: Rainer Gross
: Sommer auf Helgoland Roman
: Books on Demand
: 9783752681345
: 1
: CHF 7.00
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sommer auf Helgoland. Nele genießt ihn mit ihrer Freundin Frauke und deren Mann Morten, dem Kreuzfahrtkapitän. Angekommen in ihrem neuen Leben, hat sie Abstand zu der Vergangenheit und ihrem Ex-Verlobten gewonnen. Doch bald stellen sich neue Fragen: Sie und Maik kommen sich immer näher, aber ist sie bereit für eine neue Beziehung? Wer ist der geheimnisvolle NN, der am Weststrand sein Kunstwerk hinterließ? Und was will Nele eigentlich in ihrem Leben? Da steht eine Tages unvermutet eine bekannte Gestalt vor ihr, und ein lang vergessenes Familiengeheimnis wird gelüftet, das ihr Leben verändern wird.

Rainer Gross, Jahrgang 1962, geboren in Reutlingen, studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Theologie. Heute lebt er mit seiner Frau als freier Schriftsteller wieder in seiner Heimatstadt. Bisher u.a. erschienen: Grafeneck (2007, Glauser-Debüt-Preis 2008); Weiße Nächte (2008); Kettenacker (2011); Kelterblut (2012); Die Welt meiner Schwestern (2014); Yûomo (2014); Haus der Stille (2014); Schrödingers Kätzchen (2015); Haut (2015); My sweet Lord (2016); Die sechzigste Ansicht des Berges Fuji (2017); In der fernen Stadt (2017); Räucherstäbchenjahre (2018); Der Teehändler (2019); Lebkuchenstadt (2020); Ein Nachmittag am Bondi Beach (2020); Flieg zum Regenbogen (2020); Frühling auf Helgoland (2020).

1. Kapitel:
Der Lummensprung


Der Sommer war nach Helgoland gekommen. Mit Schauerwetter, einem Haufen Cumuluswolken und Temperaturen bis fünfundzwanzig Grad. Nachts hatte es kaum weniger, und Nele bekam zu spüren, was es hieß, auf einer Sommerinsel mitten im Meer zu wohnen.

Sie wollte ihren Vorsatz wahr machen und ging so oft wie möglich ans Meer. Sie spazierte am Nordstrand entlang, setzte sich in den warmen Sand und schaute den Wellen zu. Mit Frauke und Morten fuhr sie auf die Düne und verbrachte einen sorglosen Nachmittag am Südstrand, beobachtete die Robben und erinnerte sich wieder an den kleinen Heuler, den sie vor den Jugendlichen gerettet hatte und weswegen sie in der Inselzeitung gelandet war – der Grund, weshalb Florian sie ausfindig gemacht hatte und hierher gekommen war, zu einer Aussprache.

Nun war sie froh, dass es so gekommen war. Sie hatte sich von einer Altlast befreit. Manchmal dachte sie an ihn, wie er das wohl weggesteckt hatte, aber sie kannte ihn ja. Er würde das Opfer spielen und sich in seinem Selbstmitleid suhlen. Es war vorbei.

Manchmal noch ging sie bei regnerischem Wetter am Weststrand spazieren und schaute sich die Installation an, die Maik ihr gezeigt ha