: Dietmar Brunner
: Methoden der Information, Kommunikation und Planung Reihe Basiswissen für Industriemeister, Fach- und Betriebswirte
: Books on Demand
: 9783753428949
: 1
: CHF 7.00
:
: Lexika, Enzyklopädien
: German
: 250
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dieses Buch erklärt kurz, prägnant und ohne weitschweifende Ausführungen worauf es bei der betrieblichen Kommunikation und Planung ankommt. Es orientiert sich am Stoffplan der IHK und ist gleichzeitig eine wertvolle Hilfestellung bei der Prüfungsvorbereitung für Fachwirte, Betriebswirte und Industriemeister. Am Ende jedes Kapitels findet sich ein umfangreicher Übungsteil mit Lösungsvorschlägen. Von Führungskräften im Unternehmen - und dazu zählen Fachwirte, Betriebswirte oder Meister genauso wie das Management in den"oberen Etagen" - wird zu Recht der sichere Umgang mit Informationen aller Art erwartet. Die Kommunikation ist das Transportmittel für Informationen. So wie im Strassenverkehr ein versierter Autofahrer schnell und sicher ans Ziel gelangt, ermöglicht es der effiziente Umgang mit den richtigen Kommunikationstechniken und Kommunikationsmitteln, sich einen Vorteil im tagtäglichen Wettbewerb zu verschaffen. Sowohl Prozesse (immer wieder gleich ablaufende Strukturen im Unternehmen) als auch Projekte (einmalige Vorhaben mit bestimmten Zielvorgaben) müssen unter Zuhilfenahme von Informationen geplant, optimiert und bei ihrer Ausführung kontrolliert werden. Techniken der Planung gibt es viele. Sie sind branchenabhängig und definieren sich über Umfang, zeitlichen Rahmen und auch über das Budget der ausführenden Stelle. Das logische Gebilde aus Information, Kommunikation und Planung sitzt wie ein Fundament unter fast allen betrieblichen Faktoren. Sei es im gewerblich-kaufmännischen oder im technischen Bereich, ob bei Produktion, Marketing, Arbeitsvorbereitung, Logistik, im Controlling oder bei der Produktentwicklung - ohne Information, Kommunikation und Planung ist erfolgreiches wirtschaftliches Handeln nicht möglich. Die Arbeitswelt verändert sich ständig und gerade in den letzten Jahren in rasantem Tempo. Dementsprechend müssen sich auch die Arbeitsumgebungen anpassen. Immer effektivere Kommunikationsmittel (Smartphones, Tablets, Cloud-Speicher etc.) machen immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit immer mehr Menschen zugänglich. Der Wettbewerb wird stärker und nur wer in diesem Gefüge am Ball bleibt hat auch die Chance auf der Karriereleiter nach oben zu klettern und sowohl für sich persönlich als auch für sein Unternehmen eine Gewinnsituation herbeizuführen.

Dietmar Brunner, Jahrgang 1962, ist freiberuflicher Trainer und Berater. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft in Regensburg übernahm er eine leitende Position in einem mittelständischen Handelsbetrieb. Er hat Erfahrung als GmbH-Geschäftsführer und berät erfolgreich Führungskräfte aus Industrie und Handel bei der Einführung und Anwendung effizienter Projektmanagement-Methoden im Unternehmen. Seit über 20 Jahren ist er als Trainer und Dozent für mehrere Bildungsträger tätig und engagiert sich in der Ausbildung für Fachwirte, Betriebswirte und Industriemeister. Bei der IHK Regensburg ist er seit vielen Jahren Mitglied in verschiedenen Prüfungsausschüssen. Schulungserfahrung bei der Fachhochschule Regensburg als Lehrbeauftragter für EDV und Organisation sowie Auslandserfahrung in den USA runden seine umfassenden Praxis- und Theoriekenntnisse ab.

Prozesse


Nahezu alle Sparten und Abteilungen eines Unternehmens sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, Prozesse darzustellen und immer wieder zu überprüfen und zu optimieren. Für die Zertifizierung eines Unternehmens nach ISO 900x spielt die Dokumentation der Prozesse eine entscheidende Rolle.

