Route BOB 1
Tupiza und der Wein, Salar de Uyuni und das Lithium, Potosí und das Silber, Sucre Haupt- und Modestadt
Bolivien, ein facettenreiches Land, ein plurinationaler Staat, ein landschaftlich wirklich schönes Land.
All das wussten wir. Aber Bolivien sollte auch ein gefährliches, unsicheres Land sein, die Menschen sollten verschlossen sein.
Das dachten wir. Wir wurden eines Besseren belehrt.
Bolivianer sind keineswegs cerrado, verschlossen.
Wir sind mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen, sei es im Taxi, im Hotel, im Restaurant, in den Comedores der Markthallen, auf der Parkbank, bei einem Friseurbesuch, beim Schuhputzservice oder wenn es um Möglichkeiten für Investitionen ging.
Bolivianer äußern offen ihre politische Meinung und sind demonstrations freudig, sei es für bessere Schulkost, Schulcomputer für die Kinder, gegen Korruption im Amt (Wahlgesetzänderung zugunsten Amtsinhaber) oder auch für Großprojekte: Wir wollen unseren Zugang zum Pazifik wiederhaben.
Lässt man die eigentlich überall auf der Welt nötige Vorsicht walten, ist Bolivien ein sicheres Reiseland. Und die hygienischen Verhältnisse sind keinesfalls desaströs, wie oftmals suggeriert wird.
Von Asunción kommt man mit dem Flugzeug in 1,5 Stunden für ca. 150 Euro oder in 14 Stunden mit dem Bus für etwa 50 Euro bzw. eigenem Auto nach Salta (Argentinien) und von dort aus mit Bus oder eigenem Auto weiter. Mietwagen machen keinen Sinn, weil sie die Grenzen nicht überqueren dürfen.
Und die Fahrt nach Bolivien verlangt gesundheitsbewussten Menschen zur Vermeidung der Höhenkrankheit etwas Zeit ab. Man sollte dem Körper Gelegenheit geben, sich mehrere Tage an 2.500 Meter und dann in jeweils weiteren 500 Meter Höhenschritten zu akklimatisieren.
Wir haben die Grenze La Quiaca (Argentinien) - Villazon (Bolivien) zu Fuß überquert, denn eine direkte grenzüberschreitende Busverbindung gibt es nicht. Es ist ein beschaulicher Grenzübergang, der ohne Kontrollen auch von Pendlern und ambulanten Händlern sowie Tagestouristen genutzt wird.
Per Taxi geht es zum neuen Busbahnhof.
Online - Buchungen sind in Bolivien nicht üblich, da der einheimische Kunde dies nicht kennt bzw. fordert. Auch Informationen zu Fahrplänen findet man kaum. Trotzdem ist die Weiterfahrt kein Problem. Das Transportsystem funktioniert.
Mehrmals täglich fahren Busse über eine landschaftlich wunderschöne gut ausgebaute Asphaltstraße nach Tupiza.
und liegt auf einer Höhe von 2.850 Metern. Auf die Frage, ob es eine Touristeninformation gibt, werden wir an die Stadtverwaltung, die Municipalidad, verwiesen. Im obersten Stockwerk finden wir schließlich die Tourismusabteilung und werden an einen freundlichen Herrn weitergereicht, der etwas irritiert zwei ältere Prospekte aus einer Schublade hervorzaubert. Er überlässt sie uns nur ungern.
Tupiza ist überschaubar
Obwohl Tupiza schon als Einfallstor für Touren zum Salzsee Salar de Uyuni zählt, vermissen wir offizielles Informationsmaterial. Agenturen, die Touren zum Salar verkaufen, gibt es zur Genüge, aber auch sie verfügen nur über wenig Anschauungsmaterial.
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