: Pia O'Connell
: Tod in Abbey View Ein Irland-Krimi | Wohlfühlkrimi mit einer Detektivin wider Willen
: Piper Verlag
: 9783492987530
: Elli O'Shea ermittelt
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Killed in Kildare: Elli O'Sheas zweiter Fall. Für alle Leser:innen von Irlandkrimis und Cosy Crime Elli O'Shea, geborene Elisabeth Feuchtwanger, hadert mit sich und der Welt. Warum kann sie nicht einfach mal Nein sagen? Kaum haben sie und ihr Mann Seán mit dem gemeinsamen Sohn Patrick ihre neue Doppelhaushälfte in Abbey View, einer neuen Wohnsiedlung in der irischen Kleinstadt Celbridge in der Grafschaft Kildare, bezogen, als sich auch schon ihre Eltern aus Bayern zu Besuch anmelden. Die Bilder hängen noch nicht an den Wänden, als Ellis Eltern das Gästezimmer beziehen. Dann findet ausgerechnet ihr kleiner Sohn Patrick den nervigen Nachbarn tot in seinem Garten liegen. Mit einem Loch in der Stirn. Ellis Vater, Manfred Feuchtwanger, seines Zeichens pensionierter Kriminalhauptkommissar, läßt es sich nicht nehmen, ein bisschen zu ermitteln. Ellis Mutter versucht alles, um ihre Tochter zur Rückkehr nach Regensburg zu überreden. Doch die hat andere Pläne. Sie will gemeinsam mit Tadhg Kelly eine Privatdetektivagentur eröffnen. Nicht ahnend, dass Tadhg mit eigenen Problemen zu kämpfen hat ... »Ein empfehlenswerter Cosy-Krimi, der Lust auf die grüne Insel macht.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Irland und Cosy Crime - eine grossartige Mischung. Wunderbar, humorvoll und spannend« ((Leserstimme auf Netgalley))

Pia O'Connell, 1964 geboren in Regensburg, lebt und arbeitet seit nunmehr zwanzig Jahren auf der grünen Insel als selbständige Unternehmerin. Anregungen für ihre Geschichten erhält sie aus dem täglichen Leben, aus dem Eintauchen in den irischen Alltag mit seinem unverwechselbaren Menschenschlag und aus der bezaubernden irischen Landschaft. Sie liebt ihre baye-irische Familie, ihre drei erwachsenen Kinder und deren Multi-kulti Marotten, schätzt bayerisches Bier und irischen Whiskey und hat eine Schwäche für leckeres Essen. Pia O'Connell lebt mit ihrem Mann im malerischen County Carlow in »Irelands Ancient East«. 

Kapitel 1 
Elli O’Shea


Warum, warum, warum!?

Mit jedem »Warum« schlage ich auf den Hefeteig ein, dass es nur so klatscht.

Warum kannst du nicht einmal nein sagen?, denke ich, greife mit beiden Händen in den Teig und knete verbissen weiter.Jetzt bist du schon über dreißig und kannst dich immer noch nicht gegen deine Mutter durchsetzen.

Hitzig nehme ich den Teigklumpen auf und knalle ihn mit voller Wucht zurück auf das hölzerne Backbrett. Ich habe so eine Stinkwut auf mich, dass ich platzen könnte.

Was wäre denn dabei gewesen, wenn du ihr am Telefon klargemacht hättest, dass es dir nicht passt? »Das ist nett gemeint Mama, aber mir wäre es lieber, wenn ihr uns noch ein bisschen Zeit zum Eingewöhnen geben würdet«, hätte ich sagen sollen, oder: »Nein Mama, wir sind noch mitten im Umzug, besucht uns doch in einem halben Jahr.« Oder einfach nur: »Tut mir leid Mama, euer Besuch passt mir jetzt wirklich nicht.«

Mit beiden Fäusten dresche ich auf den Teig ein.

Aber nein!

