: Sabrina Kiehl
: Die Rettung der Lichtwesen Grey-Chroniken III
: TWENTYSIX
: 9783740782177
: 1
: CHF 2.60
:
: Fantasy
: German
: 310
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Hexe Felicitas hat sich schweren Herzens entschieden, zu Grey zurückzukehren. So hofft sie, nicht nur ihr eigenes Leben zu retten, sondern auch die Lichtwesen. Doch sie findet die Magiewesen zerstritten vor. Während die einen sie einsperren wollen, scheinen die anderen darauf zu hoffen, dass sie eine Revolution anzettelt. Dabei ring sie um eine friedliche Lösung und die plötzliche Offenheit von Magier Noctrius scheint ein gutes Vorzeichen zu sein. Aber was bewegt ihn zum Umdenken?

Sabrina Kiehl wurde 1987 in Stuttgart geboren, ist Mutter und Bibliothekarin. Früher wollte sie vieles werden: Musicaldarstellerin, Journalistin, Fluglotsin oder Programmiererin. Aber ihre wahre Leidenschaft galt immer dem Schreiben. Besonders liebt sie es, in ihren Geschichten magische Wesen und die reale Welt zu verbinden. Ihr Romandebüt »Die Tochter des Vampirjägers« erhielt mit »Der selbsternannte Vampirkönig« eine erste Fortsetzung. Mit »Sensus« erschien 2019 im Angelwing Verlag außerdem die erste Geschichte aus der Welt von Grey.

Eins


Fee musterte die weißen Wände, das mit hellgrauer Wäsche bezogene Bett und das Fenster mit den weißen Vorhängen. Ein Krankenzimmer, das dem in Marius’ Klinik erschreckend ähnlich sah.
Sie kannte die Krankenstation im Hauptquartier von Grey nur vom Hörensagen. Bisher war sie nie krank gewesen und hatte sich daher auch nie dort aufgehalten. Nun mit dem Kind eines Lichtwesens unter dem Herzen hatte ich das schlagartig geändert. Dieses Zimmer sollte für die nächste Zeit ihr Zuhause sein – bis das Kind zur Welt kam, allerdings wusste keiner vorherzusagen, wie lange die Schwangerschaft einer Hexe mit dem Kind eines Lichtwesens dauern würde. Inzwischen waren sich nur alle einig, dass es gesundheitlich für sie bedenklich war, weshalb man sie hier unter Beobachtung gestellt hatte.
Treffenderweise hatte die Tür ihres Zimmers ein Fenster, sodass man sie vom Gang aus beobachten konnte, egal ob sie das wollte oder nicht. Zusätzlich hatte die Tür sicher auch ein Schloss, damit sie sich dieser Beobachtung nicht entziehen konnte.
Zwar war sie freiwillig zurückgekommen, doch angesichts ihrer Unterbringung erinnerte sie sich umso mehr, weshalb sie ursprünglich geflohen war.
Für ein paar Minuten hatte sie sich tatsächlich gefreut, zurückzukehren. Die vertrauten Gesichter und Gebäude, die Umgebung, in der sie jahrelang ihr Leben geführt hatte.
Jetzt dachte sie wieder darüber nach, ob Marius nicht doch recht gehabt hatte. Ihr vampirischer Arzt hatte auf einen Schwangerschaftsabbruch gedrängt, weil er glaubte, ihr Körper könnte die Schwangerschaft nicht überstehen, aber sie hatte es vorgezogen, sich wieder in die Obhut von Grey zu geben.
Marius folgte ihr nur einen Moment später in das Zimmer, wo er alles mit einer Mischung aus Neugier, Neid und Missfallen begutachtete. Das Zimmer war zumindest hell, weil ein großes Fenster Ausblick auf den freien Platz in der Mitte des Hauptquartiers gewährte, auch wenn es angesichts der hereinbrechenden Nacht vor allem von der Deckenlampe erhellt wurde. Neben dem Bett standen allerlei medizinische Geräte, wie Marius sie auch in seiner Klinik einsetzte, doch an einigen Bildschirmen klebten sogar noch die blauen Schutzfolien, als wäre alles gerade erst gekauft worden.
»Ich würde mich nicht wundern, wenn sie blind das komplette Sortiment eines Klinikausstatters bestellt haben.« In Marius’ Stimme war so etwas wie Neid über die vorbildliche und vor allem nagelneue Ausstattung der Krankenstation nicht zu überhören.
Fee lächelte ihn beschwichtigend an. »Deine Klinik ist dem hier trotzdem weit überlegen.« Im Moment sehnte sie sich nach den Vampirkrankenschwestern und dem regen Treiben auf den Gängen. Auf der Krankenstation von Grey war es still wie in einer Leichenhalle. Und tatsächlich hatte Fee in den Jahren, die sie bereits bei Grey lebte, nie mitbekommen, dass die Station überhaupt in Betrieb war.
»Ich fürchte, das spielt keine Rolle, wenn es darum geht, zu entscheiden, wo du behandelt wirst.« Marius war offenbar immer noch verstimmt darüber, dass sie entschieden hatte, sich von Kian helfen zu lassen. Logisch betrachtet, konnte sie das gut verstehen. Kian und Noctrius hatten ihr einen Liebestrank verabreicht, damit sie mit Kian schlief und so schwanger wurde. Auch ihr fiel es schwer, gerade von diesen Personen nun Hilfe anzunehmen.
Bisher leider nur einen Weg gefunden,