Kapitel 2
Runen und Götterglaube
Die Bezeichnung „Runenorakel“ ist irreführend, denn die Runen sind viel mehr als ein bloßes Herumorakeln. Mithilfe von richtig ausgeführtem Runenlosen kann man mit den Göttern in Verbindung treten. In den Runen sind Götterkräfte enthalten bzw. werden mit den Runen für uns aktiviert. Die Vorstellung einer tatsächlichen Existenz von Göttern und Geistern ist also notwendig, um die Runen zu verstehen und zum Losen verwenden zu können. Denn die Götter antworten nur denen, die Sie auch in ihr Weltbild einbeziehen, die zu Ihnen beten und Sie um Antworten fragen.
Im Mythos, wie er in der altisländischen Liedsammlung der Edda enthalten ist, ist es der Gott Odin (Wodan), der als er jung war, die Runen erkannte oder entdeckte. Odin begab sich zu seinem Lehrmeister, den weisen Zwerg Mimir, und mußte sich 9 Tage und Nächte an einem Ast der Weltesche aufhängen. Dabei durfte er nicht essen und nicht trinken. Auf diese Weise wurde eine Trance herbeigeführt, und Odin erkannte in den unter ihm liegenden Zweige