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Anton Tschechow, Alexander Eliasberg, Korfiz Holm
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Joerg K. Sommermeyer, Orlando Syrg
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Anton Tschechows Ausgewählte Prosa I Ein Zweikampf, Der Taugenichts, Die Dame mit dem Spitz, Eine Bagatelle, Der Kuss, Gram, Schatten des Todes und dreizehn weitere Meistererzählungen
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Books on Demand
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9783753409900
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1
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CHF 8.30
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296
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DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB
Eindrucksvolles Panorama von Bewusstseinskunst, Stimmungsdramatik, affektiven Sprechweisen, melodramatischen Effekten, Komik und latentem Unbehagen in Verlassenheit und Leere mündend. Zwanzig meisterhafte Erzählungen, von Herausgeber Joerg K. Sommermeyer so ausgewählt und angeordnet, dass der Leser von der ersten bis zur letzten Zeile diese spannende Prosa Tschechows nicht mehr weglegen kann. Ein Fresserbuch! Anton Pawlowitsch Tschechow, geb. am 29. Januar 1860 in Taganrog (Russland). Novellist und Dramatiker. Vater Kaufmann. Gymnasium Taganrog, 1879-1884 Studium der Medizin in Moskau. 1884 Ausbruch einer Lungenkrankheit. Kurzzeitige Ausübung des Arztberufs, danach vorwiegend literarische Tätigkeit. Zunächst Humoresken und Anekdoten für Zeitungen und Zeitschriften, später viele ernste und tragische Erzählungen sowie Kurzgeschichten. 1890 Reise zur Strafkolonie auf der Insel Sachalin. 1892-1897 auf seinem Landgut Melichovo bei Moskau, seit 1898 vorwiegend in Jalta auf der Krim. Reisen nach Westeuropa. Die Möwe, 1895. Onkel Wanja, 1896. Drei Schwestern, 1901. Heirat mit der Schauspielerin Olga Knipper. Der Kirschgarten, 1903. Tschechow stirbt am 15. Juli 1904 im Kurort Badenweiler (Markgräflerland; 30 km südlich von Freiburg).
Die Bauern I Der Kellner am Moskauer Restaurant »Slawischer Bazar«, Nikolai Tschikildejew, wurde krank. Seine Füße versagten oft ihren Dienst, sodass er einmal im Korridor stolperte und mit dem Tablett, auf dem er Schinken mit jungen Erbsen trug, hinfiel. Nun musste er die Stelle aufgeben. Alles Geld, das er und seine Frau besaßen, war für Arzt und Apotheke draufgegangen, er hatte nichts mehr zu leben, langweilte sich auch ohne Arbeit und entschloss sich, in sein heimatliches Dorf zurückzukehren. Daheim würde er die Krankheit leichter tragen und auch billiger leben können; nicht umsonst heißt es, dass zu Hause selbst die Wände helfen.
Er kam in Schukowo gegen Abend an. In der Erinnerung erschien ihm sein heimatliches Nest so licht, heimlich und bequem, doch als er jetzt ins Haus trat, musste er erschrecken: so finster, eng und schmutzig war es darin. Seine Frau Olga und seine Tochter Sascha blickten erstaunt und verständnislos den großen schmutzigen Ofen an, der beinahe die halbe Stube einnahm und vor Ruß und Fliegen ganz schwarz war. Die vielen Fliegen! Der Ofen stand schief, auch die Balken der Wände lagen schief, und es schien, dass das Haus jeden Augenblick einstürzen müsse. An der Vorderwand neben den Heiligenbildern waren Flaschenetiketten und Zeitungsfetzen angeklebt: sie sollten Bilder ersetzen. Diese Armut! Von den Erwachsenen war niemand zu Hause, alle waren beim Mähen. Auf dem Ofen saß ein Mädchen von etwa acht Jahren, mit weißem Fla