Das Großraum-Abteil der zweiten Klasse im Zug von Oldenburg nach Emden war fast leer. Nur vereinzelt saßen Berufspendler auf den unbequemen Sitzen und lasen die Tageszeitung. Morgens um sieben Uhr waren noch keine Touristen in den Zügen zu finden. Die Kommissarin, Josefine Herbst und ihre Assistentin, Jule Janssen, fuhren zu einem Außeneinsatz. Seit sie sich im Zug gegenübersaßen, hatten sie, bis auf den Gruß zum Guten Morgen, wenig miteinander gesprochen. Beide waren noch müde. Josefine Herbst betrachtete ihre Mitarbeiterin, während diese auf dem kleinen Tischchen ein Käsebrötchen und eine Thermoskanne mit Kaffee für das Frühstück abstellte. Sie mochte Jule Janssen, obwohl ihre ältere Kollegin eher wortkarg und wenig mitteilsam war. Wie immer war Jule Janssen komplett in grau und in keiner Weise modisch gekleidet. Die dazu p