: Donald Kulesza-Betzen
: Der Skorpion, der aus Tunesien kam
: TWENTYSIX
: 9783740722067
: 1
: CHF 12.30
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: Romanhafte Biographien
: German
: 656
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Anis, ein gescheiterter, junger Mann aus Tunesien, flüchtet vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings aus seiner Heimat, weil ihm eine mehrjährige Gefängnisstrafe droht. In sizilianischen Strafanstalten radikalisiert er sich weiter und gelangt 2015 nach Deutschland. Im Taumel des Hasses, zwischen Hedonismus und radikalem Islamismus, entschließt er sich, für den IS einen brutalen Terrorakt auszuführen. Der Autor analysiert die Biografie eines Massenmörders und seines monströsen Verbrechens. Ob ihm der schwierige Spagat zwischen Verstehen und Verdammen gelingt, sollen die Leserinnen und Leser beurteilen.

Der Autor war Studiendirektor für Geschichte, Politik und Literatur. Er ist Vater zweier erwachsener Kinder. Er liest gern und viel. Noch immer hängt er an seinen alten Leidenschaften: Literatur und Geschichte, aber auch Motorrad und Pedelec fahren. Seit seiner Pensionierung erfüllt er sich einen lange gehegten Wunsch und schreibt vor allem biografische Romane und Lyrik. Er ist davon überzeugt, dass Dichtung und Wahrheit zwei Seiten ein und derselben Münze sind. Erst zusammen bilden sie die Totalität des Lebens ab.

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Die Sonne war schon glutrot hinter dem Horizont aufgegangen. Noch fielen ihre Strahlen mild auf die bescheidene Vorstadtsiedlung und die Abfallgräben, die vor Unrat überquollen. Das teilweise mit Sträuchern und Disteln bewachsene Rinnsal, das auch als Abwasserkanal missbraucht wurde, trocknete langsam aus. Es bestand schon seit Wochen nur noch aus sporadischen Wasserlöchern. Zwischen den ungepflegten Reihenhäusern türmten sich an den Straßenrändern und noch unbebauten Grundstücken zahllose, stinkende Schmutz- und Müllhaufen auf.

Skender nahm seinen Nachbarn schon immer übel, dass sie einfach zu träge waren. Es störte sie nicht, durch den klebrigen Dreck zu laufen, einen gewagten Schritt über schwarze, ekelerregende Pfützen zu machen, um die täglichen Besorgungen zu erledigen. In ihnen gediehen die Larven gefährlicher Stechmücken. Lieber putzten sie lange und aufwendig ihre Schuhe, als dass sie d