Es war Frühjahr, als in Deutschland die Corona-Pandemie ankam und ein erster Lockdown verhängt wurde. Von heute auf morgen veränderte sich gezwungenermaßen mein Alltag. Ich durfte meine Arbeit nicht mehr ausüben, durfte meine Freunde nicht mehr sehen und das öffentliche Leben war fast vollständig stillgelegt. Hinzu kam noch, dass ich Risikopatientin war. Das war alles ein bisschen viel auf einmal. Wie sollte es weitergehen? Wie sollte ich meine Miete bezahlen, wenn ich nichts mehr verdiente? Mir fehlten die Kinder, mir fehlte mein Beruf, meine Freunde. Es tauchten viele Fragen und Sorgen auf. Das Alleinsein und das nicht wissen, wie lange das Ganze geht und was danach sein wird, ließen mich ein paar Wochen später beinahe in eine Depression fallen.
Da ich nun genügend Zeit hatte, fing ich an, viel in der Natur spazieren zu gehen und stellte fest, dass der Lockdown der Natur gut tat. Sie erholte sich sehr schnell. Das war ein Anlass für mich, zu danken. Ich dankte Gott für die Natur und dafür, dass ich in der schönen Natur sein durfte. Nach und nach fing ich an, Gott für alles zu danken, was ich momentan habe. Ich kaufte mir ein kleines Notizbüchlein und notierte jeden Abend vor dem Schlafengehen alles, für was ich Gott an diesem Tag dankbar war. Und – egal wie schlecht es mir ging – ich fand jeden Tag etwas, für das i