: Hans-Jürgen Stöhr
: Alt wie ein Baum Wenn das Altern uns zum Leben erweckt
: Books on Demand
: 9783753429564
: 1
: CHF 8.80
:
: Philosophie: Allgemeines, Nachschlagewerke
: German
: 412
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Alle wollen alt werden, keiner will es sein. Wir können dem Altern nicht entrinnen, und dennoch tun wir alles dafür, um ihm auszuweichen. Wird der Mensch das Wissen erlangen, seine Lebenszeit zu verlängern, das Altern aufzuhalten oder gar zurückzusetzen? Das Buch wirft einen Blick auf das menschlich Unverfügbare, das sich immer mehr zum Verfügbaren wandelt: das Altern. Die philosophische Annäherung ist auf Dialektik und Ethik begründet. Begriffsdiskurs, Lebenszeit und Resonanz sowie das Gute und der Sinn des Alterns bilden Teil 1 des Buches. Jungsein und Lebensreife, Egoismus und Fürsorge, Gewöhnung und Gewohnheit, Erinnern und Vergessen, Einsamkeit, Demenz und Scheitern spiegeln im 2. Teil das Alltägliche im Altern. Der Epilog greift aktuelle Frage der Altersforschung auf. Im Mittelpunkt steht die These: Altern ist eine Krankheit und setzt ich mit dem aktuellen Generationskonflikt zwischen Alt und Jung auseinander. Der langlebige philosophische Diskurs über Toleranz gibt den Lesenden einen neuen dialektisch begründeten Denkimpuls.

Hans-Jürgen Stöhr, Jg. 1949, in Parchim bei Schwerin geboren, ist seit 2012 Inhaber der Rostocker Philosophischen Praxis. Von ihr aus geht die Initiative, das Philosophieren aus dem Hörsaal der Universität auf die Straße zu tragen und für jene interessant zu machen, die Lust und Freude an dieser Denkkunst verspüren. Nach mehrjährigem, regulärem Philosophie- und Forschungsstudium, in Kombination mit Biologie, an der Humboldt-Universität zu Berlin führte sein Weg 1975 an die Rostocker Universität. Seine freiberufliche Tätigkeit begann 1993 an dem von ihm gegründeten Institut für ökosoziales Management. Bildung, Beratung und Projektentwicklung in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Umwelt waren neben der Geschäftsführung die zu leistenden Kernaufgaben. Diesem Buch sind zwei weitere vorausgegangen, die dem Thema der Beziehung zwischen Scheitern und Erfolg und der philosophischen Annäherung des Verständnisses von Begegnungen in der Lebenswirklichkeit gewidmet sind. Das Buch vorliegende"Alt wie ein Baum" ist im Zusammenhang mit der konzeptionellen Vorbereitung der Rostocker Philosophischen Tage unter dem Titel"Alt werden - Jung bleiben" Was ist uns das Altern wert?" entstanden.

Denn gar sehr ist dies der Zustand
eines Philosophen, Verwunderung;
ja es gibt keinen anderen Anfang
der Philosophie als diesen.

Sokrates (469 – 399 v. Chr.)

ALTERN ∙ EINE PHILOSOPHISCHE ANNÄHERUNG

ALTERN ∙ Was macht es philosophisch?

Mit der Erfahrung Mensch zu sein, begeben wir uns auf ein ganz individuelles und zugleich gesellschaftliches Abenteuer. Sobald wir uns des Menschseins bewusst geworden sind, machen wir uns auf die Suche nach uns selbst: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin geht mein Lebensweg? Wo sind mein Platz und Wert in der menschlichen Gemeinschaft bzw. Gesellschaft? Diese Fragen bündeln sich in der Frage nach dem Sinn des Lebens, die sich mit den zunehmenden Lebensjahren in die Frage nach dem Wert und Sinn des Alterns wandelt. Es sind sein Entstehen, Werden und Vergehen, das den Menschen als Mensch begleitet.

Dabei ist sein Altern keineswegs nur biologisch, individuell und im Wesen von seiner Persönlichkeit geprägt. Als Teil einer sozialen Gruppe und Gesellschaft wird sein Altern auch durch sie beeinflusst und umgekehrt.

Sobald wir uns unserer Existenz bewusst geworden sind, bleibt es nicht nur dabei, unser Dasein zu reflektieren. Wir nehmen sehr schnell wahr, dass das eigene Sein eine Geschichte hat. Dieses Narrativ heißtLeben.

Wir lernen, dass dieses Leben in Jahren gezählt werden kann. Jedes Jahr werden wir mit unserem Geburtstag darauf aufmerksam (gemacht), dass sich unser Leben von Jahr zu Jahrverlebt. Wir werden älter. Als Kinder und Jugendliche wächst mit den Jahren der Stolz, wieder ein Jahr älter geworden zu sein. Anerkennung und Wertschätzung, Lebensträume und -ziele beflügeln uns, älter werden zu wollen.

Sehr schnell wachsen zudem auch das Wissen und die Erfahrung, dass das eigene Leben zeitlich begrenzt, mit Sterben und Tod verbunden ist. Sie werden zur Lebensweisheit, die so profund ist, wie das Leben und der Alltag selbst.

Mit den Lebensjahren gewinnt das Nachdenken über das mit ihnen verbundene Altern an Dominanz. Wir erfahren uns in unserem Werden und Vergehen von Jahr zu Jahr bewusster. Das Altern drängt sich förmlich auf und setzt sich immer mehr in unserem Denken und Handeln fest.

Wir beginnen zu fragen:Was ist unter Alter und Altern zu verstehen? Was ist und was bedeutet es, älter zu werden und schließlich alt zu sein? Lässt sich das Altern beeinflussen oder umgehen? Hat das alles einen Sinn? Können wir das Altern aufhalten oder uns gar auf irgendeine Weise jünger machen?

Antworten auf die Fragen zu finden wird zu einer ganz persönlichen Herausforderung. Stellen wir uns einmal vor, wir wenden ab dem 41. Lebensjahr für unser Lebensverlängerungs- und Anti Aging-Programm über die Lebenszeit von 40 Jahren insgesamt zwei Jahre auf, die uns eine höhere Lebenserwartung von zwei Jahren bringt