: Elisa Jansen
: Dein heller Schein Philosophischer Roman
: Books on Demand
: 9783753413617
: 1
: CHF 11.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 624
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Anna ist examinierte Krankenschwester. Weil sie die Missstände nicht akzeptieren kann, mit denen sie in ihrem Beruf konfrontiert wird, gibt sie auf und wendet sich anderem zu. Als sie der gerade volljährig gewordenen Lara begegnet, holt sie ihre berufliche Vergangenheit ein und bald steht Anna vor der Herausforderung, mehr als einen Tabubruch begehen oder das eigensinnige Mädchen, wie einst ihre Patienten, im Stich lassen zu müssen. In ihrem Alleingang stünde sie ziemlich verloren, doch Dave, ein Mann aus Afrika, den sie in dieser schwierigen Situation trifft, hilft ihr, die eigene Sicht auf die Dinge nicht zu verlieren und ihrem ureigensten Sinn für Humanität und Gerechtigkeit treu zu bleiben.

Elisa Jansen arbeitete während ihres beruflichen Werdeganges in verschiedenen Krankenhäusern und verfolgt seitdem interessiert den Diskurs über Sterbehilfe, dessen Richtung in Deutschland auf politischer Ebene noch immer wesentlich von einer mehrheitlichen Wunschvorstellung der Bevölkerung abweicht. Um ihrer persönlichen Auffassung von einem würdigen Leben bis hin zum Tod zu einer Stimme zu verhelfen, veröffentlichte sie ihren ersten Roman.

»Schmeiß ich doch mein Studium.« – Damit konnte sie ihre Mutter auf die Palme bringen und Lisa verstand nicht, warum die Frau, der sie schon ihr Leben lang vertraute, nicht die geringste Absicht hegte, in diesem Punkt mit ihr auf einen Nenner zu kommen. Aber sie wusste, dass diese an sich doch sehr debattierfreudige Person ihr absichtlich einen wichtigen Aspekt vorenthielt und für sich auf eine Art Recht behielt, die sie grundlegend verwirrte. Ihrem um zwei Jahre älteren Bruder erging es in dieser Hinsicht um keinen Deut besser, obwohl sie ihrer Mutter mit vereinten Kräften schon erheblich auf die Schliche gekommen waren.

Am Bahnhof knuffelte sie Anna zärtlich. »Tschüß Mama. Ich versteh dich nicht richtig, aber ich weiß, für dich gilt, was du sagst. Ich fang bloß immer wieder davon an, weil ich es eines Tages begreifen will.«

Anna knuffelte und küsste zurück. »Das wirst du. Mach’s gut, mein Schatz.«

Sie sah ihre Tochter in die Bahn steigen und verspürte einen Stolz, der sie durch und durch wärmte. Eines Tages würde sie ihre Mutter durchschauen und selbst entscheiden, wo sie stehen wollte. Und vielleicht gehörte sie einer Generation an, die es schaffte, sich neue Wege zu bahnen. Mit Zielen, die über Profitgier und Größenwahn siegten und wahren Wohlsta