Mendoza, Maipu, Córdoba, Alta Gracia, das argentinische Lourdes, Resistencia, Corrientes, Posadas und Ignacio Mini
Mendoza wurde 1861 durch ein Erdbeben massiv zerstört. Beim Wiederaufbau ließ man breite Alleen und großzügige Plätze anlegen. Donnerstags bis sonntags findet abends auf der Plaza Independencia ein Kunsthandwerkermarkt statt. Ein Schmied zeigt sein Können. Allerlei kulinarische Köstlichkeiten werden angeboten. Auf der großen Wiese haben sich bereits die Fans einer Musikgruppe eingefunden, die gleich ein Konzert gibt. Wochenendstimmung pur. Wir schlendern über die Plaza de España. Alte Laternen säumen den Platz. Das Markenzeichen der Plaza sind ihre hübschen Fliesenmuster und Fliesenreliefe.
Mendoza ist neben Cafayate im Norden die Weinstadt Argentiniens. 70% der argentinischen Weine werden in den umliegenden Bodegas produziert.
Mit der Bahn fahren wir nach Maipu und besuchen die Bodega López, die seit 1898 existiert. Auswanderer aus Algarrobo, aus dem spanischen Andalusien, haben sie gegründet. Im Innenhof sind als Referenz die Reben gepflanzt, aus denen die Bodega ihre Weine herstellt. Malbec, Merlot, Pinot tinto, Semillón und Sauvignon blanc. Auch ein Olivenbäumchen gibt es.
Wein- und Olivenanbau gehen auch in Andalusien Hand in Hand. Im Museum stehen neben alten Gerätschaften auch typische Oldtimer-Lieferwagen der Bodega López. Unsere Führung beginnt und die Verkostung im urigen Weinkeller gehört natürlich dazu.
Die Fiesta Nacional de Vendimia, das nationale Weinlesefest, findet jährlich Anfang März statt. Jedes Jahr wird ein neues Bild oder Poster zu diesem Zweck kreiert. An einer langen Mauerwand wurden die Motive als Gemälde verewigt.
Wer sich neben Kultur und Wein für Outdooraktivitäten begeistert, kommt sommers wie winters rund um Mendoza auch auf seine Kosten.
Weiter geht es nach Córdoba. Die Stadt liegt zentral in Argentinien und ist die zweitgrößte Stadt des Landes mit ca. 3,3 Millionen Einwohnern. Córdoba ist mit sieben Universitäten eine lebhafte Studentenstadt. Wir kommen an einem Sonntagmorgen an. Es regnet. Die Innenstadt ist wie ausgestorben. Nach dem alten Motto schlechtes Wetter gibt es nicht sondern nur falsche Kleidung machen wir uns auf Besichtigungstour in der Innenstadt. Wir finden ein offenes Café und stärken uns mit heißen Getränken und Croissants. Die Kirchenglocken beginnen zu läuten. Mal sehen, wie viele Kirchgänger sich auf den Weg machen? An der Plaza San Martin steht nicht nur das alte Cabildo (Rathaus) sondern auch die Kathedrale. In dem 1577 begonnenen Bau vereinigen sich verschiedene Stile. Gekrönt wird sie von einer romanischen Kuppel. Córdoba war einst das Zentrum der Jesuiten, die sich hier 1599 niederließen. Sie etablierten ein einzigartiges spirituell-kulturelles System, edukativ, produktiv und mit einem riesigen Netzwerk. Das ging gut bis zu ihrer Vertreibung im Jahr 1767. Die Stadt war die Hauptstadt der sogenannten Provincia Jesuítica de Paraguay und umfasste territoriale Gebiete des heutigen Argentinien, Paraguay, Uruguay, Brasilien, Bolivien und Chile. Bei ihrer Ankunft gab es nur eine kleine Ermita, 1589 erbaut, die schnell zu klein für die Ordensleute, die Studenten und die Gläubigen wurde. 1608 begannen die Bauarbeiten zur gegenwärtigen Manzana Jesuítica (Avda. Vélez Sarsfield). 1610 gliederten sie das Colegio Maximo