: Thomas Klie
: Recht auf Demenz Ein Plädoyer
: S.Hirzel Verlag
: 9783777629704
: 1
: CHF 14.10
:
: Gesellschaft
: German
: 176
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Es gibt nicht die Pille gegen Demenz und es wird sie wohl auch nicht geben. Auch mit unserer Lebensführung haben wir nur begrenzt Einfluss darauf, Demenz als 'Weg aus dem Leben' vermeiden zu können. Wenn wir Demenz nicht heilen können, müssen wir mit Demenz leben lernen. Das gilt individuell, das gilt in Familien, Nachbarschaften und Kommunen, das gilt für die ganze Gesellschaft. Es ist eine im Wesentlichen kulturelle Leistung, zur Lebensform Demenz eine andere und neue Haltung zu entwickeln. Es ist eine politische Aufgabe, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass Menschen mit Demenz aber auch ihre An- und Zugehörigen zu einem guten Leben mit Demenz befähigt werden. Und es gibt Anlass dazu, ein menschenrechtlich fundiertes Verständnis von Demenz zu formulieren: Ob daheim oder im Heim, ob im Krankenhaus oder in der Öffentlichkeit - die Rechte von Menschen mit Demenz, sie werden alltäglich verletzt. Wir brauchen zugleich Bilder und Geschichten, die zeigen, dass auch unter Bedingung von Demenz ein gutes Leben im Sinne von Martha Nussbaum möglich ist. In dem neuen Buch von Thomas Klie geht es darum, in zehn Kapiteln Betroffene und eine interessierte Öffentlichkeit für ein ethisch und rechtlich ausgerichtetes Verständnis von Demenz einzuladen. Dabei werden aktuelle Forschungen aus der Arbeit des Autors aufbereitet: etwa Bevölkerungsumfragen zum Thema Demenz, Praxisprojekte in Landkreisen, in Stadtteilen und Dörfern vorgestellt, auf neue Wohnformen verwiesen. Konsequent werden die zehn Dimensionen guten Lebens von Martha Nussbaum auf Menschen mit Demenz bezogen und eine Art gesellschaftlicher Knigge für den Umgang mit Menschen mit Demenz formuliert.



Geboren 1955 in Hamburg. Hochschullehrer, Autor, Sozialexperte. Er lehrte bis 2021 an der Evangelischen Hochschule Freiburg, leitet die Forschungsinstitute AGP Sozialforschung und das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung in Freiburg und Berlin, arbeitet als Rechtsanwalt und ist Justitiar der Vereinigung der Pflegenden in Bayern, München.
Inhalt7
(Persönliches) Vorwort9
Einführung15
Demenz – ein Thema mit symbolischer Bedeutung für unsere Gesellschaft16
Menschen mit Demenz als Mitmenschen23
Menschen mit Demenz in Gefahr?29
Demenz – was wir wissen sollten37
Epidemiologie38
Ursachen39
Therapie43
Ein gutes Leben mit Demenz?45
Zwischen Solidarität und Ausgrenzung53
Prävention61
Rechtliche Vorsorge65
Therapeutische Ziele und Möglichkeiten71
Menschenrechte und Demenz77
Gibt es ein gutes Leben mit Demenz? Annäherung durch Forschung89
Leben mit Demenz – acht Geschichten von Betroffenen107
»Es darf nicht auf einem Paar Schultern landen, sondern muss verteilt sein …«109
»Ich wollte das allein schaffen.«112
»… dann heißt es immer: ›Wir haben kein Personal‹.«116
»Immer wieder ran ans Klavier und üben. Das ist, glaube ich, sein Lebenselixier.«120
»Denn ich bin ja hier richtig, möchte ich sagen, gefangen.«125
»Dann vergaß sie zu essen und zu trinken, und wir haben das erste Mal an Demenz gedacht.«129
»Also, ich hatte den Eindruck, dass mein Papa gern gelebt hat – bis zum Schluss.«132
»Mich hat sie einige Male schon aus der Wohnung geworfen …«136
Gegen die Angst – Erfahrungen und Bilder guten Lebens mit Demenz141
Ars vivendi dementia144
Leben im Gefängnis der Sorge147
Die dunklen Seiten der Demenz150
Hilfreiche Hilfen?151
Geteilte Verantwortung153
Ausblick: Caring Community155
Anhang165