: Nadine Kerger
: Malibu Love Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641276058
: Be Mine-Reihe
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Isy ist glücklich. In L.A. startet sie ihre Anwaltskarriere, und mit Emma und Nick hat sie dort die besten Freunde, die man sich wünschen kann. Doch dann begegnet sie auf einer Party dem Mann, der ihr vor Jahren das Herz gebrochen hat – Hotelerbe Lucas Mortimer. Um sich abzulenken, lässt sie sich ausgerechnet mit Nicks bestem Freund ein, Bad Boy Connor Knightley. Als am nächsten Tag Fotos der beiden in der Presse auftauchen, schlägt der Surf-Star Isy einen Deal vor: Sie spielen für ein paar Monate ein Paar, denn Connor muss sein wegen Frauengeschichten angeschlagenes Image aufbessern. Es gibt nur eine Regel: Echte Gefühle dürfen nicht ins Spiel kommen ...

Nadine Kergerwurde in Kalifornien geboren und lebt nach Stationen in Paris, Schottland und Mainz mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. Wenn sie nicht gerade in einem Café sitzt und Geschichten schreibt, findet man sie an der Côte d’Azur, wo sie insgeheim Ausschau nach Chris Hemsworth hält.

1.

Die Sonne stand schon tief und tauchte die Hügel von Malibu links und rechts der Straße in ein wunderschönes orangerotes Licht. Der Himmel über mir war von Wolkenschleiern durchzogen und wirkte fast pink. Ich musste mich zwingen, mich auf den kurvenreichen, einspurigen Highway zu konzentrieren, der sich von Thousand Oaks nach Western Malibu hinabschlängelte, und nicht die ganze Zeit nach dem Meer Ausschau zu halten, das immer wieder hinter den Hügelkuppen hervorblitzte. Ich war diese Straße eine halbe Ewigkeit nicht gefahren, konnte mich aber noch genau an die Kurve erinnern, hinter der das Meer ins Blickfeld geriet und dann bis zum Pacific Coast Highway nicht mehr verschwand. Und richtig: eine langgezogene Linkskurve, dann rechts, zwischen mehreren windschiefen Zypressen hindurch, und plötzlich tat sich der Pazifik vor mir auf, unendlich, tiefblau und glitzernd in der Abendsonne.

Der Anblick löste ein freudiges Kribbeln in mir aus, und ich drehte die Musik lauter. Der warme Fahrtwind, der durch die offenen Fenster hereinströmte, zerzauste mir die Haare, während ich den neuesten Song von Coldplay mitsang, der gerade im Radio gespielt wurde.

Von der Abzweigung auf den Highway 1, der von L. A. bis nach Nordkalifornien immer an der Küste entlangführte, war es nur noch eine Meile bis zum El Matador State Beach, wo ich an diesem Abend mit meinen besten Freunden Emma und Nick verabredet war. Auf dem kleinen Parkplatz oberhalb des Strandes fand ich, mit etwas Glück, schnell eine Parklücke für den klapperigen Mazda, den ich mir von meiner Mom geliehen hatte. Schnell zog ich die Chucks aus, mit denen ich gefahren war, und nahm meine nicht wirklich strandtauglichen 14-Zentimeter-Stilettos in die Hand, um barfuß zu der Holztreppe zu laufen, die zum Strand hinunterführte. Auf der obersten Stufe blieb ich einen Moment stehen, den Blick auf das Meer und die untergehende Sonne gerichtet, eine Hand auf dem verwitterten Holzgeländer. Es war nichts zu hören als das Rauschen des anbrandenden Ozeans und das Kreischen der Möwen, die über mir ihre Kreise zogen.

»Willkommen zu Hause, Isy«, murmelte ich und atmete die frische, salzige Meeresluft ein.

Ich spürte, wie sich mein Herz zusammenzog, und es dauerte einen Moment, bis mir klar wurde, was es war. Ich hatte all das in New York vermisst: den Strand, das Meer, die Sonne, die Palmen, die Farben, die Geräusche, die Gerüche. Offenbar, ohne dass ich es selbst gemerkt hatte. Vielleicht war ich einfach zu beschäftigt gewesen? Studieren, lernen, arbeiten, Leute kennenlernen, Partys … Die Stadt New York zog einen in ihren Bann und ließ einen nicht mehr los.

Aber jetzt spürte ich es ganz genau, das warme Glücksgefühl, das mich durchströmte. Es war schön, wieder in Kalifornien zu sein. Nach drei Jahren Studium an derNYU war ich zurück. Und ich würde meine beste Freundin Emma wiedersehen, nach viel zu langer Zeit.

Plötzlich konnte ich es nicht