2 De Bello Gallico
Joachim wechselte also im zweiten Hauptfach von Kunstgeschichte zu Germanistik. Dafür brauchte er das Kleine Latinum.
Am Gymnasium hätte er es machen können, aber er hatte Französisch gewählt.
So musste er zwei Semester lang den Lateinkurs an der Uni belegen.
Die Sprache gefiel ihm.
Sie war durch und durch logisch. Sie hatte eine berechenbare Systematik. Und sie bot sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten, die es im Deutschen nicht gab.
Das Lernen fiel ihm leicht.
Mit dem Auswendiglernen der vielen Formen und Flektionen hatte er keine Probleme.
Er begriff den Sinn grammatischer Konstruktionen und verstand beim Übersetzen vieles intuitiv.
Martin, sein Jugendfreund, hatte unterdessen auf dem Wirtschaftsgymnasium das Abitur nachgemacht und wollte auch studieren.
Theologie.
Dazu brauchte er, wie Joachim, das Kleine Latinum.
Also belegten sie den Kurs gemeinsam.
Von der Dreierfreundschaft waren nur sie beide geblieben. Noch immer war Martins Zimmer eine Zuflucht für Joachim.
Sie saßen also wieder in Martins Zimmer.
Sie büffelten zusammen Latein.
De Bello Gallico, von Cäsar. Das war einfacher als Cicero und Seneca. Hier erzählte Cäsar einfach von seinen Feldzügen. Wald roden, Lager bauen, fürres frumentariae sorgen, Geiseln nehmen.
Töchter und