: Hugo von Hofmannsthal, Richard Strauss, Alfred Roller
: Christiane Mühlegger-Henhapel, Ursula Renner
: »Mit dir keine Oper zu lang ...« Briefwechsel: Hugo von Hofmannsthal, Richard Strauss, Alfred Roller
: Benevento
: 9783710951299
: 1
: CHF 38.90
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 592
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Neuer Blickwinkel auf die deutsch-österreichische Musikgeschichte Sie gehören zu den zentralen Figuren des österreichischen Theaterbetriebs: der Komponist Richard Strauss, der Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und Alfred Roller, Bühnenbildner unter Gustav Mahler. Der Briefwechsel zwischen diesen Künstlern eröffnet neue Perspektiven auf die Musik- und Theatergeschichte in Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wie entstanden wegweisende Produktionen wie der »Rosenkavalier« oder »Jedermann«? Was spielte sich zur Gründungszeit der Salzburger Festspiele hinter den Kulissen ab? - Bisher unveröffentlichte Korrespondenz mit mehr als 200 Briefen - Aufwendig gestalteter Prachtband für Musik- und Literatur-Liebhaber - Über 200 farbige Abbildungen: Fotos, Bühnenbilder und Faksimiles Von der Werkstatt auf die Bühne: ein Briefwechsel als faszinierendes Zeitdokument Die Zusammenarbeit zwischen Hugo von Hofmannsthal, dem Künstler des Wortes, und Richard Strauss, dem Künstler der Töne, ist legendär geworden. Doch um wirksam zu werden, bedürfen diese beiden Künste einer dritten: der Kunst der Sichtbarmachung. In der Korrespondenz zwischen diesen drei Kunstschaffenden vollziehen die Leser den Schöpfungsprozess von der Werkstatt bis zur Realisierung auf der Bühne nach. Christiane Mühlegger-Henhapel und Ursula Renner versammeln in dieser Edition eine Vielzahl bisher dokumentierbaren und erhaltenen Briefe, Telegramme und Postkarten, die zwischen Richard Strauss, Hugo von Hofmannsthal und Alfred Roller gewechselt wurden. Ausführliche Kommentare und Erläuterungen zu einzelnen Textstellen erlauben es den Lesern, tief in die deutsch-österreichische Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts einzutauchen. Verfolgen Sie den inspirierenden Ideen-Austausch dieser berühmten Künstler!

Christiane Mühlegger-Henhapel ist am Theatermuseum Wien in der Handschriftensammlung tätig und veröffentlichte zahlreiche Bücher, u.a. zu Richard Strauss und Hans Moser. Ursula Renner hatte lange Jahre den Lehrstuhl für Deutsche Literatur an der Universität Duisburg-Essen inne. Sie ist Mitglied der Hofmannsthal-Gesellschaft und lebt in Freiburg.

Einleitung


Die Veröffentlichung einer Korrespondenz mit drei Protagonisten ist nicht eben üblich. Das Foto, auf dem sie gemeinsam mit einer Gruppe anderer Prominenter zu sehen sind, hält einen großartigen Moment in der Operngeschichte des 20. Jahrhunderts fest. Zur Premiere des »Rosenkavaliers« im Januar 1911 in Dresden haben sich der Komponist Richard Strauss (1864–1949), der Textdichter Hugo von Hofmannsthal (1874–1929) und der Bühnen- und Kostümbildner Alfred Roller (1864–1935) in Szene gesetzt. Um sie herum das Netz derer, die an der Gesamtkomposition mitgewirkt haben. Die gedruckte Fotopostkarte (Brief 64, Abb. 42 und 43) führt sie allesamt auf: den Intendanten Graf Seebach, Generalmusikdirektor Ernst von Schuch, den genialen Schauspieler und Regisseur Max Reinhardt und Oberregisseur Georg Toller, Oberinspektor Max Hasait, Kostümbildner Leonhard Fanto, Hoftheatermaler Otto Altenkirch. Martin Herzfeld aus Dresden hat die Gruppe fotografiert.

Diese zehn Männer mussten zusammenarbeiten, damit die Aufführung der Oper zustande kommen konnte und sicher noch viele mehr. So fehlt ein wichtiger Anreger, der heimliche Co-Autor Harry Graf Kessler, überhaupt. Meist reduziert man die Zusammenarbeit am »Rosenkavalier«, die ja legendär geworden ist, auf zwei Künstler, auf Hugo von Hofmannsthal, den Künstler des Wortes, und Richard Strauss, den Künstler der Töne. Das Foto zeigt jedoch, dass diese beiden Künste, um wirksam zu werden, einer dritten Kunst bedürfen, der Kunst der Sichtbarmachung. Aristoteles nennt sie ›Opsis‹ und erklärt sie zu einem der sechs wesentlichen Stücke des Theaters. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet Alfred Roller, der große Bühnenkünstler, relativ unsichtbar geblieben ist zwischen seinen beiden berühmteren Mitkünstlern. Das liegt sicher daran, dass Roller im gesellschaftlichen Verkehr eher zurückhaltend war; sicher auch daran, dass die Medien der Öffentlichkeit eher auf die vielversprechende musikalische und dichterische Autorschaft der beiden Neulinge am kulturellen Horizont fixiert waren. Insofern holt der hier veröffentlichte Briefwechsel ein Versäumnis nach; die erstmals vollumfänglich dargebotenen Briefe zwischen Hofmannsthal und Roller und zwischen Roller und Richard Strauss beleuchten einen bisher zu wenig berücksichtigten Aspekt der Theater- und Operngeschichte des 20. Jahrhunderts.

Rollers künstlerische Energie wirkt nicht selten bereits in den Entstehungsprozess der Werke