: Kurt Schreiner
: Altbau-Leben Verrückte Hausgeschichte(n)
: Books on Demand
: 9783752616361
: 2
: CHF 5.30
:
: Hausbau, Renovierung, Umbau, Innenausbau
: German
: 196
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Altbau mit Garten fordert seinen Besitzer heraus - jedoch mit Heimwerken und Gärtnern lässt sich der graue Alltag sinnvoll und viel erfüllter verbringen. Das ist das Credo des Buchautors Kurt Schreiner, der mit seiner jungen Kleinfamilie unter rätselhaften Umständen 1966 eine zauberhafte Altbauwohnung neben dem Lüchbaum am Rodenkirchener Rheinufer bezog. Als er nach etwa einem Jahrzehnt die Wohnung unfreiwillig räumte, schwor er, nie wieder abhängig in Miete wohnen zu wollen. Eine kleine Zeitungsannonce führte ihn nach Sürth und zu einem für die Gegend typischen, giebelständigen Häuschen in der Nachbarschaft des verwahrlost dahin dämmernden Falderhofs. Er ging das Wagnis ein, das heruntergekommene Anwesen auf Rentenbasis zu erwerben. Zeitgleich mit dem historischen Falderhof beginnt 1982 ein jahrelanger nicht enden wollender Prozess von Sanierungsarbeiten, die sich der wechselnden, familiären Situation anpassen. Er lebt mit seiner Patchwork-Familie auf einer Dauerbaustelle, verrückte Pannen und unliebsame Überraschungen mit eingeschlossen. Nach dem Ableben des Vorbesitzers und Verkäufers des Hauses übernimmt er um 2000 dessen Hinterlassenschaften: einen Bungalow-Anbau und ein Gartengelände. Damit entwickelt sich aus dem unansehnlich-kleinen Haus ein recht geräumiges Anwesen. Und mit dem FalderKunstRaum bietet er bis 2010 öffentliche Ausstellungen und Veranstaltungen an. Das Buch versteht sich als ein Plädoyer für ein Altbau-Leben und vermittelt zugleich ein lebendiges Bild der Rheinanlieger-Orte im Kölner Süden.

Kurt Schreiner verbrachte seine Kindheit und Jugendjahre in der Idylle der ländliche Kommune Hürth im Westen der Großstadt Köln. Zahlreiche Wochenend-Ausflüge des Jugendlichen zum Rhein weckten bei ihm den Wunsch, später einmal an dem großen Strom zu wohnen. Er sollte in Erfüllung gehen, sein Zuhause wurde 1966 der Kölner Vorort Rodenkirchen und ab 1982 das benachbarte Sürth. Nach seinem Lehrerstudium unterrichtete er an einer Schule im Kölner Süden die Fächer Deutsch und Kunst, sowie Arbeitsgemeinschaften für Foto/Film und Figurentheater. Der vielseitige Autor schrieb vor allem Reise-Bücher (DuMont, Bachem) und konzipierte das Stadtteil-Magazin Soretha für seinen Heimatort. Mit Altbau-Leben widmete er seinem Wohnort ein eigenes Werk.

Vor unserer ehemaligen Rheinwohnung (Zustand 2020)

Hier will ich wohnen!


Meine Liebe zum Rhein brachte mich Jahre später dazu – inzwischen der Jugendzeit entwachsen – meinen runden Geburtstag, es war mein dreißigster, erstmals an seinem Ufer zu feiern. Die „Runden“ hatten immer eine besondere Bedeutung für mich. Waren sie doch der Startschuss zu etwas Neuem. Ich gehörte ab jetzt einer oberen Alters-Schicht an. Das konnte durchaus mit gemischten Gefühlen verbunden sein, und es war auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. Zehn Jahre lang werde ich von jetzt an zu den Dreißigern zählen…!

Ich hatte aus diesem Anlass einen Tisch auf einer Außenterrasse am Rheinufer reserviert. Das Restaurant hieß damals „Kahlshof“.Ein besonderer Anlass erfordert auch einen besonderen Ort, hatte ich mir sicher dabei gedacht. Die kleine Tischgesellschaft bestand neben mir aus meiner frisch angetrauten Ehefrau U., sowie einem mit uns eng befreundetem Paar.

Von unserem Tisch aus bot sich der Anblick eines Ansichtskarten-Motivs. Wir saßen im Schatten der trutzigen und altehrwürdigen, romanischen Kapelle St. Maternus, von den Einheimischen liebevoll „uns Kapellchen“ genannt.

Am Rheinufer unterhalb führte der uralte Treidel- oder Leinpfad vorbei, an diesem Feiertag stark belebt mit Ausflüglern aus der Großstadt. Seine historische Bedeutung bot den Stoff, uns über ihn auszutauschen.

Vor dem Aufkommen der Dampfschifffahrt hatten noch Pferde an „Linnen“ (Leinen) oder Treidel die beladenen Segel-Lastkähne gegen die Strömung rheinaufwärts gezogen. Ich wusste beizutragen, dass das mächtige Bollwerk aus Basaltstein, auf dem die benachbarte Kapelle steht, zu Zeiten der Treidelschiff-Fahrt ein unüberwindliches Hindernis für die sogenannten „Rheinhalfen“ darstellte. Sie mussten aus Richtung Stadt kommend hier ihre Pferde abspannen und um den Felsbuckel herumführen. Während der schwer beladene Segel-Frachtkahn mit Ruderbooten, von kräftigen Armen angetrieben, in einem aufwendigem und kräftezehrendem Unterfangen um die Felsnase herumgezogen wu