: Manuela Sanne
: Aus der Puste Kriminalroman. Humorvolle Cosy-Crime
: between Pages by Piper
: 9783492987806
: Ein Fall für Rosa Fink
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 180
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Humorvoller Cosy Crime mit einer resoluten Hobbydetektivin und Katzennärrin zwischen Wuppertal und Wattenmeer. Der zweite schräge Fall für Rosa Fink! »?Die laufen Marathon. Wie kann man sich so etwas nur freiwillig antun??, rätselte Rosa. Sebi beging den Fehler, etwas zu lange zum Friesentisch zu schauen. Der unverschämte Läufer bemerkte seinen Blick prompt und schwenkte einladend das Bierglas. ?Rosa und Sebi, denn man tau. Kommt rüber!?« Ausgerechnet das Lieblingskleid passt nicht mehr! Darum ist Rosa im Urlaub am Jadebusen jedes Mittel recht, um den Kilos zu Leibe zu rücken. In nicht ganz nüchternem Zustand wettet sie, fit für einen Halbmarathon zu werden, denn Laufen macht schlank. Das verspricht jedenfalls der friesische Ultraläufer Oliver Dauer, der sich flugs als persönlicher Trainer anbietet. Außerdem flirtet er sehr zum Missfallen von Sebi ganz ungeniert mit Rosa - und nebenbei mit einigen anderen Frauen. Als der charmante Friese nur eine Woche später beim 24-Stunden-Lauf tot umfällt, zweifelt Rosa an einem natürlichen Todesfall - und da ist sie nicht die Einzige. Steckt etwas anderes dahinter? Vielleicht sogar Eifersucht? Rosa geht der Sache auf den Grund und auch Sebi muss ran, ob er will oder nicht. »Diese locker-leicht geschriebene, humorvolle und spannende Lektüre bietet angenehme Unterhaltung für zwischendurch.« ((Leserstimme auf Netgalley))

Manuela Sanne wuchs in Höxter an der Weser auf. Sie lebt mit Kind, Kegel und zwei Katern in Wuppertal. Dort arbeitete sie 30 Jahre als Buchhändlerin, bevor sie mit dem Schreiben begann. Nach Kinderbüchern und Liebesromanen (Viola Sanden) verbindet sie nun als Autorin humorvoller Nordsee-Krimis drei große Leidenschaften: Schreiben, Katzen - und die Nordseeküste als liebstes Urlaubsziel.

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Metamorphosen


 

»Willst du wohl zugehen!«

Rosa Fink verpasste ihrem neuen Koffer einen Fußtritt, obwohl der keine Abhilfe schaffte. Angeblich war dieses Modell handlich, aber dennoch für einen dreiwöchigen Urlaub mehr als ausreichend. Mit diesen Worten hatte ihr ein Verkäufer im Brustton der Überzeugung das Ding empfohlen. Aber was wusste der schon! Es ging hier nicht um irgendeinen Urlaub, sondern um einen besonderen. Betört durch den gemeinsam gelösten Katzenfall hatte Rosa Ende Mai Sebis Heiratsantrag endlich angenommen. Nach acht Ablehnungen in den Vorjahren war die Neuauflage ihrer Hochzeit nun beschlossene Sache. Morgen würden sie gemeinsam nach Dangast reisen und dort noch einmal den Bund fürs Leben schließen. Doch sie hatte eine nicht verhandelbare Bedingung gestellt:diesmal keine Verwandtschaft. Ihr zukünftiger Ex war sofort einverstanden gewesen, was mit den traumatischen Erfahrungen bei ihrer ersten Hochzeit vor achtzehn Jahren zusammenhing. Die Vermählung mit Sebastian alias Sebi hatte damals im engsten Familienkreis stattgefunden.

Leider hegten Waltraud und Heinrich Fink, Sebis politisch konservative, erzkatholische Eltern und ihre Eltern Klaus und Renate keinerlei Sympathie füreinander. Ihr Vater war überzeugter Atheist mit starkem Linksdrall – und wer ihn kannte, wusste, dass er gern provozierte. In dem Wuppertaler Restaurant, in dem sie einen Raum für das Mittagessen mit anschließendem Kaffeetrinken reserviert hatten, nahm das Unheil seinen Lauf. Als Sebis Mutter Waltraud ihr Bedauern darüber kundtat, dass dieKinder nicht kirchlich geheiratet hatten, begann Klaus reflexhaft, gegen die Kirche, den Papst und Gott zu poltern.

Rosas Mutter Renate ermahnte ihn, sich doch wenigstens beim Essen zusammenzureißen, und die Trauzeugen, Sebis Schwester Stephanie und Rosas Bruder Thorsten, bemühten sich erfolglos, unverfängliche Gesprächsthemen zu finden. Es folgte angespanntes Schweigen bei Tisch. Beim Anschneiden der Hochzeitstorte leitete Klaus mit einer eigentlich recht harmlosen Stichelei eine weitere Eskalation ein. Jetzt fuhren auch Sebis Eltern, die bisher lediglich verkniffen geguckt und sich ansonsten zurückgehalten hatten, harte Geschütze auf. Sebis Bruder Christoph verschluckte sich an einem Stückchen Torte, als der Satz fiel, sie hätten ihrem Sebastian eine Frau aus katholischem Hause gewünscht. Für Rosa war es keine Überraschung, dass Waltraud und Heinrich sie als Schwiegertochter ablehnten. Aber einen solchen Wunsch bei der Hochzeit laut auszusprechen, war ihr gegenüber äußerst uncharmant, Provokation hin oder her. Das fand auch Sebi. Den schönsten Tag ihres Lebens hatten sie sich beide anders vorgestellt.

Während Christoph sich die Torte aus der Luftröhre hustete und der Rest der Familie verbal aufeinander eindrosch, stahlen sie sich mit einer Flasche des eisgekühlt bereitstehenden Sekts davon und eröffneten bereits am späten Nachmittag ihre Hochzeitsnacht. Wenigstens diese gestaltete sich dann schön. Vom Hörensagen wussten sie, dass die Abwesenheit des Brautpaares den Gästen erst eine halbe Stunde später aufgefallen war, woraufhin man die Kaffeetafel abräumen ließ und die Hochzeitsfeier für beendet erklärte.

Seither verband die Elternpaare eines, nämlich eine robuste gegenseitige Abneigung. Die Scheidung ihrer Kinder hatten beide Parteien herzlich wenig bedauert, die Fortsetzung des Verhältnisses über die Scheidung hinaus dafür umso mehr. Der Scheidungsgrund – das Fremdgehen Sebis und seine dabei in außerehelicher Sünde gezeugte Tochter Frieda – bedeutete natürlich einen herben Schlag für Waltraud und Heinrich Fink. Sie pflegten kaum persönlichen Kontakt zu ihrer inzwischen zehnjährigen Enkelin. Zum Geburtstag, zu Ostern und zu Weihnachten schickten sie Geldscheinkarten mit frommen Motiven. Außerdem hatten sie ein Sparkonto für Frieda eingerichtet, in das sie regelmäßig einzahlten, um ihrer großelterlichen Pflicht und Schuldigkeit Genüge zu tun.

 

Aus all diesen Gründen sollte die zweite standesamtliche Trauung heimlich, still und leise während eines Urlaubs am Jadebusen erfolgen. Allerdings beabsichtigte Rosa, der Familieneintracht eine zweite Chance zu geben. Sie hatte ihren Bruder Thorsten sowie Sebis Geschwister Christoph