Der Pimpf vom Dienst
Alle Kinder waren verpflichtet, den Pimpfen beizutreten. „Der Pimpf“ war die einzige Jugendorganisation, die von der Reichsregierung geduldet und gefördert wurde. Mädchen wurden im „Bund Deutscher Mädels“ verpflichtet, kurz „BDM“ genannt.
Meine Pimpfenzeit begann 1935 mit 10 Jahren und endete 1939, da war ich 14 Jahre alt. Was ich in diesen vier Jahren bei dem Jungvolk erlebte, hat mich sehr begeistert.
Ich gehörte einer Jungenschaft von ca. 10 Pimpfen an. Ein älterer Schüler war mein Jungenschaftsführer. Zu einem Jungzug gehörten mindestens 3 Jungenschaften, und 3 Jungzüge ergaben ein Fähnlein. Mein Dienst als Pimpf spielte sich vorwiegend in der Jungenschaft ab. Nur bei Umzügen und Aufmärschen nahm das Fähnlein geschlossen daran teil, wie zum Beispiel am 1. Mai.
Wir trugen alle die gleiche Pimpfbekleidung: Braunes Hemd, schwarzes Dreiecktuch mit Lederknoten, schwarze kurze Hose mit Koppel und Schulterriemen. Dann kamen noch die schwarze lange Skihose, eine schwarze Bluse, die schwarze Schirmmütze und das Fahrtenmesser, das am Koppel in einer Messerscheide getragen wurde, dazu. Später war ich stolz auf meine derben Lederschnürhalbschuhe (sogenannte Bundschuhe). Ich ließ die Sohlen benageln, die Absätze hufeisenartig beschlagen und die Sohlenspitzen mit Metallplättchen versehen. Verrückt, aber es war so - ich war 13 Jahre alt!
1934 hatte der Reichsverband für deutsche Jugendherbergen die Storkower Burg erworben und sie für ihre Zwecke um- und ausbauen lassen. Sie konnte dann im Oktober 1935 feierlich als „Märkische Jugendburg Storkow“ eingeweiht werden. Die Einweihung fand im größeren Rahmen st