: Nina Krumschmidt, Harald Müller
: Bloody Ice Im Bann der Eiselfen
: Books on Demand
: 9783752602685
: 1
: CHF 3.10
:
: Fantasy
: German
: 201
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Seitdem die Finsternis die Sonne verdunkelt und Kälte das Land mit Eis überzogen hat, herrscht ewige Nacht und mit ihr die Eiskönigin, die mit eiserner Hand regiert. Doch die Finsternis durchdringt nicht alle Ecken. Tief im Zentrum des Schneevolkes regt sich eine kleine Flamme der Hoffnung. Nach dem Mord an der Eiskönigin droht das Reich des Schneevolkes in Chaos zu versinken. Chromar, der Stiefsohn der Eiskönigin, wird des Mordes beschuldigt und findet sich in einem Spiel aus Intrigen und Verrat wieder, dass nicht nur das Schicksal des Schneevolkes, sondern gleich die ganze Welt für immer verändern wird. Ist der Sohn des Eises der langersehnte Lichtbringer, der das Eis blutrot färben wird? Begleite Chromar auf seiner fantastischen Reise durch eine eisige Fantasy-Welt!

Nina Krumschmidt, geboren 1985 in Gütersloh, NRW, arbeitet derzeit an ihrem ersten großen Buch-Projekt, der Fantasy-Trilogie"Solombr ". Ihr Debüt, der Fantasy- Kurzroman"Nuvola - Die Welt über" uns erschien Anfang 2020 bei BoD im Selbstverlag als eBook. Darüber hinaus nimmt sie an Ausschreibungen verschiedener Verlage teil und schreibt für Anthologien Kurzgeschichten im Bereich Fantasy und Horror. Einige dieser Geschichten wurden im Selbstverlag über BoD veröffentlicht.

Schwere Stiefel schlugen hart auf den Boden. Rüstungsteile schepperten laut und rissen ihn aus dem Schlaf. Der Lärm endete vor seiner Tür, die mit einem lauten Knarren aufschwang. Noch halb-schaftrunken richtete sich Chromar aus seinem Bett auf, „Verdammt nochmal, was geht hier vor sich? Was soll der ganze Krach?“ Sein Kopf dröhnte und pochte. Dutzende Eiszwerge schienen mit ihren Hämmern seinen Schädel zu bearbeiten. Der Wein hatte ihm letzte Nacht nicht gutgetan, dabei hielt sich Chromar für trinkfest. Viele am Hof hätten ihn als Säufer bezeichnet, was er aber nicht war. Zwar trank Chromar gerne einen über den Durst, aber er kannte seine Grenzen und wusste, wann er aufhören musste. Der Alkohol half ihm, nicht dem alltäglichen Wahnsinn am Hof zu verfallen. Die ewigen Ränkespiele am Hof laugten ihn mit der Zeit immer mehr aus. Er war der Hofintrigen müde. Da war der Wein eine willkommene Abwechslung, um dem Hofleben mit seinen zermürbenden Machtspielen kurzzeitig zu entfliehen.

Vor seinem Bett baute sich eine hochgewachsene Gestalt auf, Kargor, der Lotushexer und oberste Diener seiner Stiefmutter. Kargor war, wie alle eines Volkes weißhäutig. Seine ebenholzfarbenen Haare hatte er zu einem Zopf gebunden und trug das hellblaue Gewand der Lotushexer. „Oh, Prinz, entschuldigt unser unverschämtes Eindringen, aber es ist etwas Schreckliches passiert.“, säuselte Kargor. Erst jetzt bemerkte Chromar die schwarze Garde, die Krieger des schwarzen Drachen, die gleich hinter Kargor sein Gemach betraten. Sie trugen schwarze Eisenrüstungen. Ihre Gesichter waren durch Helme verdeckt, die Schädeln ähnelten. Sie waren in rote Umhänge mit Kapuzen gehüllt. Hinter ihren Schulterplatten ragten stilisierte metallene Flügel auf, die sie wie Engel des Todes erscheinen ließen.

Weiter hinter der Gruppe standen Trelor, der königliche Barde und Poet, dessen Gesicht durch seinen breikrempigen Hut verdeckt wurde.

„Kargor, mache es nicht so spannend! Komm zur Sache. Was ist denn geschehen?“ Chromar war genervt. Er hasste die Schwafeleien und ewig langen Reden am Hof. Die Leute am Hofe der Turmstadt Bailong kamen nie direkt zur Sache. Daher konnte Chromar den Barden, der immer große Reden hielt, nicht ausstehen. Chromar war ein Mann der Tat, der nie lange redete, sondern handelte. Einige Diener hielten ihn für ebenso jähzornig wie seine Stiefmutter.      
„Ihr wisst es also noch nicht?“ Kargor zog eine Braue hoch und sah auf Chromar herab, der sich den Kopf hielt. Das Pochen in seinem Kopf nahm zu. „Eure Stiefmutter, die Aisu Joo, wurde ermordet!“ Das Wort „Stiefmutter“ betonte der Lotushexer dabei besonders. Er dehnte es förmlich in die Länge und schien es zu genießen, den Tod seiner Stiefmutter zu verkünden. Er kostete diesen Augenblick förmlich aus.

Zuerst glaubte Chromar, dass er sich verhört hatte. Aber Kargors Gesichtsausdruck blieb ernst. Konnte das wirklich sein? Seine Stiefmutter ermordet? „Was? Wann soll das passiert sein? Heute Nacht etwa?“, hakte Chromar nach. Es war unmöglich, weil seine Stiefmutter die Eiskönigin und damit die mächtigste Frau im Turm war, die allein über die Finsternis gebot. Man konnte schon fast behaupten, dass sie göttergleich war. Nun sollte sie tot sein? Kargor nickte bestätigend. Die Eiskönigin war also tatsächlich tot. Unfassbar.

Chromar konnte jedoch keine große Trauer empfinden. da sie nicht seine leibliche Mutter war. Er hatte sich immer gefragt, warum sie ihn adoptiert hatte. Sie hatte ihn stets gut behandelt. Es hatte ihm an nichts gefehlt, nur an mütterlicher Liebe. Seine Stiefmutter hielt ihn all die Jahre wie einen Schoßhund an ihrer Seite. Er hatte sie Jahr für Jahr mehr für ihre