: Andrea Dinkel-Tischendorf
: Tore zur Freiheit Wie wir durch die geistige Welt und frühere Leben unsere Seelenaufgabe finden
: EchnAton Verlag
: 9783964420077
: 1
: CHF 11.70
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: Sonstiges
: German
: 288
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Den inneren Weg zu erkennen und zu verstehen, warum wir als Seele auf diese Erde gekommen sind, führt zu Zuversicht, Mut, Vertrauen und in das Wissen: Nichts geschieht umsonst!' Ein berührendes, fesselndes und informatives Buch, das die Arbeit eines Mediums anhand wahrer Geschichten beschreibt. Die Autorin zeigt durch zahlreiche Beispiele aus der eigenen Biografie und ihrer Arbeit mit Klienten, wie uns die geistige Welt - Jenseits, Engel und Geistführer - liebevoll unterstützt und leitet. Aber auch wie frühere Leben auf das heutige Leben Einfluss nehmen und wie wir beispielsweise durch das Erkennen der Ursachen von Ängsten und Schuldgefühlen Klarheit und Verständnis, Vergebung und letztlich Freiheit erreichen können. All dies birgt immense Wachstumschancen für die eigene Seele. Wir werden flexibler, geduldiger und mitfühlender. Die Seele entfaltet mehr Licht und unsere Liebesfähigkeit wächst. So können wir die in uns bereits angelegte göttliche Freude und Kraft entdecken und authentisch leben!

Andrea Dinkel-Tischendorf widmet sich seit über 20 Jahren den geistigen Heilweisen. Bereits als Kind war sie hellsichtig wie auch hellhörend. Nach einer Notoperation im Alter von 26 Jahren machte sie eine Gotteserfahrung, die ihr Leben von Grund auf veränderte. Das erlebte Wunder führte sie endgültig auf ihren spirituellen Weg. Am angesehenen Arthur Findlay College in England verfeinerte sie ihre Wahrnehmung. Von der geistigen Welt wird sie für ihre Arbeit instruiert und kann auf diese Weise Zusammenhänge zwischen Problemen in der Persönlichkeit und dem Seelenleid eines Menschen erkennen. Heute hilft sie Menschen, überwiegend durch Seminare im In- und Ausland, den eigenen Prozess der Selbstfindung einzuleiten und die innewohnende Medialität und Selbstheilung zu entfalten.

Frühe Kindheit




Meine Eltern waren noch sehr jung, als ich in ihr Leben trat, und man kann nicht behaupten, dass ich eine unbeschwerte Kindheit hatte. Meine Mutter war Alkoholikerin, eine sogenannte Quartalstrinkerin, die sich seit ihrem vierzehnten Lebensjahr immer wieder aus dem realen Leben in den Alkohol flüchtete. Häufig saß meine Oma stundenlang am Fenster, um auf ihren Mann, ihre Tochter und ihren Sohn zu warten. Mein Halbonkel war der Grund dafür, dass meine Mutter alkoholabhängig wurde. Jahre des Missbrauchs durch ihn und seine Freunde hatten sie beinahe zerstört; ein normales Leben war nicht mehr möglich.
Angefangen hatte der Missbrauch bereits mit elf Jahren, als ein ›Freund‹ der Familie sie erstmals vergewaltigte. Ich weiß noch, dass ich mir Kinderbilder meiner Mutter ansah, speziell ihr Konfirmationsfoto, und dabei dachte: »Wie traurig sie doch ausschaut!«
Mein Opa, ein warmherziger, kluger und sensibler Mann, entdeckte meine Oma beim Spaziergang, als sie damit beschäftigt war, den Garten umzugraben und alle anderen im Hausfeierten. »Schön blöd sind Sie!«, sprach er meine Oma an. »Da drinnen wird gefeiert, und Sie sind mit Umgraben beschäftigt!« Er brachte damit zum Ausdruck, was allen Angehörigen der weiblichen Ahnenreihe meiner Großmutter zu eigen war, und das galt auch für mich: Arbeit bekam im Leben absolute Priorität.
Als ich dreizehn Jahre alt war, sprach meine Mutter erstmalig über ihre traurige Vergangenheit. Anlass war ein Übergriff auf mich selbst, den ich glücklicherweise verhindern konnte. Ein Polizist hatte sich, während ich schlief, an mich herangemacht. Eine Freundin der Familie, die aufgrund eines stationären Aufenthalts meiner Mutter im Krankenhaus auf meine jüngere Schwester und mich aufpasste, brachte ihn mit ins Haus. Als ich spürte, dass mich etwas am Körper berührte und ich deshalb aus dem Schlaf gerissen wurde, um sogleich in ein fremdes Gesicht zu blicken, schrie ich im Schock nach Leibeskräften aus und schlug den Mann damit in die Flucht.
Meine Mutter spürte im Krankenhaus, dass etwas vorgefallen sein musste, und nachdem ich widerwillig aussprach, was geschehen war, packte sie kurzerhand ihre Sachen und eilte vorzeitig nach Hause. Dort angekommen, erzählte sie mir ihre deprimierende Geschichte, die mich erschütterte und mir die Tränen in die Augen trieb.
Nach einer langen Pause, in der ich ihr voller Mitgefühl den Arm streichelte, fragte ich sie: »Warum hast du Oma nichts davon gesagt?«
»Oh, das habe ich versucht. Aber sie hat mir nicht geglaubt, und bevor ich zu Ende reden konnte, hat sie mich als Spinnerin abgetan. Kurz darauf schickte sie mich zu Verwandten an die Ostsee. ›Zwangsausweisung‹! Ich habe nie wieder versucht, mit ihr darüber zu reden.«Meine Oma und meine Mutter hatten deshalb ihr Leben lang ein schwieriges Verhältnis.
Ich denke, dass ich in meiner medialen Tätigkeit deshalb auch immer wieder vielen Frauen begegne, die das gleiche Schicksal wie meine Mutter teilen, weil ich durch diese Erfahrungen sensitive Antennen für das Erkennen von Missbrauch und Alkoholismus entwickelt habe. Und natürlich, weil ich am eigenen Leib erlebt habe, was dies für den Betreffenden selbst sowie für seine Angehörigen bedeutet.
Mein Vater hatte eine gleichermaßen schwierige Kindheit. Bereits als Baby wurde er zur Adoption freigegeben. Er kam in eine Pflegefamilie, die bereits drei Kinder aufgenommen hatte. Seinen Pflegeeltern ging es vor allem um das Geld, welches sie für die Aufnahme und Betreuung der Kinder erhielten. Es gab für alle vier Kinder weder Liebe oder Zärtlichkeit, noch Mitgefühl oder Verständnis.
Mit diesen Kindheitserfahrungen lernten sich meine Eltern kennen und beschlossen, gemeinsam alles besser zu machen. Sie mieteten ein Haus in Calw, wünschten sich eine große Familie und wollten ihre eigenen Kinder mit Liebe großziehen. Zwei Menschen, denen die Flügel gestutzt worden waren und die versuchten, gemeinsam wieder ganz zu werden und fliegen zu lernen. Weder Vater noch Mutter schafften es, sich von ihrer Vergangenheit zu lösen, und Alkoholkonsum spielte bei beiden eine große Rolle. Trotzdem waren sie bemüht, eine normale Familie zu sein und uns Liebe zu schenken.
Meine eigenen Kindheitserinnerungen sind spärlich, sie liegen im undurchsichtigen Nebel der Vergangenheit. Das Wenige, das ich in mir bewusst gespeichert habe, w