»Auf die Berge will ich steigen …«
Der Weg zu den Göttern
Wir schauen in den Himmel: Zwischen den Wolken ein unendliches Blau, morgens und abends am Horizont tiefes Rot, in der Nacht schließlich unendliches Schwarz. Am Tage zieht die Sonne seit Urzeiten auf ihrer scheinbaren Himmelsbahn dahin. Ihr kalter Bruder, der Mond, wandelt sich ständig vor dem Hintergrund eines unendlichen Sternenmeeres. Die Planeten bewegen sich unmerklich langsam in Schleifen über das Himmelszelt. Mitunter sehen wir auch kurz aufleuchtende Sternschnuppen, seltener farbig-helle Meteore oder flackernde Polarlichter. Diese Phänomene schienen ihren Ursprung in unerreichbaren Höhen zu haben.
Doch der Himmel kann uns auch sehr nahe kommen – durch Regen und Schnee, Blitze und Donner. Über Jahrtausende konnten sich die Menschen diese Himmelsvorgänge nur durch das Wirken von »überirdischen« Kräften erklären. Die Angst, dem ausgeliefert zu sein, was von oben kam, gehörte zum Alltag. Ausbleibende oder zu heftige Niederschläge, extreme Dürre- oder Kälteperioden konnten Hungersnöte auslösen und wurden als Strafe empfunden.
Andererseits betrachtete man die weit gespannten Regenbögen als Mittler zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen. Die Schönheit am Himmel versprach auch Hoffnung. Schon von Urzeiten an war klar, dass wir ohne das Licht und die Wärme der Sonne nicht leben könnten. Der Himmel mit seinen vielfältigen, großartigen Phänomenen bestimmt bis heute unsere Existenz – und damit auch unser Denken.
Um sich aus dem »irdischen Jammertal« zu erheben, träumte man schon in Zeiten des Alten Testaments von Himmelsleitern, auf denen man in die Welt über uns gelangen konnte. Auch wird von Unternehmungen berichtet, einen Turm zu bauen, »dessen Spitze bis an den Himmel reiche«. Doch der legendäre »Turmbau zu Babel« sollte an der Selbstüberschätzung der Menschen scheitern. Auch spätere Projekte, wie die Wolkenkratzer moderner Großstädte, zeigten den Menschen ihre Grenzen.
So gab es praktisch jahrtausendelang nur eine Möglichkeit, um dem Himmel tatsächlich ein Stück näher zu kommen: Man musste auf Berge steigen. Die auffälligsten von ihnen wurden deshalb nicht selten als heilig betrachtet: der Berg Sinai, der Olymp, der Kilimandscharo, der Kailash in Tibet, der Uluru/Ayers Rock und viele andere. Auch in Europa gibt es heilige Berge, die oft Wallfahrtsorte sind und die Geschichte des jeweiligen Landstriches wesentlich mitgeprägt haben.
Doch unterschiedl