: Mariele Nientied
: Kierkegaard und Wittgenstein 'Hineintäuschen in das Wahre'
: Walter de Gruyter GmbH& Co.KG
: 9783110200911
: Kierkegaard Studies. Monograph SeriesISSN
: 1
: CHF 204.00
:
: Deutscher Idealismus, 19. Jahrhundert
: German
: 415
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Søren Kierkegaard verweigert dezidiert die Standards akademischen Schreibens und betont die Unumgänglichkeit von 'indirekter Mitteilung', wenn es um Glaubenswahrheit geht: Das Bemühen um stringente Argumentation und definitorisch gesicherte Termini führe zu Abstraktheit und Fixierung. Damit sei es indifferent gegenüber der einzigartigen und veränderlichen existentiellen Konstellation des Individuums. Kierkegaard geht es vielmehr darum, wie man die eigenständige, persönliche Sinnfindung des Gesprächspartners anregen kann, ohne dies durch die eigene Rede zu beeinflussen.

Das Buch untersucht, welche sprachlichen und textuellen Maßnahmen diesem Programm geschuldet sind. Mit Rekurs auf das Denken des theologisch weitgehend abstinenten Ludwig Wittgenstein wird deutlich, daß dieses Problem nicht nur religiöse Rede affiziert und daß das Ideal direkter Mitteilung fragwürdig ist. Es ergeben sich Konvergenzen zwischen den beiden Autoren, die bis in semiotische und epistemologische Implikationen reichen und den Unterschied zwischen Glauben und Wissen neu diskutieren lassen.

Frontmatter1
Inhalt7
Einleitung13
Teil I. VorWorte und VerAntwortung27
Teil II. Sagen und Zeigen91
Teil III. Anfang Angst Anapher147
Teil IV. Wittgensteins ‚Sprung‘215
Teil V. Dämonie und Erratum. Kierkegaards Schriftstellerei als imitatio Christi323
Backmatter401