: Melissa Jahn
: Rosa - Ein Sommer in Cornwall Ein Rosamunde-Pilcher-Roman
: Piper Verlag
: 9783492987851
: 1
: CHF 5.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 388
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein stimmungsvoller Generationenroman um eine ehrgeizige Journalistin und eine lebenskluge Bestsellerautorin vor der Kulisse Cornwalls »Keine Zeit für Vorwürfe. Lieber durchatmen und von den Gedanken ablenken, die ungefragt auf sie einstürmen. Weitermachen, bevor sie sich selbst in Frage stellen kann.«  Obwohl Leona sich geschworen hatte, nie wieder einen Fuß nach Cornwall zu setzen, lässt ihr Job ihr keine andere Wahl: Sie soll Rosa Chiprel interviewen, eine 90 Jahre alte Bestsellerautorin, die mit ihren Werken Millionen von Lesern erreicht hat. In der idyllischen Umgebung taucht Leona immer tiefer in die Geschichte der alten Dame ein. Doch dabei wird sie auch mit ihrer eigenen schmerzhaften Vergangenheit konfrontiert und trifft ihre große Liebe Fil wieder. Eine folgenschwere Entscheidung steht ihr bevor. »Den Leser erwartet ein locker, leicht und flüssig geschriebener Roman, der turbulent, spannend und voller Emotionen ist.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Mein Kopfkino sprang sofort an und durch ihren bildhaften Schreibstil sah ich alles ganz genau. Ich kann euch das Buch wirklich empfehlen. Holt euch das Buch, denn sonst versäumt ihr was Schönes.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »?Rosa-Ein Sommer in Cornwall? gewährt vor malerischer Kulisse nicht nur einen interessanten Einblick in das Leben einer alten Dame, sondern unterhält recht kurzweilig auch mit Liebe, Vergangenheitsbewältigung und einigen anderen Problemen. Verdiente Empfehlung für eine gefühlvolle Geschichte und ein gelungenes Debüt.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Der Roman spielt im wunderbaren Cornwall. Die Orte und die Landschaft sind wunderbar bildlich beschrieben. Ein Muss für alle Rosamunder Pilcher Fans.« ((Leserstimme auf Netgalley))

Die Leidenschaft fürs Schreiben begleitet Melissa Jahn, Jahrgang 1983, schon ein Leben lang. Mit ihrem Debüt-Roman »Rosa - Ein Sommer in Cornwall« erfüllte sich die studierte Kulturwirtin und freie Journalistin ihren großen Traum. In »Die kleine Nähstübe in der Normandie« werden ihre Leser:innen in die wunderschöne Normandie und die farbenfrohe Welt der Stoffe entführt. Melissa Jahn, die selbst gern näht, lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und einem Hund in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hamburg.

Kapitel 2


»Dort. Das muss es sein.« Leona deutet so hektisch auf eine Ansammlung schmuckloser Reihenhäuser, dass Wren nahezu eine Vollbremsung hinlegt. Er wirft einen kurzen Blick in den Rückspiegel, lenkt den Firmensmart in eine der zahlreichen Parklücken am Straßenrand und stellt den Motor aus. Der Vorort sieht verschlafen aus, außer ihnen ist niemand auf den Straßen unterwegs. Leona verzieht beim Anblick der winzigen Grundstücke abschätzig den Mund. Müllunterstände in Ockergelb, schnurgerade Betonplattenwege, die Rasenplätze zum Nachbarn hin mit anthrazitfarbenen Stahlzäunen abgegrenzt.

»Trostlos«, fasst Wren die Umgebung mit nur einem Wort zusammen. »Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?«

»Ich erkenne das Haus von einem der Fotos wieder. Kaum zu glauben, dass er mal einen Millionenvertrag hatte, oder?« Neugierig schaut sie sich nach allen Seiten um, speichert möglichst viele Eindrücke ab, um sie später im Büro in Worte zu fassen. Ein einfaches Stilmittel, das ihren Lesern das Gefühl geben wird, bei dem Interview dabei gewesen zu sein.

