: Friedrich Heinrich Synold
: SEEFAHRT! V Jeder Seemann ein Artist, ein Schiff, ein ganzer Zirkus. Eine Sammlung autobiographischer Kurzgeschichten
: Books on Demand
: 9783752679328
: 1
: CHF 4.40
:
: Erzählende Literatur
: German
: 172
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Überall kann man auf spannende Geschichten stoßen, leider kann man nicht alle zu Papier bringen. Die Seefahrt der vergangenen Tage, hier festgehalten vom Autor dieses Buches und eingebunden in diversen Kurzgeschichten. Es begann in Skandinavien, auf einem steinalten Kümo und endete schlimm, wir blieben aber hoch im Norden, über dem Polarkreis, in der UDSSR, in Archangelsk, danach gingen wir kurz nach Polen und ließen uns von einem brandneuen Dampfer, durch die Biskaya an die Küsten Westafrikas verfrachten. Es folgten der Welland-Kanal mit den großen Seen und Chicago. Zurück ging es zu einem Fährdienst in Skandinavien, weiter pendeln wir zwischen Antwerpen und der Ostküste der USA, um von dort in die Karibik zu gelangen. Nachdem wir dort waren werfen wir noch kurz einen Blick nach Norden, in den Golf von Mexico. Damit beenden wir unsere Reisen durch die westliche Hemisphäre. Diese Storys sind kein Seemannsgarn. In dieser Lektüre ist alles echt, aufregend, faszinierend und spannend! Geschichten wie diese kann nur das wirkliche, gelebte Leben schreiben!

Friedrich Synold, geboren 1947 in Schwarzenbek, lebt in Reinbek, im Süden Schleswig-Holsteins. Er fuhr fast zehn Jahre zur See und hat dabei sehr viele Menschen, Städte und Länder kennengelernt. Aus diesen Erfahrungen, Eindrücken und Erinnerungen gestaltet er seine Bücher.

M/V »Hildegard Peters«
Holzreisen Sommer 1968


Der verlorene Anker


Rotterdam – Archangelsk – Rotterdam


Fietes Drang zum Meer war wieder einmal sehr stark. Der Urlaub war zu Ende, also benötigte er dringend ein Schiff. Max, der Heuerbaas an der Seewartenstraße in der Heuerstelle, hatte auch sofort einen, wie er sagte: »Guten Dampfer, alles im Lack, gutes Fahrtgebiet!«

So abgeladen kamen wir immer mit der Hildegard und unserer Deckslast in Rotterdam an.

Der ehemalige Steamer lag in Nordenham, war 1928 vom Stapel gelaufen und lud nun Brechkoks für Spanien. All das hatte Max Fiete aber nicht erzählt, leider war Fiete etwas klamm, hatte also keine große Chance auf eine sofortige Kehrtwende.

»Warte man ab mein Lieber, irgendwann bin ich wieder in Hamburg, im Weißen Haus am Meer und dann hole ich Dich durch deine Klappe für den Zossenden du mir angedreht hast und die Scheiss Ladung. Das schwöre ich Dir!«

Was für ein Schiff! Das durchgerostete Zwischendeck hatte riesige Löcher. Alle Luken wurden mit Klapperdeckel und den passenden Scherstöcken abgedeckt. Die Bäume wurden mit Zupfgeien gestellt und schließlich mit Preventer in der endgültigen Position gesichert. Irgendwann später sagte Fiete mal zu einem seiner Kollegen: »Wir müssten an und für sich in jedem Hafen ein Schild mit folgendem Text an die Gangway hängen: »Betreten der Baustelle auf eigene Gefahr!«.

Der Smut, ein gestandener Mann von kräftiger Statur, hatte ein Holzbein ode