: George Bernard Shaw
: Cashel Byrons Beruf
: Books on Demand
: 9783753420776
: 1
: CHF 0.90
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: Hauptwerk vor 1945
: German
: 407
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Cashel Byrons Beruf" ist ein 1882 erschienener Roman des irischen Schriftstellers George Bernard Shaw. Der Originaltitel lautet"Cashel Byron's Profession". George Bernard Shaw, meist auf eigenen Wunsch nur Bernard Shaw genannt (geboren 26. Juli 1856 in Dublin, Irland; gestorben 2. November 1950 in Ayot Saint Lawrence, England), war ein irischer Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker und Pazifist, der 1925 den Nobelpreis für Literatur und 1939 den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch erhielt.

Einleitung


I.


Moncrief House, Panley Common, höhere Lehranstalt für Söhne guter Familien etc.

Von den Hinterfenstern von Moncrief House gesehen ist Panley Common ein mit Gras, Ginster und Binsen bewachsenes Stück Land, das sich dem westlichen Horizont zu flach ausdehnt.

An einem feuchten Frühlingsnachmittag war der Himmel mit abgerissenem Gewölk bedeckt; die breiten Schatten der Wolken zogen über das Wiesenland; die grünen Flecke und der gelbe Ginster traten glänzend an den sonnenbeschienenen Stellen hervor. Die nach Norden zu gelegenen Hügel wurden von einem heftigen Regenschauer verdunkelt, dessen Spuren auf dem Schieferdach des Schulgebäudes noch trockneten. Es war ein viereckiges weißes Haus, früher der Landsitz eines vornehmen Herrn. Davor breitete sich ein gutgehaltener Rasen mit einigen wenigen geklippten Stechpalmen aus: auf der Rückseite die [unleserlich, Druckfehler te] ein viertel Morgen Landes zum Spielplatz für die Knaben. Zu gewissen Stunden vermochten Spaziergänger auf der Wiese innerhalb der Umfriedigungsmauer das Durcheinander von Stimmen und laufenden Schritten zu vernehmen. Zuweilen auch, wenn diese Spaziergänger noch im Knabenalter standen,kletterten sie wohl auf die Mauerkrone und erblickten dann auf der anderen Seite ein völlig nackt und braun getrampeltes Stück Wiese mit einigen Quadratmetern Beton, die aber derartig durchlöchert waren, daß sie ihrer ursprünglichen Bestimmung einer Kegel- und Kugelbahn kaum mehr zu genügen vermochten, ferner einen langen Schuppen, eine Pumpe, eine durch unzählige eingekerbte Inschriften entstellte Tür, die Hinterfront des Hauses, die sich in noch viel üblerem Zustande befand als die Vorderseite – und an die fünfzig Knaben mit kurzen Jacken und breiten umgeschlagenen Kragen. So oft die fünfzig Knaben einen jungen Unbekannten auf der Mauer erblickten, rannten sie mit wüstem Gejohle zu der Stelle; sie überschütteten ihn mit allerhand Schimpfworten und Herausforderungen; schließlich vertrieben sie ihn mit einer Salve von Erdklumpen, Steinen, Brotstücken und ähnlichen Geschossen, wie sie ihnen gerade in die Hände gerieten.

An diesem regnerischen Frühlingsnachmittag hielt ein Coupé vor der Tür von Moncrief House. Der in seinen weißen Gummirock gehüllte Kutscher suchte die Spuren des letzten Regenschauers abzuschütteln. Drinnen im Hause, im Empfangszimmer, unterhielt sich Doktor Moncrief mit einer stattlichen, ungefähr fünfunddreißigjährigen Dame in eleganter Kleidung und von verbindlichem Wesen. Sie war in jeglicher Hinsicht schön zu nennen – mit Ausnahme ihres Teints, dem es an der nötigen Frische gebrach.

»Leider keinerlei Fortschritte,« bemerkte der D