: Abby Overdevest
: Auf gläsernen Pfoten Roman
: Wattpad@Piper
: 9783492988117
: Die besten deutschen Wattpad-Bücher
: 1
: CHF 8.90
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: Fantasy
: German
: 450
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Für alle, die Liebesromane und eine aufregende Werwolf-Geschichte lieben - von hunderttausenden Wattpad-Leser*innen verschlugen! »Ich dachte viel zu oft an ihn. An seine grausame Seite, die er mir offenbart hatte, und an die Momente, in denen er ganz anders zu sein schien.« Als Kathleen einen riesigen verletzten Hund vor ihrer Haustür findet, ahnt sie noch nicht, wohin diese Begegnung führen wird. Erst verwandelt sich der gerettete Straßenhund in einen Jungen, dann stehen plötzlich zwei fremde Männer in ihrer Wohnung und sie findet sich in einem Kampf zweier Fronten wieder. Auf der einen Seite sagenhafte Werwölfe, auf der anderen Seite Menschen, die diese vernichten wollen. Jeden Moment kann Kathleens Welt wie Glas zersplittern. Wem kann sie trauen? ???? Wattpad verbindet eine Gemeinschaft von rund 90 Millionen Leser:innen und Autor:innen durch die Macht der Geschichte und ist damit weltweit die größte Social Reading-Plattform. Bei Wattpad@Piper erscheinen nun die größten Erfolge in überarbeiteter Version als Buch und als E-Book: Stoffe, die bereits hunderttausende von Leser:innen begeistert haben, durch ihren besonderen Stil beeindrucken und sich mit den Themen beschäftigen, die junge Leser:innen wirklich bewegen! »Dieses Buch hat es geschafft, mir Herzklopfen zu verursachen. Mystisch, Action reich und mit einer süßen Liebesgeschichte.«  ((Leserstimme auf Netgalley)) »?Auf gläsernen Pfoten? war lustig, aufregend und es gab viele Wendungen und das Cover ist wunderschön.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Eine wundervolle Geschichte mit starken Charakteren und einer atemberaubenden Handlung.« ((Leserstimme auf Netgalley))

Abby Overdevest wurde 1995 im Emsland geboren und lebt dort bis heute in einem verschlafenen Städtchen. Seit Abschluss ihres Studiums arbeitet sie für einen Verband in der Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Schreiben und Erschaffen von neuen Welten ist ihre heimliche Leidenschaft.

2 Nicht das, was es zu sein scheint


»Beruhigen Sie sich, Miss Doyle«, erwiderte eine entspannte, männliche Stimme am anderen Ende. »Haben Sie irgendeinen Hinweis auf den Besitzer des verletzen Hundes?«

»Nein.«

»In Ordnung. Können Sie das Tier transportieren?«

»Ja, er befindet sich bereits in meinem Auto.« Ich spähte zum offen stehenden Kofferraum, aus dem mich zwei braune Knopfaugen anschauten.

»Sehr gut. Ich gebe Ihnen die Adresse der Praxis, und Sie können gleich vorbeikommen.«

»Vielen Dank.« Ich atmete auf. »Sie wissen gar nicht, wie sehr Sie mir – nein, diesem armen Hund helfen. Und das mitten in der Nacht.«

»Das ist mein Job. Fahren Sie vorsichtig. Wir sehen uns gleich.«

Sachte fuhr ich los und orientierte mich an der Wegbeschreibung, die mir der Arzt gegeben hatte. Die Straßen waren leer, manche Ampeln sogar ausgeschaltet. Das Hinweisschild auf die Tierarztpraxis an einer kleinen Seitenstraße ließ meinen Puls steigen. In dem Gebäude brannte Licht, und ein weiteres Auto parkte am Straßenrand. Ich war überrascht, dass der humpelnde Hund mich anstandslos begleitete – aus dem Auto, über den Parkplatz und in die Praxis hinein, ohne dass ich ihn an der Leine hatte.

