Mehr als ein Plus für die Gesundheit
Dem Körper können wir kaum etwas Besseres tun, als ihn in der Ruhe des Fastens regenerieren zu lassen. Es nutzt jedem Organ, Gewebe und allen Zellen, indem es die gesunden fördert und die kranken zur sogenannten Apoptose herausfordert, dem programmierten Zellselbstmord. Ein Organismus, dessen alte und kranke Zellen dieser selbstlosen Aufgabe nicht mehr nachkommen können, befindet sich schon im Übergang zur Krebserkrankung. Bei bereits wachsendem Krebs ist dieser Egotrip der Zellen, sich nicht mehr aufzugeben, wenn ihre Zeit gekommen ist, eines der Hauptprobleme.
Vielseitige Heilerfolge
Eine verfettete und vergrößerte und von der Entgiftung überforderteLeber schrumpft sich ebenso gesund wie ein verfettetesHerz, dieNieren können bei reichlicher Flüssigkeitszufuhr entspannen, dieHaut kann ihre Grenze neu bestimmen und alte Themen herausarbeiten.
Nicht selten kann man als Fastenarzt erleben, wie eine Hautkrankheit wie etwa Neurodermitis, die mit Kortisonbehandlung unterdrückt und zu Asthma geworden ist, auf dem umgekehrten Weg wieder verschwindet. Beim Fasten bessert sich dann das Asthma, und die Hauterscheinung kommt nochmals für kurze Zeit zurück. Wird sie nicht neuerlich unterdrückt, sondern darf sich über die Haut ausdrücken und geradezu aufblühen – die Schulmedizin spricht hier von Effloreszenzen, Erblühungen –, vergeht sie mit der Zeit über diesen Weg. Ideal wäre es, hier mit klassischer Homöopathie nachzuhelfen.
Auch dieKnochen passen sich der Situation an, und der Druck lässt auf allen Ebenen nach. Das wird dem Hochdruckpatienten von Anfang an helfen, die Niederdruckpatientin aber noch tiefer in ihr Thema bringen, das in der Anerkennung der weiblichen Seelenhälfte, der Anima, liegt. Auch wenn ein geringfügig sinkender Druck es ihr anfangs nicht gerade leichter macht, wird gerade sie profitieren durch Aussöhnung mit diesem archetypisch weiblichen Thema der Anpassung und des Findens ihres Rhythmus.
Auch dasGehirn kann wundervoll regenerieren, stellt der Organismus doch auf Fettstoffwechsel um, das heißt, er lebt von den eigenen Fettreserven. Diese Stoffwechsellage, die wir jede Nacht im Schlaf üben können und sollten, wird das Gehirn, das zu mehr als 70 Prozent aus Fett besteht, zugleich entlasten und auf eine Art nähren, die ihm sehr bekommt und zudem noch eine Alzheimer-Vorbeugung darstellt. Man nennt sie ketogen, wobei der Stoffwechsel mehr freie Fettsäuren als Glukose (Traubenzucker) aus Kohlenhydraten (Zucker und Stärke) verbrennt. Letzteres ist der Lieblingstreibstoff des Körpers, da er schnell verarbeitet werden kann. Im ketogenen Zustand muss er sich mehr mühen, verbrennt dafür aber überflüssige (Fett-)Reserven.
Tatsächlich ist Fasten die ideale allgemeine körperlicheVorbeugungsmaßnahme. Das spüren Fastende natürlich erst im Anschluss, wenn sie „vergeblich“ auf die jährliche Grippe warten, mit der Zeit ihre schon gewohnte Mandelentzündung verlieren oder der Heuschnupfen – von Jahr zu Jahr – länger auf sich warten lässt, um schließlich ganz auszubleiben.
Detox-Programm vom Besten und Feinsten
Die enorme Vorbeugungspotenz des Fastens liegt wahrscheinlich an seiner nachhaltigen Detox-Wirkung. Wie schon einleitend erwähnt, ist mir und anderen naturheilkundlich arbeitenden Kollegen bisher noch kein besseres Entgiftungsprogramm untergekommen. Der modernen Schulmedizin mit ihren männlichen Machertendenzen ist das suspekt, weil es ganz in der Regie des „inneren Arztes“ oder Archeus, wie der Arzt und Philosoph Paracelsus ihn nannte, geschieht. Wenn ein Schulmediziner sagt, da ist nichts (mehr) zu machen, hält er das in der Regel und in seiner oft grandiosen Selbstüberschätzung für ein Todesurteil. Dabei kann ein Mediziner in Wirklichkeit gar nicht so viel machen, wie er glaubt. Ständig ist auch er auf die Mitarbeit dieses „inneren Arztes“ angewiesen.
Kehren wir zurück zum Bild des Körperhauses, das, in umgekehrter Reihenfolge wie seine Speicher urs