Kapitel 3
Meine Mutter hatte mich an jenem Tag in der Früh zur Schule gebracht. Wir fuhren täglich gegen halb achtlos, meist dann, wenn Camille die Blumen auf den Gehsteigstellte. An diesem Tag waren wir jedoch früher dran, dieGlocken der Jesuitenkirche läuteten sieben Uhr. Camille zoggerade die Jalousien vor dem Schaufenster hoch. Ich erinneremich noch gut daran. Meine Mama war ziemlich hektisch andiesem Morgen.
Täglich brachte sie mich mit dem Auto zur Schule, da sienormalerweise von dort aus direkt weiter zur Arbeit fuhr.Eigentlich wäre ich damals schon viel lieber alleine zurSchule gegangen. Immerhin ging ich schon in die vierteKlasse Volksschule. Schließlich durften die meisten meinerFreunde auch bereits ohne Begleitung zur Schule. MeineMutter entschuldigte ihre Fürsorge immer damit, dass derGroßteil meiner Mitschüler einen viel kürzeren Schulweghätten und nicht U-Bahn fahren müssten.
Als wir mit dem Auto aus unserer Straße bogen, vorbei amBuchladen, sah ich, dass Traugott da war. Normalerweisesperrte der Buchladen viel später auf. Ich winkte ihm zu und erwinkte zurück. Dabei lächelte er wieder. Es war eigenartig.Ich hatte noch nie ein Wort mit Traugott gesprochen, aber imVorbeigehen nahm er immer meinen Blick