: Rainer Gross
: Im Herz aller Dinge Eine Lebensgeschichte Band 2
: Books on Demand
: 9783752600278
: Eine Lebensgeschichte
: 2
: CHF 8.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 426
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Suchender. Ein Träumer, ein Dichter, ein Philo-soph. Ein Springinsfeld und Taugenichts. Motorrad-fahrer, Teetrinker und Pfeifenraucher. Ein Rebell mit verstecktem Philisterwunsch. Das ist Joachim Klein. Eine Existenz unter Milliarden, und doch einzigartig. Wie jeder Mensch. Er studiert Philosophie und Literatur, weil er Schrift-steller werden will und nach der Wahrheit sucht. Er bleibt Einzelgänger und wohnt noch zuhause. Er liebt die Romantiker, übt Zazen und trifft sich mit seinem Freund Schorsch in der Kaiserpassage. Doch nach den Prüfungen hat er eine Begegnung, die sein Leben für immer verändern wird. Der vorliegende Roman berichtet die Studentenjahre 1984 bis 1992.

Rainer Gross, Jahrgang 1962, geboren in Reutlingen, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft. Heute lebt er mit seiner Frau als freier Schriftsteller wieder in seiner Heimatstadt. Bisher u.a. erschienen: Grafeneck (2007, Glauser-Debüt-Preis 2008); Weiße Nächte (2008); Kettenacker (2011); Kelterblut (2012); Die Welt meiner Schwestern (2014); Yûomo (2014); Haus der Stille (2014); Schrödingers Kätzchen (2015); Haut (2015); My sweet Lord (2016); Die sechzigste Ansicht des Berges Fuji (2017); In der fernen Stadt (2017); Räucherstäbchenjahre (2018); Der Teehändler (2019); Er sollte nicht ahnen (2019); Lebkuchenstadt (2020); Schatzkiste (2020); Ein Nachmittag am Bondi Beach (2020). Flieg zum Regenbogen (2020); Frühling auf Helgoland (2020); Sommer auf Helgoland (2020).

2 De Bello Gallico


Joachim wechselte also im zweiten Hauptfach von Kunstgeschichte zu Germanistik. Dafür brauchte er das Kleine Latinum.

Am Gymnasium hätte er es machen können, aber er hatte Französisch gewählt.

So musste er zwei Semester lang den Lateinkurs an der Uni belegen.

Die Sprache gefiel ihm.

Sie war durch und durch logisch. Sie hatte eine berechenbare Systematik. Und sie bot sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten, die es im Deutschen nicht gab.

Das Lernen fiel ihm leicht.

Mit dem Auswendiglernen der vielen Formen und Flektionen hatte er keine Probleme.

Er begriff den Sinn grammatischer Konstruktionen und verstand beim Übersetzen vieles intuitiv.

Martin, sein Jugendfreund, hatte unterdessen auf dem Wirtschaftsgymnasium das Abitur nachgemacht und wollte auch studieren.

Theologie.

Dazu brauchte er, wie Joachim, das Kleine Latinum.

Also belegten sie den Kurs gemeinsam.

Von der Dreierfreundschaft waren nur sie beide geblieben. Noch immer war Martins Zimmer eine Zuflucht für Joachim.

Sie saßen also wieder in Martins Zimmer.

Sie büffelten zusammen Latein.

De Bello Gallico, von Cäsar. Das war einfacher als Cicero und Seneca. Hier erzählte Cäsar einfach von seinen Feldzügen. Wald roden, Lager bauen, fürres frumentariae sorgen, Geiseln nehmen.

Töchter und