: Bernhard J. Schmidt
: DOGmatismus Neue Perspektiven auf Mensch, Hund und Kultur
: Books on Demand
: 9783752619027
: 1
: CHF 13.20
:
: Geschichte
: German
: 156
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Über Jahrhunderte sind in unserer Kultur Dogmen entstanden, die dem Verstehen sowohl von uns selber als auch von unseren Hunden im Wege stehen. Beseitigen wir diese Dogmen, und können wir uns als das wahrnehmen was wir sind, nämlich domestizierte Rudeltiere, dann wird auch das Zusammenleben mit unseren Hunden verständlich. Und zwar als eine artübergreifende Kooperation, wie sie in der Natur eher die Regel als die Ausnahme ist. So wird der Hund nicht mehr als behavioristische Maschine gesehen, sondern als Sozialpartner, mit dem wir viel mehr gemeinsam haben, als bisher wahrgenommen wurde. Der Unterschied - aufgrund unseres Alleinstellungsmerkmals" ewusstsein" - zu unseren Hunden, ist viel geringer als bisher angenommen. Zu einem großen Teil sind das Verhalten von Mensch und Hund sehr ähnlich. Vor allem auch ähnlich komplex, vielfältig und faszinierend. www.b-j-schmidt.info

geboren 1962 in Dortmund, Wissenschafts- und Sozial-Psychologe

2. EINLEITUNG


Möchte man als Mensch Erkenntnisse über sich selber erlangen, so bieten sich drei Möglichkeiten. Zum einen kann man sich und seine Artgenossen beobachten und testen, wie es die Psychologie macht. Doch dieser Ansatz hat ein großes Problem.

Die große Schwierigkeit jeder Menschenbetrachtung liegt darin, dass wir, die Beobachter also, selbst Menschen sind; daß unser Gehirn, als Werkzeug der Beobachtung, selbst Gegenstand dieser Beobachtung ist. Wir sind von Jugend an von Menschen umgeben, so daß uns die Gesellschaft und alles, was sie uns aufprägt, recht selbstverständlich vorkommt. Es ist uns beinahe unmöglich, uns über dieses so Selbstverständliche zu wundern, es aus einer anderen, unbeeinflußten Blickrichtung zu sehen, aus uns selbst herauszutreten ... uns selbst fremd zu werden.“ (Hass 1968)

Zum anderen aber können wir uns auch mit unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, beschäftigen, so wie es zum Beispiel Wolfgang Köhler gemacht hat. Die Menschenaffen haben allerdings den Nachteil, dass unsere letzten gemeinsamen Vorfahren vor sehr langer Zeit gelebt haben. Und auch haben Affen und Mens