: Karin Ann Müller
: Joerdis Windbrüder (2)
: Books on Demand
: 9783752656831
: 1
: CHF 3.50
:
: Fantasy
: German
: 316
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
*Was es bedeutet, wirklich zu lieben, habe ich nicht geahnt. Bis zu dem Augenblick, als ich sie sah. Plötzlich fühle ich wie ein Mensch. Ich möchte mit ihr Hand in Hand gehen und darüber sprechen, was wir abends kochen. Ich stelle mir vor, wie ich unseren Kindern einen Gutenachtkuss gebe und das Licht im Flur brennen lasse. Ich will mit ihr alt werden und sterben, wenn mein Körper müde und verbraucht ist. Aber all das wird niemals sein. Denn ich bin der Fürst der Winde. * Seit Wochen zerbricht sich Rieke den Kopf darüber, wie sie sich so hat irren können. Im Grunde ist sie noch immer davon überzeugt, dass sie füreinander bestimmt sind! Dennoch ist er gegangen, und sie hat keine Ahnung warum. Als Marla ihr den Vorschlag macht, sie nach Frankreich zu begleiten, nimmt sie dankbar an. An der rauen Küste der Bretagne begegnet ihr ein Fremder. Dieser sieht ihr nicht nur auffallend ähnlich, er scheint sie obendrein zu kennen. Kurz darauf erfährt sie von einem wohlgehüteten Familiengeheimnis, und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Ab jetzt beschäftigt sie nur noch die eine Frage: Wer ist sie wirklich? Auch der zweite Teil der Windbrüder-Reihe ist ein in sich abgeschlossener Roman. Natürlich ist das Lesevergnügen größer, wenn man die Teile in Folge liest. Leserstimmen:"Auch Joerdis konnte mich wieder von Anfang bis Ende begeistern, fesseln und meine Gefühle Achterbahn fahren lassen. Besonders wunderbar finde ich die Tatsache, dass die Reihe mit den Geschwistern und Windbrüdern von Teil 1 weitergeht, aber dennoch in sich abgeschlossen ist, aber man auch die Entwicklung der Charaktere erfährt.""Hier passt einfach alles. Mystik, Fantasy, Liebe und Realität, alles super verpackt in Windbrüder 2.""Nachdem der erste Teil der Windbrüderreihe *Elaine* 2019 zu meinen Jahreshighlights gezählt hat, hatte ich doch recht hohe Erwartungen an *Joerdis*. Um es gleich vorweg zu nehmen, Karin Ann Müller hat sie sogar übertroffen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach famos; absolut traumhaft, bezaubernd und ergreifend. Eine wunderschöne und traumhafte Reise durch die Zeilen. Ich liebe diese Reihe einfach! Schöner träumen ist kaum möglich."

Karin Ann Müller wurde 1964 geboren und wuchs mit zwei Geschwistern in einem fröhlichen Elternhaus auf. Mit ihrer Familie und zwei Katzen lebt sie in einer alten Hofreite am Rande des Odenwalds und verbringt ihre Tage am liebsten in der Natur, mit Geschichtenschreiben oder mit Handwerken. In ihren Romanen findet man Liebe, Spannung und Abenteuer. Vor allem aber die Natur.

Kapitel 1


Draußen tobte wütend der Wind und klatschte Fetzen von welkem Laub gegen die Scheibe. Pralle Regentropfen, von Böen getrieben, zerbarsten vor ihren Augen in unzählige Teile. Fasziniert beobachtete Rieke dieses Schauspiel, und nicht zum ersten Mal fragte sie sich, weshalb sie im Winter geboren war und nicht im Herbst. Sie liebte den Herbst. Sie mochte den kristallklaren Morgen im Oktober, wenn der Himmel wie blankgeputzt war und die Sonne alles in schreiend rote und braune Farben tauchte. Auch durch den geheimnisvollen Novembernebel lief sie gerne, der beinahe alle Geräusche verschluckte und der einem das Gefühl gab, alleine auf der Welt zu sein. Vor allem aber liebte sie den Herbststurm, der die Wolken vor sich herjagte und die Kronen der Bäume zu einem wilden Tanz zwang. Wenn sie ihm dabei zusah, hatte sie das Gefühl, ein Teil dieses unbändigen Spiels zu sein. Und in ihr regte sich die unerklärliche Sehnsucht, sich aufzulösen und mit dem Wind davonzuziehen.

In diesem Jahr war der Herbst ganz plötzlich und mit unerwarteter Heftigkeit hereingebrochen. Keiner hatte eine Erklärung dafür, auch nicht der Wetterdienst. Es war nicht einmal Mitte Oktober, und schon jetzt hatten die Bäume einen Großteil ihres Laubs verloren. Der Wald, der hinter dem Haus begann, war übersät von abgebrochenen Zweigen und es schien, als wären die Herbststürme noch lange nicht erschöpft.

Sobald das Tosen für einen Augenblick nachließ, konnte Rieke das Klavierspiel aus dem Erdgeschoss hören. Henni, ihre jüngste Schwester, übte ein neues Stück und war kaum von dem Instrument wegzuholen. Es sei denn, es ging um Mathe oder um die Band, in der sie vor einigen Wochen als Sängerin und Keyboarderin aufgenommen worden war.

„Essen ist fertig!“, rief ihr Vater herauf. Rieke verzog das Gesicht und wandte sich vom Fenster ab. Sie hatte weder Hunger noch Appetit. Ihr Blick fiel auf Rusty. Der kleine Hund, der sich auf ihrem Bett zusammengerollt hatte, hob den Kopf und sah sie mit seinen klugen Augen aufmerksam an. Das WortEssen kannte er sehr gut, und er wusste, dass sie seinen Napf füllen würde, sobald sie unten waren. Am liebsten würde sie sich neben ihn legen, dem Sturm zuhören und darauf warten, dass sie einschlief. Sie wusste jedoch, dass ihre Familie sie zum Essen holen