Psychohygiene
Was ich mit Psychohygiene meine, erkläre ich gerne an diesem Beispiel. Wenn du Zahnschmerzen hast, gehst du zum Zahnarzt. Der repariert dir das und erst einmal tut es nicht mehr so weh. Er gibt dir dann noch eine Spezialzahncreme und eine Spezialzahnbürste mit, mit der du dir die Zähne putzen sollst. Damit gehst du nach Hause, putzt dir einmal mit dieser Spezialzahnbürste und Spezialzahncreme die Zähne und damit ist es für immer getan, Zähne heil. Diesen Ausgang der Geschichte glaubt wahrscheinlich niemand. Sondern eher folgenden: Deine Aufgabe ist es dann, jeden Tag mit dieser Spezialzahnbürste und der Spezialzahncreme die Zähne zu putzen. Wenn du es nicht tust, hast du irgendwann wieder Zahnschmerzen.
Was ist die Moral von der Geschichte? Dreimal darfst du raten: mit der Psyche, mit unserer Seele, ist es genau das Gleiche. Wir duschen uns jeden Tag. Wir putzen uns die Zähne jeden Tag. Für den Körper tun wir immer etwas. Wir benutzen Deo, teure Cremes, Spezialhaarspülungen und so weiter und so fort. Dafür nehmen wir uns Zeit. Für unsere Psychohygiene aber, dafür haben wir keine Zeit. Ich habe keine Zeit, ich habe keine Zeit. Das ist wahrscheinlich eines der am weitesten verbreiteten Mantras bei uns in Europa. Ich habe keine Zeit - das ist eine Lüge.
Jeder von uns hat 24 Stunden pro Tag an Zeit zur Verfügung. Was du mit dieser Zeit machst, ob du sie mit Fernsehen verbringst oder mit Lesen, mit Arbeiten, mit Schlafen und so weiter, ist deine Entscheidung. Oder ob du dir sagst, okay, ich nehme mir einfach aus diesen 24 Stunden ein kleines bisschen Zeit heraus, um mich um den wichtigsten Menschen in meinem Leben zu kümmern: um mich. Nur ein bisschen von meiner Zeit. Denn um alles andere kümmern wir uns. Was so auf Facebook steht, was an Klatsch und Tratsch so abgeht, dafür interessieren wir uns. Aber für mich selbst - da muss ich nichts tun. Was passiert wohl, wenn du nichts für dich tust? Es wird sich in deinem Leben nichts ändern.
Schritt für Schritt in dein neues Leben
Mit Hilfe des I Love Me Prinzips kannst du dein Leben komplett verändern, auch wenn du mit kleinen Schritten anfängst. Das Gute ist, du wirst sowieso damit anfangen, weil du beim Lesen dieses Buches so viele Erkenntnisse haben wirst, dass es gar nicht mehr anders geht. Du wirst dich dann richtig darum bemühen müssen, gewisse Dinge einfach nicht mehr zu erkennen. Was du jedoch letztendlich mit diesen Erkenntnissen machst, ist wiederum deine Entscheidung. Ein bisschen Disziplin braucht man schon dazu. Wenn du an die praktische Umsetzung denkst, bekommst du vielleicht Angst und sagst:"Oh Gott, schaffe ich das? Kriege ich das hin? Puh, das ist schon ein Riesenschritt. Eine komplette Veränderung - kriege ich das wirklich hin? Ich habe das schließlich schon einmal probiert, habe Yoga-Kurse gemacht und dann zunächst angefangen jeden Tag zwei Stunden Yoga zu üben. Das habe ich eine Woche lang durchgehalten. In der zweiten Woche habe ich noch Montag und Mittwoch etwas gemacht. Freitag wollte ich, habe aber doch keine Zeit gehabt, und die dritte Woche war schon alles vorbei. Das funktioniert bei mir nicht. Ich weiß das, ich habe das schon probiert."
Das stimmt schon, es ist eine riesengroße Herausforderung, es ist ein riesengroßer Schritt, was