1. Und täglich grüßt …
MONTAG 06.55 Uhr
»Naaah!«, ächzend wischte ich mit der Hand über den Nachttisch, auf dem das erbarmungslose Handy meine nachtschweren Lider mit dem Brecheisen aufstemmte. Es flog mit einem Scheppern unter den nur wenige Meter entfernten Couchtisch und gewann an Lautstärke. Ich musste unbedingt den Alarmton ändern – jeden Tag segnete dieser mich mit einem halben Herzinfarkt. Meine Hände klatschten ins Gesicht und ich stöhnte. Heute rasieren? Okay. Es half ja nichts.
Letzte Nacht hatte ich bis zwei Uhr Diablo gezockt und diese leise Stimme, die mir sanft geraten hatte, den PC abzuschalten, war heute Morgen zu einem nervtötenden, metallischen Piepen mutiert.
Wo hatte ich die Brille gleich abgelegt? Mein Bein stieg ohne mich aus dem Bett und ich schwankte mit Verzögerung hinterher. Bis eine unbekannte, matschige Substanz, die mir durch die Zehen quoll, die fünfzigprozentige Aufmerksamkeit erhielt, zu der ich direkt nach dem Aufstehen fähig war. Mein Blick senkte sich auf die Pizzaschachtel, in der ich stand. Jaaa. Es war zu spät zum Aufräumen gewesen. Auf dem Toaster aufgewärmte Pizza fiel demnach aus als Frühstück.
Nachdem ich auf einem Bein humpelnd das Handy zum Abschalten unter dem Tisch hervorgefischt hatte, griff ich mir meine Brille, die auf der Couch lag. Mit dem Küchenrollenstück von gestern wischte ich mir die Tomatensoße vom Fuß. Alles, was vor dem ersten Kaffee stattfand, zählte nicht.
Wie