Die Tiere würden es zuerst spüren. Sein Vater und dessen Vater hatten es ihm zu jener Zeit eingeschärft. Kaum achtjährig war er, in einem fernen Sommer, als er die Herde zum ersten Mal auf die Malga begleiten durfte. Die Männer hatten ihm dunkle Geschichten erzählt. Ihre Stimmen hatten sich zu kleinen Lauten zusammengezogen, und je säuselnder sie geworden waren, desto tiefer hatte er, das einzige Kind, sich geduckt. Seine Arme um die angezogenen Beine geschlungen, konnte er den Fortgang ihrer Beschreibungen kaum erwarten, obwohl ihm angst und bange war. Sein Atem stockte und er presste seinen pochenden Brustkorb gegen die Knie, als könnte sein Körper auf diese Weise die schleichenden Schatten und furchterregenden Bilder bannen, die sich vor ihm und in ihm plötzlich aufbauten. Das Lagerfeuer flackerte in den Antlitzen der Älteren. Ihre Augen glänzten wie Onyxsteine im Widerschein vergrößert und schienen aus ihren Gesichtern hervorzuquellen.
Er solle auf der Hut sein, hatten sie ihn gewarnt. Und sie beobachten die Tiere. Jede ihrer Regungen. Sollten sie sich jemals widernatürlich verhalten, so lauere Gefahr. Absonderliches Verhalten sei ernst zu nehmen. Er solle sich das hinter die Ohren schreiben. Als sie an jenem Abend um das Feuer saßen – die Männer hatten ein Fläschchen Grappa geöffnet, in ihren furchigen, rußigen Fingern schwenkte eine selbstgedrehte Zigarette auf und ab –, erzählten sie ihm von eigentümlichen Begebenheiten. Von Kühen, die vor