»Schwer vorstellbar, dass er so tief gesunken sein soll.« Wren streckt sich ausgiebig von der langen Fahrt und lässt seine Fingerknöchel knacken. »Paul Naumann – vom Star-Kicker zum mittellosen Landei. Klingt nach einer heißen Story, findest du nicht?«

»Das finden wir nur raus, wenn wir jetzt aussteigen. Kommst du?«

Bevor er etwas entgegnen kann, öffnet sie schwungvoll die Beifahrertür und springt aus dem Auto. Der kühle Wind verstärkt das dumpfe Pochen hinter ihren Schläfen, das sie bereits seit den frühen Morgenstunden quält. Den Mantelkragen bis zum Kinn hochgeklappt, sieht sie ihren Kollegen auffordernd an, wirft, als er nicht reagiert, einen wiederholten Blick auf die Armbanduhr und öffnet eine Dose Cremerouge. Sie weiß, dass er die Fotos später im Büro mit Photoshop überarbeiten wird, dennoch zupft sie ihre Haarsträhnen zurecht und tupft noch einen Hauch Farbe auf Wangen und Lippen.

»Die Infos sind zuverlässig«, sagt sie, verstaut ihre Schminkutensilien in der Tasche und hält Wren auffordernd seine Ausrüstung hin. »Vertrau mir! Mein Informant hat mir eine Exklusivgeschichte versprochen. Du wirst schon sehen.«

»Wie lang ist es her, dass Naumann von der Bildfläche verschwunden ist? Ein Jahr?« Wren schlägt die Tür zu und kommt auf sie zu. »Ich kann mich noch genau an die Schlagzeilen von damals erinnern. Er ist einfach aus dem laufenden Geschäft ausgestiegen.Das Ausnahmetalent der Nationalmannschaft.«

»Vielleicht war der Druck zu hoch«, mutmaßt Leona. »Die Gründe hat er nie öffentlich gemacht.«

»Ich habe ihn mir mit seinen Millionen immer auf den Bahamas vorgestellt. Doch stattdessen …«

»Ist er ganz unten angekommen. Unglaublich, aber scheinbar wahr!« Sie pustet sich eine Haarsträhne aus der Stirn und sieht erneut zum Haus. »Er soll die letzten Monate tatsächlich im Ausland gelebt haben. Aber jetzt scheint er wieder da zu sein. Ein Nachbar hat ihn auf der Straße erkannt. Offenbar wollte seine Familie die Rückkehr so lange wie möglich geheim halten.«

»Was du gekonnt zu ignorieren weißt.« Er hebt eine Braue und fixiert sie so lange mit seinem kritischen Blick, bis sie sich von ihm abwendet.

»Ohne meine Neugier wäre ich niemals an die Geschichte gekommen!Mich hat der Nachbar angeschrieben, keinen unserer ach so klugen Kollegen. Siehst du den Aufmacher vor dir? Damit schaffen wir es mindestens auf Seite zwei. Nicht länger Lokalresort, wie klingt das?«

»Einfach perfekt! Dein Vater wird stolz auf dich sein!«

Sie rollt mit den Augen und schnalzt ungeduldig mit der Zunge. »Der weiß zum Glück nichts von unserem Trip. Von ihm hätten wir diesen Auftrag nie bekommen. Aber ich bin so weit, Wren. Das spüre ich.«

Statt einer Antwort verschränkt Wren die Arme vor der Brust. Zustimmung sieht anders aus, auch wenn ihm dieser finstere Blick ausgesprochen gut steht. Braune Locken, Dreitagebart, einhundert Prozent Bradley-Cooper-Verschnitt – nur leider nicht im Geringsten am weiblichen Geschlecht interessiert. Was für eine Verschwendung! Leona starrt ihn einen Moment düster an, wendet sich dann ab und zieht ein Tütchen mit Schmerzmittel aus der Tasche. Das weiße Pulver hinterlässt eine bittere Spur auf ihren Geschmacksknospen, wird jedoch hoffentlich gegen den wummernden Schmerz helfen, der unverwandt hinter ihren Schläfen klopft und immer schlimmer wird. Eher widerwillig schluckt sie, bevor sie entschlossen auf das Gartentor zusteuert. Heute darf sie sich nicht ablenken lassen. Nicht, bevor sie das Interview erfolgreich hinter sich gebracht haben.

»Wenn du dieses Zeug