Ja tausend Jahre waren vergangen, die Stadt hatte unter den unterschiedlichsten Machthabern geächzt, doch immer waren es gatorianische Tyrannen gewesen, die sie regierten. Und in jedem Fall kamen die ˝Hohen Könige˝ aus der uralten Clannod Familie der Da Urus. Geächzt hatten bisher allerdings immer nur die Glanzlosen, wie sie von den anderen genannt wurden, weil glanzlose Schuppen oder glanzloses Flaumgefieder, von Krankheit, Schmutz und Armut zeugten.
Das gatorianische Reich blühte auf, wuchs und gedieh, aber nur auf den Knochen der schwächeren Bevölkerungsgruppen.
Allosa da Urus hatte dereinst Wohlstand für alle versprochen, und schon damals sein Wort nicht eingelöst. Schon in der alten Zeit, wurde mit dem Neubau Dinodias begonnen. Denn viel lag damals in Trümmern.
Manche Trümmer konnte man als Baumaterial nicht mehr benutzen. Die Steine wurden einfach liegen gelassen, Pflaster das kaputt war nicht mehr ersetzt. Trichter die durch Kanonenschläge entstanden, waren nicht mehr aufgefüllt. Die Architekten Allosa da Urus kreierten einen genialen Baustil. Sie begannen mit dem Bau einer mehrstöckigen Stadt.
Arbeiter wurden rekrutiert. Aus den benachbarten Steinbrüchen schlugen sie Steine und setzten sie zu Platten zusammen, die durch steinerne Pfeiler gestützt wurden. Nach und nach entstand so auf den Trümmern der alten Stadt rund um den Diamantpalast, ein neues Dinodia. Es wurden Marktplätze gebaut, Geschäfte, Werkstätten, Traumspielhäuser, Wasserlöcher, prachtvolle Häuser für den Hohen Clannod, dem Clannod, und Wohnhöhlen für die einfachen Clanis.
Allosa da Urus ließ sogar für die Anklyotoro Herden, die oft auch Leibwächter, Soldaten und Nachtwächter waren, künstliche Terrassengärten anlegen, die sie aber selber pflegen mussten.
Das alles dauerte natürlich Jahrzehnte, aber man sah es wachsen. Jede Echse, die sich den Gatorianern zugehörig fühlte, spürte den Fortschritt. Nur die Steineklopfer und Steineschlepper, die sich den Rücken krumm arbeiteten und sich oftmals dabei den Steuerschweif brachen, wurden um ihren Lohn und ihre Existenz betrogen.
Allosa ließ sie während der Bautätigkeit mit Naturalien entlohnen. Sie wurden untergebracht in den übrig gebliebenen Trümmern der alten Stadt. Sie blieben dort auch, nachdem die Bautätigkeit weitestgehend beendet war. Sie konnten sich den Wohnraum der Oberstadt nicht leisten. Sie waren eben Bauechsen, oder nur einfache Hilfsechsen, und die meisten waren jetzt arbeitslos. Sie schufen sich dort unten, in dem fast lichtlosen, dämmrigen Areal ihre eigene Welt. So entstand die Unterstadt, aus der man nur entkommen konnte, wenn man sich den Reptiliaden unterwarf, die es offiziell nicht mehr gab, die aber alles durchdrangen. Das war etwas, was sich in tausend Jahren nicht geändert hatte. Auch die Gier nach Macht befand sich noch auf dem gleichen Stand. Gut und gerne konnte sie auch schon mal die eigene Brut verschlingen. Diejenigen, die dafür sorgten, dass sich dies niemals änderte, waren schon seit tausend Jahren und länger an der Macht. Sie residierten noch immer im Diamantpalast. Der Name dieses Gemäuers blieb immer derselbe, nur das Gebäude selber passte sich in den Jahrhunderten immer wieder dem wachsenden technischen Standard an. Heutzutage befand sich Dinodia selbst, natürlich ebenfalls technisch auf dem höchsten Standard. Schon allein der Raumhafen zeigte anhaltenden technischen Fortschritt. Der Raumhafen war nicht auf einer Plattform gebaut, sondern lag ebenerdig, nördlich der Stadt, in Richtung des großen Meeres.
Von hier aus sah man direkt auf den militärischen Teil einem mehrere Quadratkilometer großen Areal, mit einem schwarzen, extrem feuerfesten Asphalt, hochgerüsteten Kampfschiffen, Laserkanonen, großen funktionell gebauten Hallen, die als Waffenarsenale fungierten.
Es gab walzenförmige Atmosphärenbomber, die dazu ausersehen waren, von Trägerschiffen aus in die Umlaufb