: Slavoj ?i?ek
: Peter Engelmann
: Pandemie! COVID-19 erschüttert die Welt
: Passagen Verlag
: 9783709250372
: Passagen Philosophie
: 1
: CHF 12.40
:
: Sozialwissenschaften allgemein
: German
: 112
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
<div>Wir leben in einer Zeit, in der der größte Ausdruck von Liebe darin besteht, zum Objekt seiner Zuneigung Distanz zu halten; in der Regierungen, die für die rücksichtslose Kürzung öffentlicher Ausgaben bekannt sind, plötzlich wie von Zauberhand Milliarden bereitstellen können; in der Toilettenpapier zu einer Ware wird, die kostbar ist als Diamanten. Es ist eine Zeit, in der, so ?i?ek, eine neue Form des Kommunismus der einzige Weg sein wird, um den Abstieg in globale Barbarei abzuwenden.</div><di >Mit seinem lebendigen Schreibstil und Hang zu populärkulturellen Analogien (Quentin Tarantino und H.G. Wells treffen hier auf Hegel und Marx) liefert ?i?ek eine ebenso scharfsinnige wie provokative Momentaufnahme dieser Krise, die sich mehr und mehr ausbreitet und uns alle erfasst.</div>

Slavoj ?i?ek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker.

Jetzt sitzen wir alle im selben Boot


Li Wenliang, der Arzt, der die Corona-Epidemie als Erster entdeckt hat und daraufhin von den Behörden zensiert wurde, war im wahrsten Sinn des Wortes ein Held unserer Zeit. Er war so etwas wie eine chinesische Chelsea Manning oder ein chinesischer Edward Snowden. Es ist daher kein Wunder, dass sein Tod vielerorts für Entrüstung gesorgt hat. Die Reaktion auf den Umgang des chinesischen Staats mit der Epidemie war vorherzusehen und kommt am besten im Kommentar der in Hong Kong ansässigen Journalistin Verna Yu zum Ausdruck:

Würde China die Redefreiheit schätzen, gäbe es keine Corona-Krise. Solange die Redefreiheit und andere Menschenrechte von chinesischen Bürgern nicht respektiert werden, werden solche Krisen immer wieder entstehen … Die Menschenrechte in China mögen auf den ersten Blick wenig mit dem Rest der Welt zu tun haben. Wie wir jedoch in dieser Krise sehen konnten, kann es zu einer Katastrophe kommen, wenn China die Freiheit seiner Bürger einschränkt. Es ist Zeit, dass die internationale Gemeinschaft dieses Thema ernst nimmt.3

Man kann sicherlich sagen, dass die gesamte Funktionsweise des chinesischen Staatsapparats gegen ein altes Motto von Mao verstößt: „Vertraut der Masse!“ Die Regierung geht vielmehr von der Annahme aus, dass man den Menschennicht vertrauen sollte: Die Menschen sollen geliebt, beschützt, versorgt und kontrolliert werden – aber man darf ihnen nicht vertrauen. Dieses Misstrau