: Axel Hecker
: Eine kleine Naturgeschichte der Freiheit
: Passagen Verlag
: 9783709250426
: Passagen Philosophie
: 1
: CHF 11.40
:
: Philosophie
: German
: 120
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die von der Hirnforschung vor Jahren vorgetragene These, Freiheit sei eine Illusion, steht unerledigt im Raum. Die Philosophie, die sich dazu berufen sah, Freiheit und Geist zu verteidigen, hat darauf nur schwach und mit Ru?ckzugsgefechten reagiert. Die hier erzählte 'kleine Naturgeschichte der Freiheit' sucht eine alternative Herangehensweise an dieses Problem. Die These lautet: Handlungsfreiheit (die Freiheit zu tun, was man will) kann aus Grundbestimmungen des Lebendigen, wie sie von dem Biologen Humberto Maturana entwickelt wurden, abgeleitet werden. Und Willensfreiheit (die Freiheit zu wollen, was man will) stellt eine besondere Fähigkeit jenes Lebendigen dar, das u?ber Sprache verfu?gt: die Fähigkeit, anstelle von Dingen auch Wörter und Sätze mit Wu?nschen zu belegen - insbesondere Sätze daru?ber, wie man selber sein will.

Axel Hecker, geboren 1952, ist Literaturwissenschaftler und arbeitet als Systemanalytiker in einem deutschen Großunternehmen.

Philosophie der Freiheit: Kompatibilismus


Über das Freiheitsproblem ist philosophisch viel geschrieben worden. In aller Kürze, scheint mir dies der Stand der Dinge zu sein:

1.Die wesentlichen dazu vertretenen Positionen sind: a) ein „harter“ (W. James)Determinismus, wie er beispielsweise seitens der Hirnforschung propagiert wird und der Freiheit zu einer Illusion erklärt; b) die „harte“ Gegenposition dazu, einInkompatibilismus, der Freiheit nur unter der Annahme verteidigen zu können glaubt, dass der Determinismus nicht zutrifft, dass es also „Lücken“ im Kausalprinzip geben muss, durch die Platz für Freiheit geschaffen wird; und schließlich c) einKompatibilismus, der die Vereinbarkeit von Freiheit und Determinismus behauptet, also erklärt, dass es sich bei der harten Entgegensetzung der beiden um einen intuitiven Konflikt handele, der aber durch sorgfältiges Nachdenken aufgelöst werden kann.

2.Die Positionen a) und b) zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihr jeweiliges Prinzip verteidigen, „koste es was da wolle“. Entsprechend angreifbar haben sie sich gemacht. Die Position c) hat dagegen den kommunikativen Vorteil, Verständnis für beide Anliegen zu signalisieren, allerdings auch die Schwierigkeit, die erheblichen intuitiven Hürden, denen die Behauptung einer Vereinbarkeit von Freiheit und Determinismus sich