Typische Prozessketten in Unternehmen können aufgeteilt werden in Hauptprozesse und Unterstützungsprozesse:

  • Hauptprozesse (oder auch: Kernprozesse) dienen der Leistungserstellung oder der Wertschöpfung des Unternehmens (damit wird Geld verdient)!
  • Unterstützungsprozesse sind notwendig um den Hauptprozessen überhaupt die Möglichkeit zu geben, erfolgreich abzulaufen.

In einem produzierenden Unternehmen könnte eine Prozessmatrix beispielsweise folgendermaßen aufgebaut sein:

Abbildung 7: Prozesse

Typischerweise ist das gesamte Auftragswesen vom Auftragseingang über Produktion bis hin zur Lieferung und Fakturierung ein durchgehender Prozess, der in die Gruppe der Hauptprozesse einzuordnen ist.

Das Auftragswesen kann aber nur erfolgreich abgeschlossen werden, wenn es von den Unterstützungsprozessen mit den notwendigen Ressourcen versorgt wird: Es wird für alle Prozessschritte qualifiziertes Personal benötigt, hierfür ist das Personalwesen als Unterstützungsprozess notwendig. Es werden Materialien für die Produktion benötigt: Die Materialwirtschaft und die innerbetriebliche Logistik müssen unterstützend tätig werden.

Weitere typische Unterstützungsprozesse sind:

  • Marketing
  • Controlling
  • Buchhaltung
  • IT- EDV- Organisation
  • Kantine
  • Facility-Management
  • Umweltmanagement
  • Kundenbetreuung
  • Dokumentenmanagement
  • Instandhaltung
  • Werkzeugbau
  • uvm.

Unterstützungsprozesse bringen dem Unternehmen oder auch den Kunden also keinen direkten Nutzen. Sie dienen nur mittelbar der Wertschöpfung indem sie den Hauptprozessen ermöglichen, reibungslos zu funktionieren. Bei Einsparmaßnahmen im Unternehmen wird häufig zuerst die Notwendigkeit diverser Unterstützungsprozesse auf den Prüfstand gestellt. Auch die Frage nach der Möglichkeit des Outsourcings7 wird oft sehr schnell gestellt.

Prozessabläufe


Jedes Unternehmen hat im Laufe seines Bestehens eine eigene Organisationsstruktur angenommen. In Zeiten starken Wachstums müssen diese Strukturen angepasst werden um mit den vorhandenen und neu zu beschaffenden Produktionsmitteln und mit dem sich verändernden Personalstamm die erforderliche Produktivität und Leistungsfähigkeit gewährleisten zu können. Dementsprechend ist in Zeiten geringerer Nachfrage nach Produktivität die Organisationsstruktur nach unten anzupassen.

Ein hohes Maß an Produktivität hängt aber nicht nur von der richtigen Unternehmensorganisation ab sondern mindestens genauso viel von der optimalen Prozessgestaltung.

Prozesse werden in allen Sparten des Unternehmens definiert. Sie bestehen aus sich immer wiederholenden Abläufen in einer fest vorgegebenen Reihenfolge innerhalb zeitlicher Grenzen.

Durch Automatisierung der Produktionsprozesse können – gerade durch Einsatz rechnergesteuerter Maschinen (CNC-Maschinen) – hohe Durchsatzzeiten und geringe Ausschussquoten erreicht werden.

Abbildung 8: Unternehmensorganisation

Prozesse können manchmal sehr einfach gestaltet und dargestellt werden, wie z.B. das EVA-Prinzip in der EDV:

Abbildung 9: EVA-Prinzip

Es gibt jedoch gerade in der Produktion auch sehr komplexe Prozesse mit vielen Einzelschritten und mit möglichen Verzweigungen oder Schleifen. Es muss versucht werden, die Prozesse in ihrer Gesamtheit in Teilprozesse zu unterteilen um eine übersichtliche Dar