: Danielle Willert
: Traugott Von Gott, der Welt und göttlichem Erdbeereis
: EchnAton Verlag
: 9783937883755
: 1
: CHF 8.90
:
: Erzählende Literatur
: German
: 216
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Er ging. Einfach so. Lautlos. Ein Glas fällt zu Boden und zerbricht. Zurück bleiben Scherben. So fühlt es sich also an, wenn man den Boden unter den Füßen verliert. Das geht Matthea - von allen nur kurz Theo genannt - durch den Kopf. 'Wie soll ich mit Gott reden, wenn ich doch nicht einmal weiß, wo ich Gott erreichen kann?' Diese Frage stellte Theo Jahre zuvor dem Buchhändler Traugott an einem Nachmittag, als ihre Mutter sie nicht wie versprochen von der Schule abgeholt hatte. Sie wartete vergeblich auf sie und weil sie nicht wusste, was sie tun sollte, ging sie in die Buchhandlung in ihrer Straße. An all das erinnert sie sich nun wieder, nachdem sie alte Notizen, fein säuberlich in ein Heft eingeklebt, wiederfindet. Traugott hatte ihr damals mit einfachen Worten die universellen Fragen des Lebens beantwortet und eröffnete dem Mädchen eine vollständig neue Sichtweise auf die Welt. Kann er sie mit seinen Worten auch jetzt - Jahre später - wieder erreichen und ihr helfen? 'Die Welt ist ein Abenteuerspielplatz und es liegt in der Natur von Abenteuern, dass man sie erleben möchte.'

Danielle Willert wurde 1967 geboren. Zunächst studierte sie in Wien Handelswissenschaften und absolvierte später u.a. eine Ausbildung in Persönlichkeitsbildung und Bewusstseinserweiterung. Seit vielen Jahren ist sie als Marketing und Salesmanagerin tätig. Anfangs schrieb sie für ein Frauenmagazin Kolumnen. 2007 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, wofür sie gemeinsam mit der Grafikerin mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien ausgezeichnet wurde. 2010 folgte ihr zweites Buch und Traugott ist nun ihr erster Roman.

Kapitel 3



Meine Mutter hatte mich an jenem Tag in der Früh zur Schule gebracht. Wir fuhren täglich gegen halb achtlos, meist dann, wenn Camille die Blumen auf den Gehsteigstellte. An diesem Tag waren wir jedoch früher dran, dieGlocken der Jesuitenkirche läuteten sieben Uhr. Camille zoggerade die Jalousien vor dem Schaufenster hoch. Ich erinneremich noch gut daran. Meine Mama war ziemlich hektisch andiesem Morgen.
Täglich brachte sie mich mit dem Auto zur Schule, da sienormalerweise von dort aus direkt weiter zur Arbeit fuhr.Eigentlich wäre ich damals schon viel lieber alleine zurSchule gegangen. Immerhin ging ich schon in die vierteKlasse Volksschule. Schließlich durften die meisten meinerFreunde auch bereits ohne Begleitung zur Schule. MeineMutter entschuldigte ihre Fürsorge immer damit, dass derGroßteil meiner Mitschüler einen viel kürzeren Schulweghätten und nicht U-Bahn fahren müssten.
Als wir mit dem Auto aus unserer Straße bogen, vorbei amBuchladen, sah ich, dass Traugott da war. Normalerweisesperrte der Buchladen viel später auf. Ich winkte ihm zu und erwinkte zurück. Dabei lächelte er wieder. Es war eigenartig.Ich hatte noch nie ein Wort mit Traugott gesprochen, aber imVorbeigehen nahm er immer meinen Blick