2. Familie, Freund*innen, Freizeit – soziale Selbstfürsorge
Beginnen Sie hier, wenn …
Beginnen Sie mit sozialer Selbstfürsorge, wenn Sie vorhaben:
- die Qualität Ihrer Beziehungen zu verbessern.
- neuen Schwung in Ihr Sozialleben zu bringen.
- Freizeit mit Leuten und Aktivitäten zu verbringen, die Ihnen neue Energie verleihen.
- mehr Zeit für Erholung und Spaß zu finden.
- sich mit Hobbys zu beschäftigen, die Ihnen Freude und Erfüllung bieten und Ihre Gesundheit im Allgemeinen fördern.
2.1 Ihre sozialen Bedürfnisse
Wir Menschen sind auf Gemeinschaft programmiert. Vom ersten Atemzug an sind wir darauf aus, mit anderen zu kommunizieren und Beziehungen aufzubauen. Zwar sind unsere körperlichen Fähigkeiten bei der Geburt noch stark eingeschränkt, aber gerade deshalb sind wir bereits als Kleinkinder mit hoch entwickelter sozialer Intelligenz ausgestattet. Sie ermöglicht es, uns zu verständigen, Zeichen zu deuten und unser Verhalten so zu gestalten, dass uns die grundlegende Versorgung mit Essen, Kleidung, Zugehörigkeit und Schutz sicher ist. Wenn wir heranwachsen und unabhängiger werden, kann unser Bedürfnis nach gesellschaftlichen Beziehungen wegen anderer Anforderungen des Erwachsenenlebens zu kurz kommen. Unser Alltag füllt sich mit Arbeit, Rechnungen und Verpflichtungen in der Familie und wir finden immer weniger Zeit für soziale Selbstfürsorge.
Definieren können wir soziale Selbstfürsorge als die Pflege unseres Bedürfnisses nach menschlichem Miteinander. Dazu gehört, uns um bestehende Beziehungen und Freundschaften zu kümmern, neue Kontakte zu knüpfen und in unseren Beziehungen Grenzen zu setzen, um sie gesund zu halten. Soziale Selbstfürsorge ist wichtig, da sie sich positiv auf unser Zugehörigkeits- und Verbundenheitsgefühl auswirkt. Die angeborene menschliche Sehnsucht nach einemZugehörigkeitsgefühl erfüllt sich darin, als Mitglied einer Gruppe anerkannt zu werden (zum Beispiel in der Familie, dem Freundes- und Kolleg*innenkreis und / oder bei organisierten Gruppenaktivitäten wie Mannschaftssport, Kursen oder Kartenspielrunden) oder sich als Teil von etwas Größerem zu fühlen (zum Beispiel durch Ehrenämter, Beiträge oder Arbeit für einen guten Zweck und humanitäre Tätigkeiten). Dassoziale Verbundenheitsgefühl drückt aus, wie nah wir uns anderen Menschen fühlen.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass soziales Miteinander förderlich für unsere geistige Gesundheit ist. Ein Mangel an zwischenmenschlichen Beziehungen hingegen wird mit schwächerer Gesundheit, erhöhtem Stress sowie Depression, Einsamkeits-, Angst- und Schuldgefühlen in Verbindung gebracht. Soziale Selbstfürsorge durch häufigen Kontakt zu Freund*innen, Familienunternehmungen, Hobbys und organisierte Gruppenaktivitäten erhöht somit unsere Chancen auf Gesundheit, Glück und Ausgeglichenheit.
Was wünschen Sie sich von Ihrem Sozialleben?
Ein entscheidender erster Schritt für die Verbesserung Ihrer sozialen Selbstfürsorge ist es, sich eine persönliche Vision zu schaffen. Damit meine ich, in einem Satz zu formulieren, wie Sie Ihr Leben mit anderen Menschen gerne sehen würden. Sobald Sie sich darüber klar