotechnische Systeme85
4.5 Ein neuer Ansatz für die Definition von sozioinformatischen Systemen86
4.5.1 Technikfolgenabschätzung und die Definition soziotechnischer Systeme nach Kienle86
8786
4.5.2 Definition von sozioinformatischen Systemen im Rahmen der Technikfolgenabschätzung88
4.6 Perverse Anreizstrukturen90
4.7 Kybernetik93
Teil II Ein Ansatz für die Technikfolgenabschätzung von sozioinformatischen Systemen98
5 Phänomeninduzierte sozioinformatische Analyse100
5.1 Phasen einer phänomeninduzierten sozioinformatischen Analyse106
5.1.1 Phase 1: Beschreibung der technischen Grundlagen107
5.1.2 Phase 2: Identifikation der relevanten sozialen Akteure110
5.1.3 Phase 3: Erstellen von Wirkungsgefügen113
5.1.4 Phase 4: Analyse des Wirkungsgefüges123
5.1.5 Phase 5: Identifikation möglicher Gegenmaßnahmen125
6 Technikinduzierte sozioinformatische Analyse128
6.1 Phasen einer technikinduzierten sozioinformatischen Analyse129
6.1.1 Phase 1: Beschreibung der technischen Grundlagen130
6.1.2 Phase 2: Identifikation der relevanten sozialen Akteure132
6.1.3 Phase 3: Erstellen des Wirkungsgefüges133
6.1.4 Phase 4: Analyse des Wirkungsgefüges134
6.1.5 Phase 5:134
6.1.5 Phase 5:134
136134
6.2 Verwendung eines sozioinformatischen Systems für einen neuen Zweck140
Teil III Typische Muster von Technikfolgen in sozioinformatischen Systemen144
7 Emergente Phänomene der Einführung digital berechneter Rankings146
7.1 Ranking von Webseiten durch Googles PageRank146
7.2 Generisches Wirkungsgefüge beim Einsatz von verhaltensbasierten Rankings155
7.3 Ranking von wiss