: Jürgen Vortmann
: Hans Breitensträter Boxer und Sportstar der 1920er Jahre
: Books on Demand
: 9783752601787
: 1
: CHF 8.80
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 342
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Weimarer Republik stand an ihrem Anfang unter den Folgen des Ersten Weltkriegs. Die Bevölkerung sehnte sich nach Abwechselung. Der Sport und die Bars standen dabei im Mittelpunkt. Der erste große Sportstar der Weimarer Republik wurde der aus Magdeburg stammende Boxer Hans Breitensträter, der schon vor seiner Karriere ein bewegtes Leben hatte. Der"blonde" Hans wurde der Liebling der Massen und ein gern gesehenes Mitglied der High Society der Weimarer Republik. Der deutsche Meister im Schwergewichtsboxen war der Vorgänger Max Schmelings, mit dem er, der ältere Breitensträter, sehr befreundet war. Viele namhafte Künstler huldigten ihm. Er wurde in Bildern und Skulpturen verewigt.

Jürgen Vortmann, von Beruf Rechtsanwalt, hat eine Vielzahl von juristischen Fachbüchern und historischen Büchern geschrieben. Darüber hinaus hat er in verschiedenen Werken Kurzbiographien verfasst, u.a. für die Neue Deutsche Biographie. Er legte hier seine erste vollständige Biographie vor, die das Leben einer der schillerndsten Personen der Weimarer Republik spannend schildert. Dabei wird nicht nur die Person"Breitensträter&qu t; beschrieben, sondern auch die Zeit, in der er lebte.

Der Durchbruch


Der 23. April 1920 war ein bedeutender Tag in der deutschen Boxgeschichte. Irgendwo im regnerischen Berlin traf Hans Breitensträter, der von allen nur der „blonde Hans“ genannt wurde, an diesem Tag die letzten Vorbereitungen für seinen wichtigen Boxkampf gegen den Hamburger Otto Flint, den ersten inoffiziellen Deutschen Meister im Schwergewicht. Er hatte mit Flint noch eine Rechnung offen. Der junge Breitensträter, der am Anfang seiner Karriere als Profiboxer stand, trat erneut gegen Flint an, der ihn sechs Monate zuvor nach 15 Runden nach Punkten besiegt hatte.

Breitensträter hatte sich akribisch vorbereitet. Im Sparringstraining absolvierte er Runde um Runde. Seine Sparringsgegner spürten in jeder Phase der Runden, dass er einen unbändigen Siegeswillen hatte. Der Sandsack wurde malträtiert. Das Springseil flog nur so durch die Luft. Er wirkte deutlich muskulöser als beim ersten Kampf.

Hans Breitensträter war bis in die Haarspitzen motiviert. Seine Gedanken kreisten seit Wochen nur um diesen Kampf. Er wollte die Chance seines Lebens unbedingt nutzen. Für Breitensträter stand viel auf dem Spiel. Er wollte erstmals die Krone im deutschen Schwergewicht erringen. Der Fortgang seiner noch jungen Boxkarriere hing von diesem einen Abend ab. Breitensträter hatte hart trainiert und – wie er selbst in seinen Erinnerungen schrieb – allein acht Tage an der Taktik gefeilt, mit der er Flint besiegen