II. SPIRITUALITÄT
Spiritualität kann für verschiedene Menschen verschiedene Dinge bedeuten. Für einige geht es in erster Linie um die Teilnahme an organisierter Religion. Für andere ist es eine nicht-religiöse Erfahrung, bei der es darum geht, durch privates Gebet, Yoga, Meditation, stille Reflexion oder Zeit in der Natur mit ihrem spirituellen Selbst in Kontakt zu kommen.
Ein Instinkt für Spiritualität scheint im Menschen tief verwurzelt zu sein. Menschen können nicht anders, als große Fragen zu stellen. Forschungen zeigen, dass selbst erklärte Skeptiker das Gefühl nicht unterdrücken können, dass es etwas gibt, das größer ist, als die physische Welt, die sie sehen.
Wenn das Gehirn Sinneserfahrungen verarbeitet, sucht es auf natürliche Weise nach Mustern, und das bewusste Selbst der Menschen sucht oft nach Sinn in diesen Mustern. Dies kann zu dem als"kognitive Dissonanz" bekannten Phänomen führen, das beschreibt, wie man, sobald man an etwas glaubt, stark dazu neigt, alles, was damit in Konflikt steht, wegerklären zu wollen. Kognitive Dissonanz ist nicht nur in der Religion oder Spiritualität anzutreffen, sondern tritt häufig im Zusammenhang mit solchen Überzeugungen auf.
Viele Menschen bezeichnen sich selbst als spirituell, aber nicht als religiös. Mit wenigen Ausnahmen ist der Prozentsatz der Erwachsenen, die sich als religiös identifizieren, in vielen Industrieländern rückläufig, während er in weniger entwickelten Ländern im Allgemeinen hoch bleibt. Es ist sehr gut möglich, dass selbst dann, wenn die Religionszugehörigkeit ab