»Kathleen Doyle?«, erkundigte sich ein ergrauter Mann, der in der Tür wartete. »Ich bin Dr. Mayhew. Wir haben telefoniert, richtig? Wegen des verletzten Hundes …« Sein Blick fiel auf eben diesen. »Kommen Sie herein, wir sehen uns das einmal bei Licht an.«

Die Praxis war recht klein. Vom Erdgeschoss führte eine Treppe ins erste Stockwerk. Dr. Mayhew schleuste uns durch ein paar enge Gänge in einen Behandlungsraum. Der Geruch von Desinfektionsmittel und Gummihandschuhen stieg mir in die Nase. Der Hund blieb plötzlich stehen, wollte auf schnellstem Wege wieder aus dem Gebäude, aber ich stellte mich vor ihn.

»Schon okay«, sagte ich und hockte mich auf den Linoleumboden. Er winselte und drückte seinen schweren Körper gegen meinen. »Es wird nichts Schlimmes passieren, wir sind hier, damit es dir besser geht.« Mit einem Hund zu sprechen erschien mir weniger verrückt als meine Selbstgespräche.

Der Doktor bat uns mit einer Handbewegung in das Zimmer, doch der Hund wehrte sich, also zog ich ihn am Nackenfell hinter mir her.

»Zu zweit bekommen wir ihn nicht auf den Behandlungstisch. Ich hole meinen Assistenten«, kündigte Dr. Mayhew an und beäugte das Tier skeptisch. »Dieser Hund hat viel Blut verloren. Wir werden sehen, was wir überhaupt noch tun können. Würden Sie lieber im Wartezimmer Platz nehmen?«

»Nein, schon in Ordnung«, entgegnete ich. Der metallische Geruch des Blutes zwang mich dazu, erst zu schlucken, bevor ich weiterreden konnte. »Ich bleibe bei ihm.«

Der Mann nickte und schloss die Tür hinter sich. Ich legte meine Hand an die Seite des Hundes, und er zuckte zusammen. Leise sprach ich mit ihm und streichelte über sein Fell. Mehr konnte ich nicht für ihn tun.

Mit einem Klicken sprang die Tür auf, und Dr. Mayhew trat gemeinsam mit einem jüngeren Mann ein. Sie diskutierten lautstark, und der zweite Arzt verstummte erst, als er den Hund betrachtete.

»Ein prächtiges Tier«, sagte er und rieb sich die Hände. »Sehr gut gebaut und kräftig. Er wird die Narkose überstehen.«

»Dem widerspreche ich, Dr. Teger. Wir sollten ihn von seinem Leid erlösen. Der Blutverlust und die mögliche Infektion sind Grund genug, dass ein verwildertes Tier sich nicht weiter quälen soll.«

»Nein!«, schrie ich beinahe und umarmte den Hund. »Es muss doch etwas geben, was Sie tun können.«

»Die Notoperation ist nicht gerade günstig«, führte Dr. Mayhew an. »Wollen Sie die Kosten für ein Tier tragen, das nicht einmal Ihnen gehört und kurz vor dem Tod steht? Die Narkose könnte bereits zu viel für ihn sein.«

Ich stockte, konnte nicht sofort antworten. Der Hund stupste meine Hand mit der Nase an und ich kraulte sein Ohr. Er wollte leben. Ich wollte, dass er lebte. Allerdings besaß ich nicht genügend Geld für die Operation.

»Wie wäre es mit einem Vorschlag meinerseits?« Dr. Teger umrundete den Behandlungstisch. »Wenn die Kosten zu hoch sind, dann könnten Sie als Aushilfe hier arbeiten. Nichts Großes, hauptsächlich Papierarbeit und das Putzen. Wie klingt das für Sie?«

»Sie können doch nicht…«, wandte sich Dr. Mayhew an ihn.

»Bitte, ich regle das mit der jungen Da