Denn gar sehr ist dies der Zustand
eines Philosophen, Verwunderung;
ja es gibt keinen anderen Anfang
der Philosophie als diesen.
Sokrates (469 – 399 v. Chr.)
ALTERN ∙ EINE PHILOSOPHISCHE ANNÄHERUNG
ALTERN ∙ Was macht es philosophisch?
Mit der Erfahrung Mensch zu sein, begeben wir uns auf ein ganz individuelles und zugleich gesellschaftliches Abenteuer. Sobald wir uns des Menschseins bewusst geworden sind, machen wir uns auf die Suche nach uns selbst: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin geht mein Lebensweg? Wo sind mein Platz und Wert in der menschlichen Gemeinschaft bzw. Gesellschaft? Diese Fragen bündeln sich in der Frage nach dem Sinn des Lebens, die sich mit den zunehmenden Lebensjahren in die Frage nach dem Wert und Sinn des Alterns wandelt. Es sind sein Entstehen, Werden und Vergehen, das den Menschen als Mensch begleitet.
Dabei ist sein Altern keineswegs nur biologisch, individuell und im Wesen von seiner Persönlichkeit geprägt. Als Teil einer sozialen Gruppe und Gesellschaft wird sein Altern auch durch sie beeinflusst und umgekehrt.
Sobald wir uns unserer Existenz bewusst geworden sind, bleibt es nicht nur dabei, unser Dasein zu reflektieren. Wir nehmen sehr schnell wahr, dass das eigene Sein eine Geschichte hat. Dieses Narrativ heißtLeben.
Wir lernen, dass dieses Leben in Jahren gezählt werden kann. Jedes Jahr werden wir mit unserem Geburtstag darauf aufmerksam (gemacht), dass sich unser Leben von Jahr zu Jahrverlebt. Wir werden älter. Als Kinder und Jugendliche wächst mit den Jahren der Stolz, wieder ein Jahr älter geworden zu sein. Anerkennung und Wertschätzung, Lebensträume und -ziele beflügeln uns, älter werden zu wollen.
Sehr schnell wachsen zudem auch das Wissen und die Erfahrung, dass das eigene Leben zeitlich begrenzt, mit Sterben und Tod verbunden ist. Sie werden zur Lebensweisheit, die so profund ist, wie das Leben und der Alltag selbst.
Mit den Lebensjahren gewinnt das Nachdenken über das mit ihnen verbundene Altern an Dominanz. Wir erfahren uns in unserem Werden und Vergehen von Jahr zu Jahr bewusster. Das Altern drängt sich förmlich auf und setzt sich immer mehr in unserem Denken und Handeln fest.
Wir beginnen zu fragen:Was ist unter Alter und Altern zu verstehen? Was ist und was bedeutet es, älter zu werden und schließlich alt zu sein? Lässt sich das Altern beeinflussen oder umgehen? Hat das alles einen Sinn? Können wir das Altern aufhalten oder uns gar auf irgendeine Weise jünger machen?
Antworten auf die Fragen zu finden wird zu einer ganz persönlichen Herausforderung. Stellen wir uns einmal vor, wir wenden ab dem 41. Lebensjahr für unser Lebensverlängerungs- und Anti Aging-Programm über die Lebenszeit von 40 Jahren insgesamt zwei Jahre auf, die uns eine höhere Lebenserwartung von zwei Jahren bringt