Ich sah den Berg nicht, auf den ich zuhielt, denn die Nacht war pechschwarz und das sicher vorhandene Licht der vereinzelten Häuser am Hang vermochte den Regen, der nun wieder eingesetzt hatte, nicht zu durchdringen. Langsam aber stetig führte die Straße nach oben. Mir fiel ein, dass ich im selben Alter wie Poggio in die Ewige Stadt gezogen war. Die römische Luft in den breiten Boulevards war weich und süßlich – was bisweilen an den diskret gestapelten Abfalltüten am Straßenrand liegen mochte. Dagegen war mir die Florentiner Luft immer griesig und gleichzeitig schneidend erschienen, sie definierte die Formen der Dinge. In Rom war alles fließend und der römische Dialekt hatte sich der Luft ausgezeichnet angepasst. Die charakteristischen »Ahò«32 und »Bbono«33 kamen den Römern sahnig weich über die Lippen, hinter denen sonst die geliebtenSpaghetti alla Carbonara verschwanden. Rom war eine Verheißung.<