»Den Kleinen haben wir nicht mehr gesehen, seit ihr nach Irland gezogen seid«, hatte meine Mutter in vorwurfsvollem Ton am Telefon gesagt. »Wahrscheinlich kennt er uns nicht einmal mehr.« Dann hatte sie noch hinzugefügt: »Schlimm genug, dass ihr so weit weg wohnt. Lass dir wenigstens ein bisschen helfen«, und noch im gleichen Atemzug draufgesetzt: »Oder wollt ihr uns nicht sehen?«

»Aber nein, wir freuen uns«, hatte ich rückgratlose Kreatur daraufhin ins Telefon gesäuselt.

Höhnisch hallt es in meinen Ohren wider.

Wir freuen uns. Dumme Pute!

Frustriert lasse ich ab vom Teig, greife nach dem Mehl und bestäube den klebrigen Laib damit. Unter leisem Fluchen und gemurmelten Selbstvorwürfen setze ich meine Tätigkeit fort.

Auf einmal wird die Hintertür der Küche aufgestoßen. Mit einem lauten Krachen fliegt sie so heftig gegen die Wand, dass die Glasscheibe wackelt.

»Mami, Mami, der Engländer ist tot!« Außer Atem und mit ihren Spielzeugpistolen gestikulierend, stürmen Patrick und Conor in meine Küche. Beide sind schwer bewaffnet. In ihren Patronengürteln stecken Holzschwerter, Gummizwistel, Plastikmesser und jede Menge Munition. Sie haben sich ein Tuch vors Gesicht gebunden und tragen einen Cowboyhut auf dem erhitzten Kopf.

»Komm schnell!«, ruft Patrick, packt mich am Schürzenzipfel und versucht, mich hinter sich her durch die Hintertür hinaus in den Garten zu ziehen.

»Jetzt nicht«, schnauze ich ihn an. Mit dem Handrücken streiche ich mir eine Haarsträhne aus der verschwitzten Stirn, stecke beide Hände zurück in den Hefeteig und knete kräftig weiter.

Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie die beiden sich unschlüssig anschielen und die Schultern hängen lassen.Was soll’s, denke ich mir,die Kinder können doch nichts für deine miese Laune. Spiel mit.

»Habt ihr den Engländer umgebracht?«, grolle ich sie an und versuche, dabei wie ein strenger Polizist zu klingen.

Erschrocken reißen beide die Augen auf. »Nein!« Conor schielt auf die Plastikpistole in seiner Hand und steckt sie schnell zurück in das Holster. »Nein, wir waren das nicht.«

»Das war bestimmt der böse Mann«, unterstützt Patrick seinen Freund. »Komm jetzt endlich, Mami! Du musst die Polizei holen!«

»Ich bin gleich so weit, nur einen Moment.« Ich lege die Teigkugel zurück in die grüne Plastikschüssel, breite das geblümte Geschirrtuch darüber, stelle die Schüssel neben den Herd und wasche mir die teigigen Hände über der Spüle ab. Den Kopf nach hinten gewandt, bemerke ich, wie die beiden ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trippeln.

»So, jetzt kann ich mitspielen. Wer soll ich sein?« Gutmütig lächelnd, betrachte ich die Schwerbewaffneten.

Sofort nehmen mich beide an den Händen, ziehen mich durch die Hintertür in den Garten, den schmalen Gang am Haus vorbei, die Garagenauffahrt hinab und quer über die Straße. Vor dem Haus von Peter Purcell, den wir hinter seinem Rücken nur »den Engländer« nennen, bleiben die beiden stocksteif stehen. Ich drehe den Kopf nach allen Seiten. Ein blödes Spiel. Ich möchte nicht von Peter dabei gesehen werden, während wir wie angewachsen vor seinem Haus stehen und in seinen Garten glotzen. Ich will zurück zu meinem Hefeteig, aber beide Kinder klammern sich fest an meine Hände und gehen keinen Schritt