Britannien im Jahr 498
Starker Rauch quoll über den Hügel und kündigte von einem dahinter verborgenen Unheil, dem sie instinktiv aus dem Weg zu gehen versuchte. Sie sah sich hastig um, doch nur eine karge Baumgruppe im schon lichten Laub eines kühlen, stürmischen Spätsommertages bot dürftigen Schutz. Leicht drückte sie die Fersen in die Flanken ihres schwarzen Hengstes und trieb ihn zur Eile. In der Ferne vernahm sie das johlende Geschrei kriegerischer Horden und das Dröhnen sich nähernder Pferdehufe. Isa fürchtete sich nicht, doch ihr vor Erregung heftig pochendes Herz enthob sie der öden Gleichgültigkeit, in der sie seit Tagen Meile um Meile dahingeritten war. Sie war sich nicht im Klaren über ihr Ziel, aber mit Sicherheit hatte sie sich nicht auf den Weg gemacht, um räuberischen Sachsen in die Hände zu fallen.
Der Lärm hinter dem Hügel schwoll an. Sie erreichte den Hain in dem Augenblick, als sich erste Reiter auf seiner Kuppe zeigten. Isa sprang vom Rücken des riesigen Hengstes und riss ihn in der gleichen Bewegung zu Boden. Protestierend bäumte sich das Tier in seiner Überraschung auf, blieb dann aber ruhig liegen.
„Still, Maximus“, flüsterte Isa. „Wir ruhen uns nur ein wenig aus.“
Mit geduldiger Hand kraulte sie den Hengst zwischen den Ohren und sprach mit beruhigender Stimme auf ihn ein. E