Meine Gedanken und Gefühle fuhren Karussell. Je länger ich versuchte, nicht über Nick nachzudenken, desto intensiver wurden sie. Wir hatten uns damals auf einer Uni-Party kennengelernt und einen ziemlich schlechten One-Night-Stand miteinander verbracht. Es war mein erster gewesen, im Gegensatz zu meinen sprunghaften Freundinnen. Nick und ich waren betrunken und er hat-te keine Ahnung mehr, wo er die Kondome versteckt hatte. Letztendlich zog ich eines aus der Tasche und bereute es bitterlich, denn er schlief während des ziemlich lahmen Sexes ein. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, ehe ich den Klotz von mir runterbekommen hatte. Wenn ich so im Nachhinein darüber nachdachte, fragte ich mich, warum ich nicht sofort das Weite gesucht hatte. So wäre mir eine Menge Kummer erspart geblieben.
Am nächsten Morgen hatten wir uns am Frühstückstisch getroffen, lachten über unseren Patzer und kamen ins Gespräch. Nick war klug, halbwegs attraktiv und freundlich. Es hatte vom ersten nüchternen Moment an zwischen uns gepasst und ich war viel zu bequem gewesen, um infrage zu stellen, ob eine Beziehung mit einem Dauerstudenten das Richtige für mich war. Er lieb-te Partys, Musik und Frauen, doch er wollte einen ruhigeren Lebensstil für sich ausprobieren. Ich war es leid, weiterhin Single zu sein, und packte die Gelegenheit beim Schopf. So beschlossen wir, es zu versuchen und zu sehen, was aus uns wurde.
Das funktionierte so lange, bis er plötzlich Heißhunger auf Sahne bekam. Ich wäre nicht abgeneigt gewesen, wenn er mich gefragt hätte, aber meine Cousine schien entweder Nippel mit Erdbeergeschmack zu haben oder er bevorzugte kleinere Brüste für seine Nasch-orgien. Er würde schon noch sehen, was er davon hatte, wenn er aufging wie ein Muffin.
»Zum wievielten Mal liest du diesen Schund jetzt schon?«, unterbrach Lucy meine Gedanken. Sie nahm mir das Buch aus der Hand, das ich in den letzten Minuten nur angestarrt, statt gelesen hatte.
»Hey, gib’s zurück! Edward hat Bella gerade im Wald stehen lassen!« Ich beugte mich zu Lucy, dem Biest, rüber, kam jedoch nicht an meine zerlesene Ausgabe von New Moon heran.
»Ja, und? Du weißt doch genau, dass die stylische Hellseherin mit Miss Open Mouth nach Volterra reisen wird, um Mister Sparkle vor der öffentlichen Entblößung zu retten.«
»Hör auf zu spoilern.« Bockig rümpfte ich die Nase und erhob mich von meiner Strandmatte. »Ich mag das Buch. Es … hilft mir.«
»Bei was? Dich an den Schwachmaten zu erinnern? Du kannst nicht leugnen, dass eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Edward und Nick besteht. Ich habe nie verstanden, was du an dem findest.«
Manchmal hasste ich meine beste Freundin für ihr loses Mundwerk. Sie wusste nie, wann es besser war, zu schweigen. »Sprich weiter und ich werde den nächsten Flieger in Richtung London nehmen«, knurrte ich und schaute sie böse an.
»Jetzt gib ihr schon ihren Depri-Vampir zurück. Sonst