: Anton Erhart
: Abenteuer Abstinenz
: Books on Demand
: 9783753431093
: 1
: CHF 3.10
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 112
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
U ter Abstinenz verstehen die meisten Menschen eine Enthaltsamkeit vom Alkohol, mehr nicht. So dachte ich vor 25 Jahren auch noch, als mir die Notwendigkeit eines Lebens ohne Alkohol bewusst wurde. Dass sich hinter diesem Begriff viel mehr verbergen kann, habe ich für mich im Laufe der Jahre lernen dürfen. Leben neu erfahren, die Perspektive wechseln, den Blickwinkel verändern, Vertrauen zurückgewinnen, sich selbst entdecken und noch vieles mehr kann Abstinenz sein. Komm - ich nehme Dich mit in mein Leben und meine Gedankenwelt, lasse Dich teilhaben an meiner Lebensphilosophie, die es mir ermöglicht entspannt ohne Alkohol und Nikotin zu leben. Nutze Du meine Erfahrungen und Sichtweisen, damit dieses Mysterium Abstinenz für Dich nicht weiter nebulös und schleierhaft bleibt. Begreife, dass ein Leben ohne Suchtmittel etwas Gewinnbringendes und Lohnendes ist. Nehme Abschied vom Irrglauben des Verzichts und folge mir in meine abstinente Welt.

Mein Name ist Anton Erhart, 1964 in Süddeutschland geboren und aufgewachsen. Seit 1996 bin ich trockener Alkoholiker und 2004 konnte ich auch das Rauchen hinter mir lassen. Zwei Jahre später veröffentlichte ich meine ersten beiden Taschenbücher und 2008 begann ich Vorträge über meine Sucht an Schulen zu halten. Im gleichen Jahr absolvierte ich meine erste Suchthelferausbildung. 2010 begann ich hauptberuflich Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen ambulant zu betreuen und seit 2012 bin ich ehrenamtlicher Mitarbeiter der örtlichen Fachstelle für Sucht und Suchtprävention. Dort leite und moderiere ich die so genannte Motivationsgruppe. In unregelmäßigen Abständen schreibe ich über meine Erfahrungen mit Sucht und Erlebnisse mit der Abstinenz. Daraus entstehen dann nach und nach die Taschenbücher. Schreiben als 2. Therapie könnte man es nennen. Anhand einfacher Erklärungen mache ich Abhängigkeit und ein Leben ohne Suchtmittel verständlich.

Wege entstehen dadurch,
dass man sie geht


Ein Abenteuer habe ich nicht erwartet, als ich am 08.Oktober 1996 von meinem Suchtberater zur Fachklinik in Salzgitter-Ringelheim gefahren wurde. Dennoch war ich sehr aufgeregt, wusste ich doch nicht, was mich dort erwartet. Niemand konnte mir im Vorfeld schlüssig und klar erklären, was dort stattfindet. Weder die Bekannten, die schon mal eine Therapie gemacht haben, noch der Suchtberater selbst. Irgendwie bekam ich von niemandem die Antworten, die ich haben wollte. Vielleicht fragte ich aber auch nur die falschen Fragen.

Meine Erwartungen gingen dahin, dass dort, irgendwo in einer Schublade, die 10 Gebote für ein Leben ohne Alkohol lagen und ich diese nur auswendig lernen und befolgen musste. Mein Leben irgendwie so weiterführen, nur ohne Alkohol. Irgendwie so müsse es doch gehen, dachte ich.

Klarheit war das was mir fehlte und die ich fast bis Ende der Therapie auch nicht bekam. Erst im letzten Drittel der 19-wöchigen »Entwöhnungsbehandlung« wurde klarer, was »Ich« wollte. Dort, in geschütztem Rahmen, erarbeitete ich mir bestimmte Grundsätze für mein Leben nach dem Alkohol. Dieser Veränderungsprozess war spannend und ich entdeckte mich neu. Ein Ich, welches vergraben, verschüttet und unentdeckt war bis dahin. Eine Seite, oder mehrere Seiten meiner Persönlichkeit, welche ich bis dahin so nicht gelebt habe, weil nicht wahrgenommen in mir schlummerte.

Meine Grundhaltung am Ende der Therapie war klar: Mein Leben wird nur ohne Alkohol nach meinen Vorstellungen gelingen. Ich bin nicht mehr bereit die Konsequenzen des Trinkens zu tragen. Ich verliere nichts, indem ich nicht mehr trinke. Denn: Ich kann nicht verlieren, was ich nicht mehr besitze. Nämlich die Fähigkeit vernünftig mit Alkohol umgehen zu können. Diese habe ich nie besessen oder ich habe mir diese Fähigkeit versoffen. Ich möchte auf meine Gefühle und Bedürfnisse achten und auch danach leben. Als Sicherheit für die Zeit nach der Therapie, habe ich noch eine »Nachsorge« durch die Suchtberatung vor Ort beantragt, um das erste halbe Jahr im neuen Leben nicht ohne professionelle Begleitung zu starten. Mir war bewusst, dass ich am Anfang von etwas stehe und nicht mit Beendigung meiner Therapie schon fertig war und etwas erreicht hatte. Bis dahin war alles nur in meinem Kopf, auch ein wenig