: Jean-Pierre Wils
: Sich den Tod geben. Suizid - Eine letzte Emanzipation?
: S.Hirzel Verlag
: 9783777629735
: 1
: CHF 19.50
:
: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
: German
: 200
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Neue Perspektiven für die Debatte um Sterbehilfe Über das Recht auf einen assistierten Suizid wird seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020 auch in Deutschland leidenschaftlich diskutiert. Der Philosoph und Theologe Jean-Pierre Wils verneint nicht die Autonomie, fragt aber - auf der Grundlage seines profunden historischen und ethischen Wissens - nach den sozialen Folgen: Führt das Recht auf Suizidhilfe auf Dauer nicht zur Pflicht, sich dafür oder dagegen entscheiden zu müssen? Und nimmt nicht der Druck hin zur vermeintlich vernünftigen Entscheidung zu, sobald die Herbeiführung des eigenen Todes als ein letzter Akt der Selbstverwirklichung und der Emanzipation betrachtet oder gar anempfohlen wird? Wils plädiert eindringlich dafür, die Debatte in einem größeren Kontext zu führen, unsere Endlichkeit der kulturellen Amnesie zu entreißen - und legt so die Grundlagen einer zeitgemäßen Diskussion über die Sterbehilfe.

Jean-Pierre Wils, Jahrgang 1957, studierte Philosophie und Theologie in Leuven/Belgien und Tü-bingen. Seit 1996 ist er Ordinarius für Christliche Ethik, seit 2010 Ordinarius für Soziale, politische und Kulturphilosophie, seit 2015 Ordinarius für Philosophische Ethik und Kulturphilosophie an der Universität Nijmegen Niederlande. Wils veröffentlichte zahlreiche Publikationen und war, jahrelang Mitherausgeber der Zeitschrift 'Ethik und Unterricht' und Herausgeber der Essayreihe 'Disput'. Seit 2021 fungiert er als Herausgeber der 'Scheidewege. Schriften für Skepsis und Kritik'. Im Hirzel Verlag erschienen von ihm 'Sich den Tod geben. Suizid als letzte Emanzipation?' und 'Der Große Riss. Wie unsere Gesellschafts auseinanderdriftet und was wir dagegen tun können'.
Inhalt6
Geleitwort10
Anstelle eines Vorworts14
Zur Ausgangslage23
Wie wird die Zukunft des Suizids aussehen? Drei dystopische Szenarien34
In der Welt der »Gläsernheit«37
Auf dem »ChoiceofPeaceTM«–Gelände40
»Niederschwelliges Sterben« im Abschiedshotel45
Die Moral der Selbsttötung. Eine kurze Geschichte in warnender Absicht51
Die Suizidwertung der Stoiker55
Selbsttötung im Christentum59
Humanistische Perspektivwechsel60
Der Suizid in der Aufklärung64
Von der Existenzialisierung zur Pathologisierung69
Wie umgehen mit dem assistiertenSuizid? Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern78
Vor dem Gesetz – die jüngsten Entwicklungen in Deutschland81
Selbsttötungsdynamiken – am Beispiel der Niederlande90
Risiken der Leidensdefinition und -interpretation97
Was ist Autonomie, und wo liegen ihre Grenzen?102
Was die Sprache verrät und was sie verschleiert110
Auf dem Weg zum »Lebensende-Begleiter«118
Notwendige Erweiterungen der Perspektive. In vier Kritiken124
4.0 und die suizidalen Realfiktionen im Zeitalter der Optimierung125
Die Klippen der Autonomie und der Hyperliberalismus139
Die Psychoökonomie der Argumente und das Sterbehilfenarrativ153
Unser Körper und die Konkurrenz von Biologie und Biografie167
Der Konflikt der Menschenbilder179
Dank188
Bibliografie189
Anmerkungen194
Der Autor198