: Flora Harding
: Der Prinz an ihrer Seite Die große Liebesgeschichte von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip - Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641279950
: 1
: CHF 2.70
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Windsor Castle 1943: Kronprinzessin Elizabeth fiebert dem Wiedersehen mit Prinz Philip von Griechenland entgegen. Seit ihrer letzten Begegnung geht ihr der charmante junge Leutnant mit den strahlend blauen Augen nicht mehr aus dem Kopf. Doch ihr Vater, König George VI., ist entschieden gegen diese Verbindung: Philip ist zu unberechenbar und zu abenteuerlustig für eine zukünftige Königin. Noch dazu ist er kein Brite. Aber dieses eine Mal ist Elizabeth fest entschlossen, sich gegen alle Widerstände durchzusetzen und ihrem Herzen zu folgen …

Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen des Buckingham Palace und ins Privatleben der Royal Family.

»Fans der Serie THE CROWN werden diesen Roman lieben.« Woman's Weekly

Flora Harding lebt in York und schreibt seit über 30 Jahren unter verschiedenen Namen Romane, historische Texte und Sachbücher. Die Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart fasziniert sie dabei besonders.

Kapitel 2


Auf seinem Platz neben der Königin versucht Philip, sich nicht anmerken zu lassen, wie verkatert er ist. Warum in Gottes Namen hat er gestern Abend so viel getrunken? Aber es war die letzte Gelegenheit für ihn, Osla vor Weihnachten noch einmal zu sehen.

Es ist hoch hergegangen, jedenfalls soweit Philip sich erinnern kann. Sie waren tanzen im ClubThe 400, und danach hat sich in Oslas Wohnung irgendwie eine Party ergeben, bei der es Russischen Salat gab, den Osla mit Trockenei zubereitet hatte. Gestern Abend fand er den Salat eigentlich ganz in Ordnung, aber das Paraffinöl rumort immer noch in seinem Magen. Er hat auf der Couch geschlafen, und da hätte er auch bleiben sollen. Stattdessen hat er den fatalen Fehler begangen, in die Wohnung in der Chester Street zurückzukehren, wo er einen Brief von Mountbatten vorfand, der ihn mit großem Nachdruck aufforderte, sich so bald wie möglich auf Windsor Castle einzufinden.

Briefe von Onkel Dickie ignoriert man besser nicht.

»Dein Großvater war ein König«, hat Mountbatten bei ihrer letzten Begegnung gesagt. »Du bist ein Prinz und mit den meisten Königshäusern Europas verwandt. Aber was gehört dir? Kaum mehr als das, was du am Leib trägst.«

»Und das kleine Schmuckstück von Auto, das du mir zum einundzwanzigsten Geburtstag geschenkt hast.« Philip liebt seinenMG.

Aber so leicht ließ sich Mountbatten nicht ablenken. »Du weißt, was ich meine, Philip. Du bist ein gut aussehender Bursche, und Lilibet wird eines Tages Königin von England sein. Mach einen guten Eindruck auf sie – soweit ich weiß, verstehst du dich darauf doch mehr als gut. Verdammt, du bist es deiner Familie und dir selbst schuldig! Der Krieg wird nicht ewig dauern, und was wird dann aus dir? Du bist kein britischer Staatsbürger, also wirst du nicht in der Navy bleiben können.«

Philip kann sich ein Ende des Kriegs nicht vorstellen. Es scheint ihn schon immer gegeben zu haben. Wenn er sich selbst gegenüber in diesem Punkt so aufrichtig ist, wie er es gern immer wäre, sagt ihm der Krieg im Grunde zu.

Sicher, es gibt die schrecklichen Momente, die voller Grauen und Panik, aber bedeutend mehr Augenblicke mit Adrenalin und erwartungsvoller Spannung. Manchmal, wenn er nicht achtgibt, dringen die Schreie von Verwundeten in sein Bewusstsein, Bilder von Flammen und zuckenden Gliedmaßen und das laute Rattern von Maschinengewehren. Dann wirbelt ihm alles zusammen durch den Kopf, stößt ihn an den Rand eines tiefen Abgrunds und raubt ihm schier den Atem. Bis er es einfach verdrängt. Es ist Krieg, mehr nicht, und bis jetzt hat er noch nicht mal einen Kratzer abbekommen.

Philip denkt lieber an das Stampfen der Schiffsmotoren und das gleißende Licht über dem Mittelmeer. An das Gefühl von Freiheit, wenn sie aus dem Hafen auslaufen. Und an die atemlose Anspannung, wenn der Befehl für die Gefechtsstationen kommt.

Hier ist es schlimmer, findet er. Das Land ist ausgelaugt, die Städte durch Bombeneinschläge verwüstet, die Menschen grau und zermürbt von den Rationierungen und nächtlichen Verdunkelungen. M